Franklin Global Convertible Securities Fund: Wandelanleihen - Eine Kombination aus Aktien und Anleihen - Fondsanalyse


09.10.18 11:30
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Wandelanleihen sind festverzinsliche Papiere, die von Aktiengesellschaften begeben werden, so die Experten von Franklin Templeton im Kommentar zum Franklin Global Convertible Securities Fund (ISIN LU0727122854 / WKN A1JTUX).

Wie klassische Anleihen würden sie einen Zinskupon, eine begrenzte Laufzeit sowie einen definierten Nennwert aufweisen. Darüber hinaus seien sie mit einem Wandlungsrecht ausgestattet. Dieses Wandlungsrecht ermögliche dem Käufer bzw. Besitzer der Anleihe während der Laufzeit der Wandelanleihe diese in eine vorab bestimmte Anzahl von Aktien des zugrunde liegenden Unternehmens umzutauschen. Die Wandlungsbedingungen, wie beispielsweise der Zeitraum, in welchem der Anleger das Wandlungsrecht ausüben könne und zu welchem Preis, seien im zugehörigen Emissionsprospekt definiert. Entscheide sich der Anleger gegen den Umtausch in Aktien, werde die Anleihe ganz normal zum Ende der Laufzeit zur Rückzahlung fällig. Zusätzlich komme der Anleihenbesitzer während der Laufzeit in den Genuss regelmäßiger Zinszahlungen.

Wegen der Möglichkeit des Umtausches steige der Kurs einer Wandelanleihe, wenn der Kurs der zugrunde liegenden Aktien steige. Aufgrund dieser Eigenschaft würden Anleger auch an der Kursentwicklung des Unternehmens partizipieren. Eine Ausübung des Wandlungsrechts mache allerdings erst Sinn, wenn der Aktienkurs über dem Wandlungspreis notiere. Andernfalls sei es günstiger, die Aktie direkt an der Börse zu erwerben.

Anlegern würden Wandelanleihen zahlreiche potenzielle Vorteile bieten. Je stärker der Aktienkurs des Basiswerts steige, desto attraktiver werde das Wandlungsrecht. Falle dagegen der Aktienkurs, mache die Wandelanleihe in der Regel nicht die gesamte Abwärtsbewegung mit. Experten sprächen daher auch von einem asymmetrischen Verhältnis von Aufwärts- und Verlustpotenzial. Sollte der Aktienkurs fallen, könnten Anleger die Wandelanleihe im Depot belassen, die Zinszahlungen einstreichen und am Ende der Laufzeit den Nennwert kassieren. Ein weiterer Vorteil gegenüber Aktien sei, dass bei einer Insolvenz des Emittenten Wandelanleiheninhaber vorrangig vor Stammaktionären behandelt würden.

Ferner würden Wandelanleihen zusätzliches Diversifizierungspotenzial bieten. Denn in der Vergangenheit hätten sie eine geringe Korrelation zu Anleihen und eine unvollkommene Korrelation zu Aktien aufgewiesen. Das biete Anlegern die Möglichkeit, ihr Portfolio stärker zu diversifizieren, die Volatilität zu verringern und das Risikoprofil des Portfolios insgesamt zu verbessern.

Wie jede Anlageklasse hätten aber auch Wandelanleihen Nachteile. Zwar lägen die laufenden Erträge normalerweise über der Dividende einer Stammaktie, aber aufgrund des Wandlungsrechts seien sie niedriger als die Renditen vergleichbarer wandelbarer Schuldtitel. Des Weiteren seien Wandelanleihen durch die Abhängigkeit vom Aktienkurs deutlich volatiler als klassische Anleihen.

Nicht unbedingt ein Nachteil, aber für Anleger durchaus von Bedeutung sei die relativ hohe Komplexität von Wandelanleihen. Neben einer möglichst genauen Fundamentalanalyse des Basiswerts, vergleichbar mit der Analyse bei einem Aktieninvestment, sollte vor dem Erwerb einer Wandelanleihe auch eine ausführliche Kreditanalyse des Unternehmens getätigt werden. Zudem würden Wandelanleihen häufig von Small- und Mid-Cap-Unternehmen emittiert, die nicht von den bekannten Ratingagenturen bewertet würden. Investitionen in Einzeltitel seien für Privatanleger daher in der Regel nicht ratsam. Interessierte Anleger sollten zum Beispiel lieber auf entsprechende Fonds, wie den Franklin Global Convertible Securities Fund, zurückgreifen.

Steigende Zinsen und volatile Märkte könnten manchen Anlegern Sorgen bereiten, da Anleihen in Zeiten steigender Zinsen in der Regel an Wert verlieren würden und die US-Notenbank bei ihrer im Juni veröffentlichten Prognose insgesamt vier Anhebungen ihres Leitzinses im Laufe dieses Jahres in Aussicht gestellt habe. Zudem scheine auch das Ende der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank absehbar.

Alan Muschott von der Franklin Equity Group und Fondsmanager des Franklin Global Convertible Securities Fund, habe daher die vergangene Wertentwicklung von Wandelanleihen mit der von zehnjährigen US-Staatsanleihen in Phasen steigender Zinsen verglichen. Sein Ergebnis: Wandelanleihen hätten sich in diesen Zeiträumen besser entwickelt als Staatsanleihen.

In einem Umfeld, in dem Zinsen aus den "richtigen" Gründen steigen würden - beispielsweise aufgrund eines starken Wachstums der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne - würden sich Aktien in der Regel gut entwickeln. Wenn der Kurs der Aktie, die einer Wandelanleihe zugrunde liege, parallel zum Markt steige, sollte auch der Wert der Wandelanleihe aufgrund des eingebetteten Wandlungsrechts steigen.

Wandelanleihen seien eine einzigartige Assetklasse, da sie Anlegern sowohl die mit Anleihen verbundenen Merkmale als auch das Zuwachspotenzial von Aktien bieten würden. Zudem würden sie dank ihrer Fähigkeit, sich an unterschiedlichste Marktbedingungen anzupassen, ein attraktives Instrument darstellen, um die Diversifizierung eines Portfolios zu erhöhen. (Ausgabe 81 vom Oktober 2018) (09.10.2018/fc/a/f)






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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0727122854 A1JTUX 17,44 € 14,65 €