Franklin Diversified Fonds: Konjunkturrisiken lassen Zentralbanken auf die Bremse treten


05.04.19 09:30
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Matthias Hoppe, Portfolio Manager der Franklin Diversified Fonds - Franklin Diversified Conservative Fund, Franklin Diversified Balanced Fund, Franklin Diversified Dynamic Fund - von Franklin Templeton, analysiert die jüngsten Aussagen der europäischen und der US-amerikanischen Zentralbanken.

Die Europäische Zentralbank (EZB) habe alle Instrumente des geldpolitischen Werkzeugkoffers ausgeschöpft. Selbst vor negativen Zinsen sei sie nicht zurückgeschreckt. Für 2019 sei eigentlich der Anfang einer Normalisierung der Geldpolitik angesagt gewesen. Doch nach ihrer Sitzung Anfang März seien viele Beobachter mit zwei Eingeständnissen überrascht worden: Zum einen werde die EZB die Zinsen im Herbst wohl doch nicht anheben. Zum anderen habe sie einen eher zurückhaltenden - wenn nicht sogar pessimistischen - Ausblick auf die Konjunktur der Eurozone geliefert.

So seien die Wachstumserwartungen insbesondere für dieses Jahr deutlich nach unten korrigiert worden. Die Notenbank rechne für 2019 mit einem Wachstum von nur 1,1% statt wie bisher 1,6%. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten (Brexit, Handelskonflikt mit den USA, usw.) sehe sie weitere Risiken für die Konjunktur - wohingegen sie in den vergangenen Sitzungen noch von "ausgewogenen Chancen und Risiken" gesprochen habe. Darüber hinaus seien auch die Erwartungen für die Inflation nach unten korrigiert worden: Für 2019 auf 1,2%, für 2020 auf 1,5%. Damit werde das Inflationsziel von "unter, aber nahe 2,0 Prozent" implizit verfehlt. Da sei es nur konsequent, dass die Notenbanker ihre Zinsprognose ändern würden. Zinserhöhungen seien 2019 im Prinzip ausgeschlossen.

Viel interessanter als dieses Zugeständnis der EZB (welches bei einem simplen Blick auf die wenig erbauliche Datenlage in der Eurozone nicht wirklich überraschen sollte) sei für Portfolio Manager Hoppe aber die Kehrtwende der Federal Reserve (FED) in den USA. Ihre Rhetorik sei schon Ende des vergangenen Jahres etwas vorsichtiger geworden. Nun habe sie aber eine Pause ihrer bisherigen Zinspolitik angekündigt. Das gehe so weit, dass die Finanzmärkte mittlerweile mit einer Zinssenkung rechnen würden.

Die Frage sei, was die FED dazu bewegt habe, eine Unterbrechung einzulegen? Sei es, wie einige Marktteilnehmer mutmaßen würden, der Einbruch des US-Aktienmarktes im vergangenen Dezember gewesen? Oder sei es die sich abkühlende US-Konjunktur gewesen? Einige Marktteilnehmer würden schon über eine anstehende Rezession spekulieren. Interessanterweise sei die US-Zinskurve in der vorletzten Märzwoche leicht invers geworden. Sprich: Die 10-jährigen Renditen von US-Staatsanleihen seien niedriger als die kurzfristigen Zinsen. Eine inverse Zinskurve gelte als guter Frühindikator für eine Rezession.

Einige Analysten würden aber auch argumentieren, dass die FED einen Paradigmenwechsel in ihrer Strategie vollziehe. Die Notenbank, so das Argument, werde toleranter, was das Inflationsziel angehe.

Mit anderen Worten: Höhere Inflation (höher als ­2%) würde nicht automatisch zu Zinserhöhungen führen. Das sei nicht ganz von der Hand zu weisen, da sich die FED schon mehrmals darüber geäußert habe - etwas unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit. Denn seit dem Ende der Finanzkrise vor zehn Jahren seien die Inflationsraten immer wieder hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Ob temporäre Unterbrechung oder Paradigmenwechsel - für Anleger dürfte eins klar werden: Die Zinsen würden in den USA unmittelbar so schnell nicht ansteigen. Im Prinzip seien das erst mal positive Nachrichten, sowohl für die Konjunktur als auch für Risikoanlageklassen.

Wäre da nicht die inverse Zinskurve. Sie sei in der Vergangenheit zwar ein guter Indikator für eine anstehende Rezession gewesen, allerdings auch ein relativ schlechter taktischer Indikator. Zwar würden Rezessionen fast immer auf eine inverse Kurve folgen, aber die Zeitverzögerung könne groß sein. Es könne über zwei Jahre dauern, bis eine Rezession eintrete.

Das Risiko dürfte nach Einschätzung der Experten von Franklin Templeton in den nächsten zwölf Monaten recht gering sein, vor allem, weil es keine größeren Ungleichgewichte in der US-Wirtschaft gebe, die die aktuell schwache US-Wachstumsdynamik unmittelbar in den Abschwung führen würden.

Anders sehe es da in der Eurozone aus. Der Abschwung sei schon da. Die Politik negativer Zinsen habe zwar vielen Ländern in der Krise geholfen. Doch nun würden einige dieser Länder wieder schwächeln. Italien stecke im Prinzip in der Rezession und selbst in Deutschland habe sich die Konjunktur eingetrübt.

Der EZB seien in dieser Situation, anders als der FED, jedoch die Hände gebunden. Selbst wenn die Inflation weiter niedrig bleibe - sie könne die Zinsen nicht weiter senken ohne den Banken weiter zu schaden. Der geldpolitische Werkzeugkoffer sehe ziemlich leer aus. (Ausgabe 87 vom April 2019) (05.04.2019/fc/a/f)






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