Frontier Markets Equity Fund: Sri Lanka bietet enormes Investmentpotenzial - Fondsanalyse


05.09.17 11:30
T. Rowe Price

Baltimore (www.fondscheck.de) - Sri Lanka wird leicht übersehen, so Oliver Bell, Portfoliomanager des Frontier Markets Equity Fund (ISIN LU1079763535 / WKN A1166X) von T. Rowe Price.

Investoren würden sich eher auf das nahegelegene, ungleich größere Indien konzentrieren. Aber Sri Lanka sei einen Blick wert. "Wir sind überzeugt, dass dieser Frontier Market über ein signifikantes, ungenutztes Potenzial verfügt", habe Bell gesagt. Insbesondere die strategisch wertvolle Lage im Indischen Ozean sei erfolgsversprechend. Anders als Indien sei Sri Lanka großteils von tiefen Gewässern umgeben - eine unabdingbare Voraussetzung, um einen großen Hafen zu entwickeln. "In Sri Lanka gibt es derzeit drei wichtige Häfen, jeweils einen an der Ost-, West- und Südküste, die ideal an der wichtigen Schifffahrtsroute zwischen Asien und Europa gelegen sind."

Der größte dieser Häfen liege in Colombo, der Wirtschaftshauptstadt Sri Lankas, und werde vermutlich bald erweitert. "China ist hier finanziell sehr engagiert und bei einer Erweiterung des Hafens dürften auch viele andere Länder ihr Interesse bekunden, allen voran Indien", so Bell. "China weiß sehr genau um die strategisch wertvolle Lage Sri Lankas und investiert bereits seit Jahren viel Geld in das Land."

Vergangenen Monat sei nach einigen Rückschlägen schließlich ein lang erwarteter Handel mit China abgeschlossen worden, den Indien lange blockiert habe aus Sorge vor Chinas militärischem Einfluss in der Region. "Der Vertrag beläuft sich auf 1,1 Milliarden US-Dollar und gibt China Kontrolle und Freiheiten beim Ausbau von Hambantota, den Hafen an der Südküste Sri Lankas", so Bell. "Der Handel ist Teil von Chinas Billionen-Projekt der neuen Seidenstraße."

Sri Lanka könne auch abseits seiner Häfen, einen mehrjährigen Bau-Boom erleben, sei Bell überzeugt. Zusätzlich zu den Entwicklungsgeldern aus China stünde eine Reihe anderer großer privater wie öffentlicher Bauprojekte an. Tokyo Cement beispielsweise, der größte Zementfabrikant in Sri Lanka, habe einen Marktanteil von 32 Prozent und kürzlich seine Produktionskapazitäten von einer Million Tonnen auf 2,8 Millionen ausgeweitet. Das werde importierten Beton verdrängen. Auch das Unternehmen Access Engineering profitiere von Sri Lankas mittelfristigen Ausbau der Infrastruktur, da die Firma an zahlreichen Projekten in mehreren Bereichen beteiligt sei. "Das Auftragsbuch von Access Engineering wächst zwar um 20 Prozent pro Jahr, und das Unternehmen könnte sogar noch schneller wachsen", so Bell, "aber es ist sehr sorgfältig in der Auswahl seiner Projekte."

Nach beinahe drei Jahren politischer Inaktivität, käme endlich wieder Bewegung in Sri Lankas Reformagenda. "Wir denken, dass diese Reformen das Wirtschaftswachstum in Sri Lanka noch weiter forcieren können", so Bell. "Das Land verfügt bereits über eine sehr gut ausgebildete Arbeiterschaft und auch der internationale Tourismus nimmt zu." Zu den jüngsten marktfreundlichen Maßnahmen der Regierung hätten einige Neubesetzungen auf Ministerebene gehört, unter anderem die Ernennung eines neuen Finanzministers sowie die eines neuen Zentralbankchefs.

