Franklin Technology Fund: Warum der digitale Wandel diese Pandemie überdauern wird


06.01.21 11:00
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Für US-Technologieaktien war 2020 erneut ein ausgezeichnetes Jahr, so Jonathan Curtis, Manager des Franklin Technology Fund bei Franklin Templeton.

Die COVID-19-Pandemie habe einen digitalen Transformationstrend beschleunigt, der keinerlei Anzeichen auf Abkühlung erkennen lasse. Jonathan Curtis von der Franklin Equity Group erkläre, warum die Pandemie seiner Meinung nach für viele Unternehmen den Beginn ihrer digitalen Reise markiere. Zudem verrate er seine Gedanken darüber, was der Branche bevorstehen könnte, sobald ein Impfstoff verteilt werde, und welche Themen er im Auge behalte, wenn im Januar eine neue US-Regierung die Zügel in die Hand nehme.

Während wir uns dem Ende des Jahres 2020 nähern, wird mehr als deutlich, dass Technologie im täglichen Leben immer wichtiger geworden ist, so die Experten von Franklin Templeton. Das Coronavirus habe die Menschen dazu gezwungen, sich für das Arbeiten im Homeoffice, das Lernen von zu Hause aus, E-Commerce, die Fernversorgung im Gesundheitswesen, die kontaktlose Zustellung und vieles mehr auf Technologie zu verlassen. Für viele seien diese Technologien während des vergangenen Jahres sehr viel allgegenwärtiger geworden.

Diese beschleunigte Akzeptanz technologiebezogener Themen habe dazu geführt, dass sich viele Unternehmen im Informationstechnologiesektor (IT-Sektor) über weite Strecken des Jahres 2020 hinweg hervorragend entwickelt hätten. Zudem habe der Sektor während der letzten vier Jahre das beste Wachstumsprofil des gesamten S&P 500 Index geboten.

Anleger hätten die Experten gefragt, ob die Bewertungen von Technologieunternehmen gerechtfertigt seien. Nach dem Research der Experten sei der IT-Sektor während der letzten 30 Jahre, gemessen am Verhältnis des Kurses zu dem in den kommenden zwölf Monaten erwarteten Gewinn, zu einem Aufschlag von durchschnittlich 13% auf den S&P 500 Index gehandelt worden. Zum 30. November betrage der Aufschlag des Sektors rund 9%, was nach Meinung der Experten angesichts des stärkeren Wachstums und der hohen Qualität der darin vertretenen Unternehmen angemessen sei.

Die Bewertungen im Technologiesektor erscheinen zwar erhöht, als langfristige Anleger halten wir diesen moderaten Aufschlag jedoch für sowohl gerechtfertigt als auch tragbar, so die Experten von Franklin Templeton. Die Experten seien der Ansicht, dass die Coronavirus-Krise eine langfristige, strukturelle Beschleunigung des digitalen Wandels und eine verbesserte Qualität der Unternehmen in diesem Sektor mit sich gebracht habe. Zudem hätten die Experten festgestellt, dass weiterhin neue Anleger aufgrund des strukturellen Wachstums und des im Vergleich zu anderen Marktsegmenten relativ stabilen Ertragsprofils in diesen Sektor investieren würden. Unserer Analyse zufolge erscheinen Informationstechnologiewerte bei Berücksichtigung dieses Wachstumsprofils angemessener bewertet, und das Verhältnis von KGV zu Wachstum liegt in diesem Sektor allgemein über dem des breiteren Marktes, so die Experten von Franklin Templeton.

Die Experten seien davon überzeugt, dass der digitale Wandel langfristig positive Auswirkungen auf den breiteren Markt haben werde und dass sich dieser Trend in Zukunft nur noch weiter beschleunigen werde. Unternehmen, die auf digitale Transformation setzen und diese weiterhin als wichtige Säule ihres Geschäfts betrachten würden, sollten auf lange Sicht eine stärkere Leistung erzielen. Das dürfte sich aus Sicht der Experten nicht ändern, denn der digitale Wandel und die damit verbundenen Unterthemen würden auch nach der Pandemie immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Das Research der Experten zeige, dass der digitale Wandel eine enorme, viele Billionen Dollar schwere und über Jahre andauernde Chance darstelle, die sich noch in der Frühphase befinde. Sie helfe Unternehmen dabei, Software und Daten einzusetzen, um ihre Kunden und Geschäftsprozesse besser zu verstehen. Zudem seien Unternehmen durch den digitalen Wandel in der Lage, die Arbeitsweise ihrer Branche mit Technologie radikal zu verändern und damit den Druck auf etablierte Firmen zu verstärken.

