Forum one - VCG Partners Vietnam Fund: Vietnams "Goldilocks-Economy" sollte andauern - Fondsanalyse


09.01.18 14:30
VinaCapital

Ho Chi Minh City (www.fondscheck.de) - Gemessen an den meisten Berichten, war das Jahr 2017 ein sehr positives für die wirtschaftliche Entwicklung Vietnams, so Andy Ho, Chef-Volkswirt der in Vietnam führenden Investmentgesellschaft VinaCapital im Kommentar zum Forum one - VCG Partners Vietnam Fund (ISIN LU1214542463 / WKN A2AC5G, Anteilklasse C; ISIN LU1214545136 / WKN A2AC5H, Anteilklasse D).

Obwohl das Jahr etwas verhalten begonnen habe (das BIP-Wachstum im ersten Quartal habe bei nur 5,2 Prozent gelegen, die Unsicherheit über die neue US-Regierung habe ihren Schatten auf die Region geworfen), hätten sich die wirtschaftlichen Aktivitäten im Laufe des Jahres erholt. Die meisten Analysten, die ihre BIP-Wachstumsprognosen aufgrund des langsamen Starts herabgestuft hätten, hätten sie seitdem wieder heraufgestuft, das vietnamesische BIP werde für das Gesamtjahr voraussichtlich um 6,5% bis 6,7% steigen. In den ersten neun Monaten seien die Bereiche Produktion und Dienstleistung um 12,8 Prozent bzw. 7,3 Prozent gewachsen. Die realen Einzelhandelsumsätze seien in den ersten elf Monaten um 9,5 Prozent gestiegen - Vietnamesen würden laut Nielsen zu den weltweit beständigsten Verbrauchern zählen.

Neben dem BIP hätten mehrere andere Faktoren zu den sehr positiven Ergebnissen des Jahres 2017 beigetragen:

- Rekord der ausländischen Direktinvestitionen (FDI): Von Januar bis 30. November 2017 hätten die registrierten ausländischen Direktinvestitionen 33 Mrd. US-Dollar betragen, ein Anstieg von 53 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2016. Die ausgezahlten ausländischen Direktinvestitionen hätten 16 Mrd. US-Dollar betragen, ein Anstieg um 12 Prozent. Internationale Investoren hätten nach wie vor ihre Absicht bekundet, sich in Vietnam niederzulassen (oder bestehende Investitionen zu erweitern). Der Produktionssektor sei nach wie vor der wichtigste Sektor für Investitionen, gefolgt von Immobilien und Energie. Unternehmen aus Japan, Korea und Singapur seien 2017 die Top-3-Investoren gewesen.

- Geringe Inflation: Der Verbraucherpreisindex sei 2017 niedrig geblieben und habe in den ersten elf Monaten des Jahres mit einer Inflation von 2,38 Prozent deutlich unter der Prognose der Experten von 5,5 Prozent im vergangenen Jahr gelegen.

- Der vietnamesische Dong (VND): Der VND habe im Jahr 2017 an Wert gewonnen und am 18. Dezember 2017 bei VND 22.708 zu einem USD gelegen. Im vergangenen Jahr hatten die Experten von VinaCapital eine leichte Abwertung von VND 23.200 zu einem USD prognostiziert. Die Experten würden feststellen, dass die starken ADI- und FII-Zuflüsse ein unterstützender Faktor für den VND gewesen seien und die Reserven des Landes bei geschätzten 46 Mrd. USD lägen, wobei der kürzlich erfolgte Zufluss von 4,8 Mrd. USD aus dem Verkauf von SABECO dazu beitragen dürfte.

- Privatisierung: Nach Jahren der Diskussion habe Vietnam 2017 einige echte Aktivitäten bei den Privatisierungen von Staatsunternehmen (SOE) erlebt, mit den erfolgreichen Marktkapitalisierungen von Unternehmen wie Viglacera und IDICO. Es habe jedoch auch einige Enttäuschungen gegeben, bei denen Unternehmen nicht genügend Investoren hätten finden können und/oder deren Bewertungen nicht hätten rechtfertigen können.

Die Anlegerstimmung sei jedoch positiv, da die staatlichen Beteiligungen an Vinamilk und Sabeco erfolgreich platziert worden seien. Letztere habe einen Rekordwert von USD 4,8 Milliarden für die Regierung erzielt. Diese beiden Transaktionen hätten zu einer effektiven Neubewertung des Aktienmarktes geführt. Zu den weiteren Faktoren würden Gesetzesänderungen gehören, die die Preisbildung während eines SOEIPOs ermöglichen^würden, sodass Investoren einen festen Preis anbieten könnten (bisher sei die "Dutch Auction" die einzig zugelassene Methode gewesen), sowie Strafen gegen Unternehmen, die die Marktkapitalisierungspläne nicht einhalten würden.

