Franklin Diversified Fonds: Rückblick und Ausblick - Fondsanalyse


08.10.18 10:30
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Matthias Hoppe, Portfolio Manager der Franklin Diversified Fonds - Franklin Diversified Conservative Fund, Franklin Diversified Balanced Fund, Franklin Diversified Dynamic Fund - von Franklin Templeton, gebe einen Rück- und Ausblick über die aktuelle Ausrichtung und Strategie der Fonds.

Die Rendite der auf Euro lautenden Anteile der Klasse (A acc) des Franklin Diversified Conservative Fund liege für das laufende Jahr bei -3,47%, während die auf Euro lautenden Anteile der Klasse (A acc) des Franklin Diversified Balanced Fund im laufenden Jahr mit -2,23% und die auf Euro lautenden Anteile der Klasse (A acc) des Franklin Diversified Dynamic Fund mit -2,89% rentieren würden (Daten per 31. August 2018).

Eine lange Phase konstant aufwärts tendierender Aktienmärkte und ruhiger Handelsbedingungen sei im ersten Quartal 2018 jäh zu Ende gegangen, aber die Wertentwicklung der Fonds habe sich in dieser Phase gut gehalten.

Nach der zu Beginn des Jahres verzeichneten Volatilität hätten sich die Aktienmärkte wieder erholt, was starken Unternehmensgewinnen (insbesondere in den USA) zuzuschreiben gewesen sei. Gleichzeitig sei der US-Dollar aufgewertet worden. Defensive Strategien, einschließlich eines Engagements in Gold, sowie längerfristige Optionen, die Schutz vor Abschwüngen am Aktienmarkt liefern sollten, hätten die Renditen gebremst. Die Absicherung von auf US-Dollar lautenden Vermögenswerten gegenüber dem Euro habe die Wertentwicklung ebenfalls belastet, da der Euro seine vorherigen Zugewinne wieder eingebüßt habe und gegenüber dem US-Dollar um 2,6% abgewertet worden sei.

Die Fonds würden mit einem starken Fokus auf Volatilitätsmanagement verwaltet und hätten sich deutlich innerhalb bzw. sogar unterhalb ihrer absoluten Zielspannen für die Volatilität bewegt. Die Portfoliomanager würden sich auch weiterhin auf die Absicherung gegenüber Volatilität sowie auf die Suche nach defensiven Maßnahmen konzentrieren, um vor einem zunehmend unsicheren wirtschaftlichen Hintergrund, der immer mehr Risiken für das globale Wachstum berge, Wachstumschancen zu nutzen. Beispielsweise würden sie derzeit Long-Positionen bei Kaufoptionen auf Aktienindices halten, um sich potenzielles globales Wachstum mit geringerem Verlustrisiko und zu sehr günstigen Preisen zunutze zu machen.

Die Fonds würden an ihren absoluten Renditezielen festhalten, die nach wie vor den langfristigen Zielen der Fonds entsprechen würden. Die Fonds hätten dieses Ziel zuletzt nicht erreicht, was teilweise auf das für Multi-Asset-Fonds schwierige Umfeld zurückzuführen gewesen sei: Die Renditen in Europa seien negativ, die Bewertungen seien hoch, und der globale Konjunkturzyklus sei wahrscheinlich seinem Ende näher als seinem Anfang. Nichtsdestotrotz seien sich die Portfoliomanager der enttäuschenden Wertentwicklung bewusst und würden ständig nach Möglichkeiten zur Verbesserung der risikobereinigten Renditen des Portfolios suchen. Sie hätten in den letzten Monaten eine ganze Reihe von Änderungen umgesetzt, um die langfristige Wertentwicklung der Portfolios zu verbessern.