Für viele Unternehmen sei die Pandemie der Beginn ihrer digitalen Reise gewesen. Unternehmen, die ihre digitalen Kompetenzen bereits ausgeweiteten hätten, hätten ihr Engagement in diesem Bereich verstärkt, während diejenigen, die digitale Optionen bislang vernachlässigt hätten, zu einem Kurswechsel gezwungen worden seien. Nach Meinung der Experten müssten Unternehmen nun das, was sie während der Krise gelernt hätten, operationalisieren. Das, was gut funktioniert habe, müssten sie ausweiten, und was sich als nicht hilfreich erwiesen habe, müsse aufgegeben werden. Diese Prozesse müssten immer wieder aufs Neue untersucht weiter verbessert werden.

Meldungen über vielversprechende COVID-19-Impfstoffe und ein mögliches Ende der Pandemie hätten Fragen aufgeworfen, ob Unternehmen außerhalb des IT-Sektors nun auf relativer Basis attraktivere Bewertungen bieten würden als IT-Firmen. Die Experten würden davon ausgehen, dass kurzfristig orientierte Anleger eine Rotation weg von Technologiewerten und hin zu anderen Sektoren vornehmen könnten, die gut aufgestellt seien, um im Zuge der Verteilung von Impfstoffen von der Rückkehr zu einem gewissen Grad an Normalität zu profitieren.

Allerdings seien die Experten davon überzeugt, dass eine langfristige Ausrichtung immer erfolgreicher sei als eine zyklische Vorgehensweise und dass langfristige Anleger schlecht beraten wären, dem Technologiesektor den Rücken zuzukehren. Unternehmen, Studenten, Verbraucher und Patienten hätten in der Krise viele neue digitale Fähigkeiten und Erwartungen aufgebaut. Sie hätten gelernt, diese neuen Technologien zu nutzen, und hätten erkannt, dass sie ihr Leben und ihre Rentabilität verbessern könnten. Die Produktivitätsgewinne aus diesen digitalen Lösungen seien schlichtweg zu überzeugend, um sie aufzugeben. Die Experten würden glauben, dass COVID-19 einen langfristigen positiven Wandel im Technologiesektor angestoßen habe.

Trotz des insgesamt optimistischen langfristigen Ausblicks der Experten für Technologiewerte gebe es zweifellos Fragen darüber, welche Auswirkungen der Machtwechsel in Washington auf den Technologiesektor haben werde, wenn die neue Regierung Ende Januar die Zügel in die Hand nehme. Die Experten würden besonderes Augenmerk auf Schlüsselfragen hinsichtlich der Regulierung von Technologien sowie der Beziehung zwischen den USA und China legen.

Antworten zur Regulierung des Technologiesektors werde es erst geben, wenn klar sei, welche politische Partei den US-Senat kontrolliere. Die Experten seien jedoch der Meinung, dass eine geteilte Regierung wahrscheinlicher sei als eine Regierung unter der vollen Kontrolle einer einzigen Partei. Im Fall einer geteilten Regierung hätten die Technologiegiganten wohl wenig zu befürchten, denn die Parteien würden sich in den wichtigen Fragen der Unternehmensregulierung kaum einigen können. Sollte eine einzige Partei die Kontrolle erlangen, würde dies das aufsichtsrechtliche Risiko für die großen Technologiefirmen erhöhen. Allerdings würden die Experten erhebliche rechtliche Hürden für umfassende Veränderungen sehen.

Darüber hinaus habe der neu gewählte Präsident Biden kein ausgeprägtes Interesse an aufsichtsrechtlichen Änderungen im IT-Sektor oder im technologieverbundenen Kommunikationsdienstleistungssektor signalisiert, abgesehen vielleicht von einer gründlichen Prüfung von Section 230 des Communications Decency Act, der Tech-Unternehmen rechtlichen Schutz in Bezug auf Inhalte von Dritten und Nutzern einräume.

Gegenüber China würden die Experten von einer Regierung Biden einen freundlicheren Ton erwarten, aber auch keine Rücknahme wichtiger Erfolge der Regierung Trump. Daher werde China aus Sicht der Experten im Hinblick auf den Schutz geistigen Eigentums sowie den Marktzugang für US-Technologiekonzerne, die derzeit größtenteils vom chinesischen Markt ausgeschlossen seien, Verhandlungsbereitschaft zeigen müssen. (Ausgabe vom 18.12.2020) (06.01.2021/fc/a/f)





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