- Starker Aktienmarkt: Der VN Index sei nicht nur einer der stärksten Aktienindices in der Region gewesen, sondern auch auf der ganzen Welt. Per 18. Dezember 2017 sei der Index seit Jahresbeginn um 44 Prozent gestiegen. Die ausländischen indirekten Investitionen seien ebenfalls gestiegen und hätten 10,1 Mrd. USD (einschließlich 4,8 Mrd. USD aus dem Sabeco-Verkauf) im Vergleich zu 3,4 Mrd. USD7 im Jahr 2016 erreicht. Der durchschnittliche tägliche Handelswert an der Ho-Chi-Minh-Börse liege bei rund 150 Millionen USD, ein Anstieg um 69 Prozent gegenüber 2016. Das Wachstum des Marktes sei auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter neue Börsennotierungen, die Beschleunigung des Privatisierungsprozesses und ein neues Gesetz, nach dem Unternehmen nach einem Börsengang an der Börse notieren müssten.

Die gesamte Marktkapitalisierung der vietnamesischen Börsen belaufe sich auf über 145 Milliarden US-Dollar oder etwa 65 Prozent des gesamten BIP - eine Steigerung von rund 50 Prozent gegenüber Ende 2016. Im privaten Sektor seien in 2017 mehrere Unternehmen an die Börse gegangen, vor allem VP Bank und Vincom Retail mit Bewertungen von 2,6 Mrd. USD (Kurs-Buchwert 2,2fach) und 3,4 Mrd. USD (KGV-Schlusskurs 42x).

- Tourismus: Vietnam habe in den ersten elf Monaten des Jahres 2017 einen neuen Besucherrekord (11,6 Millionen) verzeichnet, ein Anstieg von 28 Prozent zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ob aufgrund einfacherer Visabestimmungen für einige Nationalitäten oder stärkeren Marketing- und Werbungsaktivitäten, Vietnam verzeichne stetig steigende Tourismuszahlen. Dies habe in 2017 sicherlich zum Erfolg einer Reihe von Aktien beigetragen, darunter VietJet Air (Marktkapitalisierung: 2,8 Mrd. USD) und Airports Corporation of Vietnam (Marktkapitalisierung: 8,6 Mrd. USD). Gegenwärtig trage der Tourismus direkt etwa 6,6 Prozent zum BIP bei, und das Ziel der Regierung, bis 2020 10 Prozent zu erreichen, scheine in Reichweite zu sein.

Die Experten von VinaCapital gehen davon aus, dass im Jahr 2018 das BIP-Wachstum an dem Niveau von 2017 anknüpfen kann und die stabile Inflation und Wechselkursentwicklung in Vietnam anhalten werden.

Die Experten von VinaCapital erwarten einen stetigen Strom von neuen Börsennotierungen, sowohl von SOEs als auch von Privatunternehmen. Sie seien jedoch unsicher, dass ein 40-prozentiger Anstieg im VN-Index (wie in 2017) nachhaltig sei, insbesondere da ein Großteil dieses Wachstums durch eine Handvoll Large-Cap-Aktien erzielt worden sei. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis des VN-Index sei im Vergleich zu regionalen Vergleichswerten, die sich um das 18- bis 19Fache bewegen würden, kein Schnäppchen mehr, obwohl die Wachstumschancen in Vietnam insgesamt hoch seien. Man erwarte, dass der vietnamesische Aktienmarkt von dem globalen Vertrauen an den Aktienmärkten positiv beeinflusst werde.

Die Regierung habe ehrgeizige Ziele für die Privatisierung staatseigener Unternehmen für den Zeitraum 2017 bis 2020 festgelegt: Sie erwarte, dass 137 Staatsunternehmen teilweise privatisiert würden, was für die Staatskasse Einnahmen von 13 Mrd. USD oder mehr bedeuten könnte. Bedeutende Unternehmen, die in den nächsten zwei Jahren privatisiert würden, seien Vinataba, Saigon Trading, Ben Thanh Corp, Saigon Tourist, VNPT und Tochtergesellschaften von PetroVietnam. Die State Capital Investment Corporation (SCIC) sei außerdem berechtigt, ihren Anteil an mehr als 100 Unternehmen zu verkaufen, darunter die Blue Chips Bao Minh Group, Binh Minh Plastic, Military Bank, Domesco und Vinamilk.