Die Fonds würden auch weiterhin einen klaren Schwerpunkt auf Diversifizierung setzen und in ihren Portfolios mehrere Positionen halten, die eine gegenseitige Diversifizierung bzw. unkorrelierte Engagements gegenüber dem Markt-Beta bieten würden. Positionen würden auch weiterhin in drei Kategorien eingeteilt: Wachstum (positive Korrelation zum globalen Wachstum), Defensiv (negative Korrelation zum globalen Wachstum) und Stabil (keine Korrelation zum globalen Wachstum). Die Wahrung von Allokationen auf alle drei Kategorien gewährleiste Diversifizierung im Portfolio. Die genaue Höhe der einzelnen Engagements hänge dabei stets von den identifizierten Chancen sowie vom Marktumfeld ab. Darüber hinaus ermögliche der Zugang zu Vermögenswerten, die über das traditionelle Chancenspektrum hinausgehen würden (z.B. Risikoaufschläge, Optionen, Rohstoffe, Währungen und Absicherungsstrategien), eine über herkömmliche Vermögenswerte hinausgehende Diversifizierung.

Wichtige Einflüsse auf die Wertentwicklung im bisherigen Jahresverlauf: Positiv sei zum einen, dass globale Aktien zugelegt hätten, wobei die Entwicklung durch qualitativ höherwertige Titel angeführt worden sei. Substanzwerte hingegen hätten eine Phase relativer Schwäche verbucht. Das Engagement der Fonds bei globalen Aktien, das stärker auf Qualitätswerte ausgerichtet gewesen sei, habe sich positiv auf die Wertentwicklung ausgewirkt.

Zum anderen hätten Staatsanleihen aus Industrieländern unter angespannten Marktbedingungen zur Diversifizierung der Portfolios beigetragen. Darüber hinaus hätten inflationsgebundene europäische Anleihen bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Portfoliomanager sich für ihren Verkauf entschieden hätten, einen positiven Beitrag zur Wertentwicklung geliefert.

Die Portfolios hätten von bestimmten Aktienderivatstrategien profitiert. Diese seien darauf ausgelegt gewesen, Schutz vor steigender Volatilität zu bieten, und hätten die Wertentwicklung der Portfolios verstärkt, als die Volatilität im Februar unerwartet angestiegen sei.

Negativ sei, dass angesichts der Stärke des US-Dollar gegenüber dem Euro habe die Absicherung von USD-Engagements gegenüber dem Euro die Wertentwicklung deutlich gebremst. Engagements bei Aktien und Anleihen aus Schwellenländern hätten die Wertentwicklung belastet, da sich diese Währungen aufgrund des stärkeren US-Dollar und der höheren Zinsen abgeschwächt hätten, während innerhalb der Anlageklasse Befürchtungen einer Ansteckung zugenommen hätten.

Engagements in alternativen Anlagen hätten die Wertentwicklung belastet, insbesondere Engagements in Gold und marktneutrale Risikoaufschläge. Beide Positionen seien ins Portfolio aufgenommen worden, um eine Diversifizierung gegenüber dem Markt-Beta zu bieten, da Gold in der Vergangenheit eine gute Absicherung geboten habe und die auf Risikoaufschläge ausgerichteten Strategien in der Regel keine Korrelation zum Markt-Beta aufweisen würden.

Das Engagement in Gold sei allerdings abgewertet worden, was aller Wahrscheinlichkeit nach darauf zurückzuführen gewesen sei, dass die Attraktivität von US-Staatsanleihen als sichere Anlageklasse erneut deutlich zugenommen habe: Auf zweijährige US-Staatsanleihen würden Anleger mit ca. 2,6% eine relativ attraktive, nahezu risikolose Rendite erhalten, was die Aussichten für Gold eintrübe. Die Position bei Gold sei zunächst verringert und dann vollständig geschlossen worden, um weitere künftige Verlustrisiken zu vermeiden.

