Franklin Diversified Fonds: Stimmung gut, alles gut? Fondsanalyse


06.02.18 14:00
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Matthias Hoppe, Portfolio Manager der Franklin Diversified Fonds - Franklin Diversified Conservative Fund, Franklin Diversified Balanced Fund, Franklin Diversified Dynamic Fund - wirft einen Blick auf die aktuelle Stimmung an den Börsen und vergleicht sie mit den Fundamentaldaten. Die Schlüsse, die er daraus zieht, machen Hoffnung auf weiter steigende Aktienkurse.

Das Jahr 2018 starte mit einer beeindruckenden Rally an den Aktienmärkten und fallenden Kursen bei den Staatsanleihen. Die Stimmung der Anleger sei durchweg positiv und dafür gebe es auch gute Gründe: positives Wirtschaftswachstum, niedrige Inflation, reichlich Liquidität.

Allerdings werde in Gesprächen und Diskussionen mit Kollegen, Anlagestrategen und Analysten doch auch deutlich, dass viele dem aktuellen Boom nicht so recht trauen würden. Das Risiko einer möglicherweise bevorstehenden Korrektur an den Märkten und die Sorge, dass bald das Ende des Bullenmarktes eingeläutet werden könnte, seien allgegenwärtig. Immerhin hätten globale Aktien im vergangenen Jahr das beste Ergebnis seit dem Ende der Finanzkrise von 2008/2009 verzeichnet. Der US-Aktienmarkt, gemessen am S&P 500-Index, sei seit Mitte 2016 in der historisch längsten Aufwärtsphase ohne 5%-Korrektur.

Das stimme skeptisch. Doch dieser Skeptizismus sei gesund. Wäre die gute Wertentwicklung mit überschwänglichem Optimismus gepaart, sollte man sich Sorgen machen. Insbesondere, wenn die Fundamentaldaten nicht zum Optimismus passten. Doch das wirtschaftliche Umfeld sei durchaus positiv. Die Wachstumserwartungen für die globale Wirtschaft seien von den Ökonomen der Banken, aber auch des Internationalen Währungsfonds nochmals nach oben revidiert worden. Die Inflationserwartungen seien gleichzeitig moderat. Liquidität sei reichlich vorhanden, auch wenn die Zentralbanken ihre geldpolitischen Zügel dieses Jahr etwas straffen würden. Die US-Notenbank habe damit schon Ende 2015 begonnen, doch generell laufe das in sehr geregelten Bahnen und ohne große Überraschungen ab. Die Europäische Zentralbank und die japanische Notenbank seien unterm Strich noch relativ expansiv unterwegs.

In den USA dürfte der Konjunkturzyklus noch etwas weiter tragen. Der US-Senat habe Ende 2017 eine beachtliche Steuersenkung für Unternehmen verabschiedet. Die Körperschaftsteuer werde von 35% auf 21% sinken. Damit werde der Steuersatz in den USA an den Durchschnitt anderer Industrieländer angeglichen. Die langfristigen Auswirkungen solch massiver Steuersenkungen seien eher moderat, aber die kurzfristigen Effekte auf Konjunktur und Unternehmensgewinne seien positiv. Und das erwartete Gewinnwachstum der börsennotierten Unternehmen sei gar nicht einmal so ambitioniert. Mit etwa 13% Wachstum beim Gewinn pro Aktie würden Analysten für den S&P 500-Index in diesem Jahr rechnen. Das dürfte zu schaffen sein.

Für die Eurozone würden Analysten mit einem Gewinnwachstum von 9% rechnen. Angesichts des aktuellen Wirtschaftswachstums eine durchaus realistische Marke. Denn auch hier brumme die Wirtschaft. Seit 2014 wachse der Währungsraum über seinem langfristigen Trend. Die Kapazitätsauslastung liege über 80%. Fachkräftemangel am Arbeitsmarkt werde sichtbar. All das sollte sich irgendwann in höheren Inflationszahlen bemerkbar machen. Überraschen werde es die Kapitalmärkte aber nicht, denn höhere Inflationserwartungen würden bereits eingepreist. Die Anleiherenditen seien in den vergangenen Wochen gestiegen. Insbesondere in den USA sei die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen über die Marke von 2,5% geklettert. Ein Zeichen für positive Wachstumserwartungen und moderat steigende Inflation.

Dennoch sollten Anleger im Laufe des Jahres auf eine Anzahl von Faktoren achten, die eine mögliche Trendwende an den Märkten verursachen könnten. Zum einen sei die Geldpolitik der angesprochenen Zentralbanken zu nennen. Sollten sie zu schnell an der Zinsschraube drehen, könnte das negative Folgen haben. Zum anderen sei da die wirtschaftliche Entwicklung in China, denn das Land sei einer der wichtigsten Faktoren für den globalen Handel, das Wachstum und damit die Wertentwicklung an den globalen Aktienmärkten. Es werde zwar erwartet, dass sich Chinas Wachstum 2018 etwas abschwäche, eine harte Landung der Konjunktur gelte für dieses Jahr aber als unwahrscheinlich.

Was Investoren schließlich noch beunruhige, seien die Bewertungen. Die Aktienmärkte seien absolut gesehen sicherlich nicht mehr günstig - aber welche Anlageklasse sei heutzutage noch günstig? Relativ zu Anleihen seien Aktien immer noch attraktiv bewertet. Das heiße nicht, dass nach den Kurssteigerungen der vergangenen Wochen die Märkte nicht auch eine Korrektur sehen könnten. Insgesamt bleibt das Panorama für Aktien nach Meinung der Experten von Franklin Templeton aber positiv. Das Verlustrisiko von Anleihen hingegen sei bei den aktuellen Renditen und vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds immer noch hoch.

"Haussemärkte entstehen aus Pessimismus, wachsen in Skeptizismus, reifen in Optimismus und sterben schließlich an Euphorie", habe eine der Erkenntnisse und Maximen von Sir John Templeton gelautet. Wir befinden uns in einer Phase zwischen Skeptizismus und Optimismus, so die Experten von Franklin Templeton. Sollte das so weitergehen, werde die Euphorie nicht lange auf sich warten lassen. Spätestens dann sollte man vorsichtig werden. (Ausgabe 73 vom Februar 2018) (06.02.2018/fc/a/f)





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