Franklin Diversified Fonds: Langfristige Risiken für den US-Dollar - Fondsanalyse


06.06.18 09:00
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Matthias Hoppe, Portfolio Manager der Franklin Diversified Fonds - Franklin Diversified Conservative Fund, Franklin Diversified Balanced Fund, Franklin Diversified Dynamic Fund - von Franklin Templeton, analysiert, ob die Zeit des US-Dollar als globale Reservewährung vorbei ist.

Nach dem 2. Weltkrieg habe das Bretton-Woods-Abkommen ein System installiert, durch das eine neue internationale Geld- und Finanzordnung habe geschaffen werden sollen. In der Folge sei der US-Dollar zur Reservewährung der Welt bestimmt worden. Dies habe den USA ein "exorbitantes Privileg" verliehen, ein Ausdruck, der vom französischen Finanzminister Valéry Giscard d'Estaing geprägt worden sei.

Dieses Privileg komme den USA seit Jahrzehnten zugute, denn der Großteil des Welthandels erfolge in US-Dollar, die Abwicklung geschäftlicher Transaktionen erfolge vorwiegend über das US-Bankensystem und rund 60% der internationalen Reserven bestünden aus Vermögenswerten, die auf US-Dollar lauten würden.

Es stelle sich nun die Frage, ob der US-Dollar dieses Privileg gerade verliere. Falls ja, was könnte dem US-Dollar seinen Platz streitig machen?

Stimme schon, eigentlich heiße die Redensart aus den 1860er Jahren "Auf nach Westen, junger Mann" und sollte die damaligen Chancen im Westen der USA zum Ausdruck bringen. Aber die Zeiten würden sich ändern. China forciere die Pläne zur Öffnung seiner Wirtschaft für ausländische Investitionen. China sei bestrebt, mit dem Renminbi (RMB) die Dominanz des US-Dollar herauszufordern, und denke bereits langfristig. Die chinesische Seidenstraßen-Initiative beispielsweise sei eine Form der Lieferantenfinanzierung, die eine Finanzierung von wirtschaftlicher und finanzieller Expansion in Renminbi erlaube. Überdies gebe es seit diesem Jahr erstmals Handel mit auf RMB lautenden Öl-Futures. Dies erlaube Käufern und Verkäufern, den US-Dollar bei ihren Geschäften komplett zu umgehen. China und Russland hätten zudem RUB (Russischer Rubel)-CNY (Chinesischer Yuan)-Swaps eingerichtet, um den US-Dollar bei einigen Energietransaktionen zu umgehen.

Am lokalen chinesischen Anleihenmarkt würden Schritte hin zu einer Öffnung und Förderung ausländischer Beteiligungen unternommen. Dies mache den Renminbi für Reserve-Manager rund um den Globus zu einer besseren Option. Wichtige Indices dürften 2019 lokale chinesische Staatsanleihen aufnehmen. Dies dürfte die Nachfrage steigern. Laut Prognosen werde China im Bloomberg Barclays Global Aggregate Index ein Gewicht von 5% haben - ebenso viel wie das GBP. Und dies in einer Zeit, in der China im Vergleich zu einigen (viel kleineren) Schwellenländern bei Anlegern noch kaum Beachtung finde.

Die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) unternähmen Anstrengungen zur Gründung einer neuen Entwicklungsbank als Alternative zu IWF und Weltbank. Diese neue Einrichtung werde stark unter dem Einfluss Chinas stehen, das ähnliche, von Washington geführte Institutionen umgehe, und den westlichen Einfluss in diesen schnell wachsenden Volkswirtschaften weiter verringern.

Vermutliches Ergebnis werde eine stärker multipolare Welt sein, in der es nicht nur eine dominante Währung gebe, sondern mehrere Währungen für Handel, Finanzierung und Reserven wie z.B. USD, RMB und Euro. Derartige strukturelle Veränderungen würden nur selten sanft verlaufen und Zeit benötigen. Unter Umständen beschleunige die Trump-Regierung diesen allmählichen Trend durch ihren eher nach innen gerichteten Blick auf Handel und Einwanderung, während Xi versuche, China als Anführer der Globalisierung zu positionieren.

Die Auswirkungen seien aufgrund der langsamen Entwicklung viel mehr strategischer als taktischer Art. Taktisch betrachtet sehen wir tatsächlich Raum für einen weiteren USD-Anstieg auf Basis von Zinsunterschieden und Unterschieden in der Zentralbankpolitik, so die Experten von Franklin Templeton. Dies bestätige jedoch das Erfordernis, den langfristigen strategischen Rahmen der Asset-Allokation anhand der Zukunftsannahme, dass Länder wie China und Indien eine immer wichtigere Rolle in der globalen Wirtschaft spielen würden, zu überarbeiten.

In unseren Portfolios erhöhte sich die strategische Asset-Allokation in Schwellenländern im Laufe der Jahre, und in den kommenden Jahren rechnen wir mit einer weiteren Erhöhung, vermutlich zulasten von Industrieländern wie den USA, so die Experten von Franklin Templeton. Irgendwann könnten auch strategische Allokationen im Renminbi und in chinesischen Staatsanleihen sinnvoll sein. (Ausgabe 77 vom Juni 2018) (06.06.2018/fc/a/f)






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