Der Bankensektor habe an Vietnams Börsen zu den stärksten im Jahr 2017 gezählt. Die notleidenden Kredite seien auf 2,55 Prozent der gesamten ausstehenden Kredite des Bankensystems gesunken, ein starker Rückgang von 17,2% im Jahr 2012. Jüngste Gesetzesänderungen sollten der Vietnam Asset Management Company (dem Unternehmen, das geschaffen worden sei, um schlechte Schulden in das System aufzusaugen) ermöglichen, die von ihr erworbenen Vermögenswerte effektiver zu verkaufen.

Während es einige gute staatliche und private Banken gibt (die Experten von VinaCapital haben in einige wenige investiert), ist eine weitere Konsolidierung notwendig, und es bedarf einer weiteren Stärkung, um die Basel-II-Ziele zu erreichen. Darüber hinaus sei die verstärkte Beteiligung ausländischer Banken an diesem Sektor noch nicht erfolgt, obwohl die Regierung von Fall zu Fall darauf hingewiesen habe, dass sie die Grenzen für ausländischen Besitz erhöhen würde. Kurz gesagt, das kommende Jahr sollte mehr Kapitalbeschaffung bringen, um das erwartete starke Kreditwachstum zu finanzieren.

Während der Energiesektor 2017 einen bedeutenden Teil der ausländischen Direktinvestitionen auf sich vereinigt habe, würden zahlreiche andere Infrastrukturprojekte Investitionen erfordern. Die Verkehrsstaus in Hanoi und HCMC würden sich verschlechtern, und der Fortschritt der U-Bahnlinien in beiden Städten schreite im Schneckentempo voran. Um den wachsenden Tourismus zu erhalten, müssten die Flughäfen in Hanoi und insbesondere in Ho Chi Mhin City (HCMC) ausgebaut werden. Auf dem lang geplanten (und teuren) Long Thanh International Airport außerhalb von HCMC gebe es keinen nennenswerten Fortschritt. Vietnams anhaltende Attraktivität als Ziel für ausländische Direktinvestitionen hänge zum Teil von der modernen Infrastruktur ab.

Das Jahr 2017 sei auch gut für VinaCapital gewesen. Von Januar bis Ende November sei der Nettoinventarwert pro Aktie der VOF in USD um 24,3 Prozent gestiegen, wobei das Kapitalmarktportfolio im Einklang mit dem VN-Index gestiegen sei. Der Nettoinventarwert des VOF habe sich auf über 1 Mrd. USD belaufen. Im vergangenen Jahr sei der Aktienkurs des VinaCapital Vietnam Opportunity Fund (VOF) in USD um 37,6 Prozent gestiegen. Der Forum one - VCG Partners Vietnam Fund, der UCITS-konforme Fonds, sei auf USD 84 Millionen angewachsen und habe seit Jahresbeginn 32,4 Prozent erwirtschaftet.

Ende April haben die Experten von VinaCapital den Viet Nam Equity Special Access Fonds (VESAF) aufgelegt, der es Ausländern ermöglicht, in kleine und mittelgroße Unternehmen zu investieren, die nicht von ausländischen Eigentumsbeschränkungen betroffen sind. VinaLand habe mehrere Vermögenswerte verkauft, sodass es im Jahr 2017 drei Ausschüttungen an die Aktionäre habe vornehmen können. Der Aktienkurs sei in den letzten zwölf Monaten um rund 30 Prozent gestiegen.

In Bezug auf die Anlagephilosophie der Experten von VinaCapital gibt es kaum Änderungen. Die Experten würden sich weiterhin auf Unternehmen konzentrieren, die an der anhaltend starken Binnenkonsumentwicklung Vietnams teilnehmen und davon profitieren würden. Privatisierungen sind immer etwas, das sich die Experten von VinaCapital ansehen werden, aber viele der Unternehmen, die sich in diesem Prozess befinden, sind von geringerem Interesse und Bewertungen müssen sinnvoll sein.

n der Private Equity-Branche befinden wir uns derzeit in fortgeschrittenen Verhandlungen über einige Deals, die, sollten wir diese erfolgreich abschließen, werden wir dies in der ersten Hälfte des neuen Jahres bekannt gegeben (ein Nebeneffekt der lebhaften Wirtschaft ist, dass Private Equity Deals längere Verhandlungen benötigen, da die Erwartungen höher sind), so die Experten von VinaCapital.

Die Experten von VinaCapital sind typischerweise in ihrem Optimismus gegenüber den Aussichten für die Wirtschaft Vietnams vorsichtig, eine Perspektive, die sich aus ihrer jahrzehntelangen Arbeit und Investition in diesen Markt ergibt. Die Experten seien jedoch sehr ermutigt von dem, was sie in den letzten Jahren erlebt hätten. Vietnams "Goldilocks Economy" - weder zu heiß noch zu kalt, sondern genau richtig - sollte in 2018 fortdauern. (09.01.2018/fc/a/f)





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