Eine weitere positive Entwicklung sei die Gründung einer neuen fünfköpfigen Arbeitsgruppe, zu der auch der neue Finanzminister, der Zentralbankchef sowie zwei weitere Wirtschaftsminister gehört hätten, die sich einmal pro Woche mit Sri Lankas Präsident Maithripala Sirisena träfen, um die Reformen voran zu treiben. "Eine der zentralen jüngsten Initiativen beinhaltete Pläne, das Steueraufkommen zu erhöhen, das mit aktuell 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf einem eher niedrigen Niveau liegt", so Bell. "Außerdem will sie eine gerechtere Steuerstruktur implementieren und Subventionszahlungen beenden."

Es werde erwartet, dass das BIP Sri Lankas dieses Jahr um 4,5 bis fünf Prozent wachse. Das sei etwas schwächer als zunächst erwartet, das liege jedoch an einer Reihe von Naturkatastrophen in jüngster Zeit, insbesondere Überschwemmungen und Dürren. Trotzdem werde erwartet, dass das BIP-Wachstum in 2018 und 2019 ansteigt. "Die geschilderten Wirtschaftsreformen, ein derzeit laufendes Hilfsprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF), erneuerte Investitionen in die Infrastruktur sowie die Wiederaufnahme von Zollerleichterungen bei Exporten in die Europäische Union dürften das BIP-Wachstum antreiben."

Die Geldpolitik betreffend befinde sich die Zentralbank Sri Lankas gerade am Ende eines Zinserhöhungszyklus und beginne die Zinsen etwas zu senken, um die Kreditexpansion unter Kontrolle zu halten, die zu Hochzeiten bei 28 Prozent lag. "Die gestraffte Geldpolitik hat die Inflation mit fünf Prozent erfolgreich in die angestrebte Spanne von vier bis sechs Prozent reduziert", so Oliver Bell. Eine Stabilisierung der Zinsen auf diesem Level werde erwartet und, abhängig davon ob das Kreditwachstum unter Kontrolle bleibe, möglicherweise eine Lockerung der Geldpolitik über die kommenden 18 Monate.

"Bei der Währung ist hingegen ein völlig freies Floating vor 2019 eher unwahrscheinlich, obwohl die Interventionen der Zentralbank wesentlich reduziert wurden." Der Sri Lanka Rupie werde aktuell als mit sechs Prozent überbewertet angesehen, aber die Behörden würden den Plan verfolgen, dass die Währung sich weiterhin schrittweise anpasse und sie nur eingreifen würden, um Volatilitäten zu glätten.

"Trotz der strengeren Geldpolitik schätzen wir den stark und stabil wachsenden Bankensektor Sri Lankas als günstig ein, insbesondere im Vergleich zu historischen Kurs-Buchwert-Niveaus." Mittelfristig werde dieser Sektor voraussichtlich einen weiteren Schub erfahren, da der Zinserhöhungszyklus nun beendet sei. Die Hatton National Bank, eine der führenden Banken Sri Lankas, erwarte 2017 ein Wachstum des ausgebenden Kreditvolumens von 15 Prozent, das sich in den kommenden zwei oder drei Jahren auf 20 Prozent erhöhen werde, auf Grundlage des stärken Wirtschaftswachstum des Landes. Die Commercial Bank of Ceylon, ebenfalls eines der führenden Bankhäuser, erwarte ein Wachstum des Kreditvolumens von etwa 17 Prozent in diesem und den kommenden drei Jahren.

"Wir bleiben überzeugt, dass Sri Lanka, eine der größten aktiven Positionen in unserem Frontier Markets Equity Fund, eine attraktive Investmentchance auf mehrere Jahre hin bleibt", so Oliver Bell. "Es besteht zwar das Risiko, dass wir zu früh dran sind, aber unsere Prognose basiert auf kontinuierlichen, positiven politischen Reformen. Wir sind überzeugt, dass die Behörden endlich in der Offensive sind."

Der Frontier Markets Equity Fund setze sich zum Ziel, langfristige Marktführer in den sich rasant entwickelnden Frontier Markets ausfindig zu machen. Dem Fonds liege ein breit aufgestelltes Portfolio aus qualitativ hochwertigen Unternehmen zugrunde, das langfristigen Kapitalzuwachs verspreche. Von Morningstar sei der Fonds mit 4 Sternen bewertet worden. (05.09.2017/fc/a/f)





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