Wichtige Einflüsse auf die Wertentwicklung während der vergangenen zwölf Monate:

Positiv: Globale Aktien hätten trotz der Ende 2017 verzeichneten Volatilitätsphasen im Zusammenhang mit anhaltenden geopolitischen Sorgen deutlich zugelegt. Unterstützung hätten Aktien durch starke Unternehmensgewinne und die Ende 2017 in den USA verabschiedeten Steuersenkungen erhalten. Alles in allem habe sich das Engagement in globalen Aktien positiv auf die Wertentwicklung der Fonds ausgewirkt, wobei sich Positionen höherwertiger Aktien, etwa derjenigen mit einer höheren Rentabilität, in Phasen erhöhter Volatilität, wie sie Anfang 2018 verzeichnet worden sei, gut entwickelt hätten.

Unternehmensanleihen hätten leicht höher notiert und die Wertentwicklung von Staatsanleihen in den Industrieländern übertroffen, da sich die Renditespreads verringert hätten. Positionen bei neuseeländischen Staatsanleihen hätten einen positiven Beitrag zum Ergebnis geleistet, berücksichtige man den Einfluss der mit diesen Positionen verbundenen Währungsabsicherungsgeschäfte.

Negativ: Aktive Währungsanlagen hätten die Wertentwicklung leicht beeinträchtigt, da Shortpositionen im Südkoreanischen Won gegenüber dem US-Dollar die Wertentwicklung belastet hätten. Da der US-Dollar leicht gegenüber dem Euro aufgewertet worden sei, hätten Währungsabsicherungsgeschäfte (USD ggü. EUR) die Wertentwicklung deutlich gebremst, und auch die Absicherungskosten hätten das Ergebnis belastet.

Nachdem wir unser generelles Engagement auf den Aktienmärkten zeitweilig aufgestockt hatten, sicherten wir einen Teil dieses Engagements über Optionen ab, die Experten von Franklin Templeton. In Kombination mit anderen ausgewählten Aktienderivatstrategien hätten diese die Renditen belastet.

Ein geringfügiges Engagement bei US-Staatsanleihen sei abgewertet worden, und auch Positionen bei chinesischen Staatsanleihen hätten die Renditen belastet.

Frühindikatoren würden mittelfristig auf ein moderates weltweites Wachstum hindeuten, und die Unternehmensgewinne seien weiterhin stark. Die Unsicherheit sei jedoch nicht zu leugnen, und die Experten von Franklin Templeton seien in Bezug auf Wachstumswerte wie etwa globale Aktien ein wenig zurückhaltender geworden.

Trotz der jüngsten Korrekturen erscheinen uns die Aktienbewertungen auf Grundlage der Kurs-Gewinn-Verhältnisse in Industrieländern überzogen, so die Experten von Franklin Templeton. Die direkten Aktienpositionen der Fonds würden anhand eines quantitativen Multi-Faktor-Ansatzes ausgewählt, der sich auf Wert und Qualität konzentriert und in der Vergangenheit eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Marktschwankungen aufgewiesen habe.

Der Inflationsausblick sei durchwachsen, wobei die Kerninflation in vielen Industrieländern unter dem Zielwert verharre. Die Aussicht auf weiterhin konjunkturbelebende Zinssätze sorge an vielen Märkten weiter für sehr niedrige Renditen auf Staatsanleihen der Industrieländer. Hierdurch bieten sich unserer Einschätzung nach nur begrenzte Anlagechancen in Staatsanleihen, so die Experten von Franklin Templeton.

Neben Aktien, Staatsanleihen und Unternehmensanleihen würden die Fonds auch weiterhin mehrere nichttraditionelle Anlagen wie etwa Risikoaufschläge halten. Diese Positionen seien darauf ausgerichtet, zur Diversifizierung der Engagements beizutragen.

Die 2018 stark gestiegenen Volatilitätskennzahlen könnten auf diesem normalisierten Niveau verharren. Die Fonds würden sich angesichts des aktuellen Umfelds auch weiterhin auf die Absicherung gegenüber Volatilität und die Suche nach defensiven Möglichkeiten zur Realisierung von Wachstumschancen konzentrieren. (Ausgabe 81 vom Oktober 2018) (08.10.2018/fc/a/f)





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