Fondshandel: Viele Verkäufe, aber auch Neuinvestitionen


04.01.19 09:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Druck auf den Aktienmärkten bestimmt das Bild im Handel mit aktiv verwalteten Fonds, so die Deutsche Börse AG.

"Wir verbuchen bei weihnachtlich reduzierten Aktivitäten im Dezember insgesamt überwiegend Verkäufe", melde Ivo Orlemann. Niedrigere Kurse hätten Fondsanleger aber durchaus zum Einstieg genutzt. Der Händler der ICF Bank nenne als ein Beispiel den Technologiesektor, der erst gestern durch die Senkung der Umsatzprognose von Apple für das vierte Quartal 2018 in Bewegung geraten sei. Seit Anfang Dezember liege der technologielastige NASDAQ 100 fast 10 Prozent im Minus.

Produkte wie der viel umgesetzte DNB Fund - Technology (ISIN LU0302296495 / WKN A0MWAN) mit Investitionen in Technologie-, Medien- und Kommunikationsunternehmen seien in den vergangenen Wochen zwar zumeist aus den Depots genommen worden. Aber: "Nach den Kursverlusten kamen die Käufer zurück", relativiere Orlemann. Auf beiden Seiten rege gehandelt werde der Nordinternet von Amundi, der seinen Anlageschwerpunkt auf große Unternehmen der Internetbranche setze. Dazu würden Amazon, Facebook, Netflix, PayPal und Alphabet gehören. Ebenso gehe es mit dem Franklin Technology Fund sowie der Euro-Version des Fidelity Funds - Global Technology Fund (ISIN LU0099574567 / WKN 921800) hin und her.

Von Portfolios mit Medizintechnik-Unternehmen verabschiedeten sich Investoren unterm Strich, wie Orlemann feststelle. Zu den meist verkauften Werten des Sektors gehörten der Variopartner SICAV - Global Medtech Fund und der apo Medical Opportunities, die auf Monatssicht rund 10 und 8 Prozent Verluste hätten hinnehmen müssen.

Die Baader Bank melde insgesamt hohe Fonds-Umsätze, allerdings hauptsächlich auf der Verkaufsseite. Vor dem Hintergrund zunehmender politischer und wirtschaftlicher Verunsicherung verabschiedeten sich Investoren in Summe von ihren Portfolios mit deutschen Aktien, wie Anja Deisenroth-Boström informiere. Dabei spiegele die Abwärtsbewegung beim DAX von über 1.100 Punkten seit Anfang Dezember - das entspreche einem Minus von knapp 10 Prozent - die Entwicklung im Fondshandel wider. Zu den meist verkauften Produkten mit Schwerpunkt auf hiesige Bluechips zähle die Händlerin den DWS Aktienstrategie Deutschland und Mainfirst Germany Fund. Unterm Strich abgestoßen worden sei zudem der Lupus alpha Smaller German Champions, der überwiegend auf kleine und mittlere deutsche Gesellschaften setze und sich dabei an der Entwicklung von MDAX und SDAX orientiere.

Das Interesse an asiatisch geprägten Aktienfonds beschreibe die Baader Bank als durchschnittlich mit leichtem Verkaufsüberhang. Während der Comgest Growth Greater China in Summe gekauft worden sei, verabschiedeten sich Investoren von ihren Engagements im Robeco Asia-Pacific Equities, DJE - Asia High Dividend und der US-Dollar-Version des Baring Hong Kong China Fund. Die asiatischen Märkte seien stark geprägt von Meldungen zum Handelsstreit zwischen China und den USA. "Anleger halten sich deshalb seit Wochen mit Investments in diesen Märkten zurück und warten wohl auf eine endgültige Klärung dieses Konflikts", schätze Deisenroth-Boström.

Immobilienfonds würden in Orlemanns Umsatzstatistik wie gewohnt vordere Ränge belegen. Stark abgegeben würde der grundbesitz Europa. "Das könnte mit dem hohen Engagement in Großbritannien und der Unsicherheit rund um den Brexit zusammenhängen." Immerhin liege - gemessen am Fondsvermögen von gut 7 Milliarden Euro - ein Viertel des Immobilienbestands im Königreich. Anleger trennten sich zudem unterm Strich von hausinvest und Deka-Immobilien Europa (ISIN DE0009809566 / WKN 980956), die zu etwa 20 und 22 Prozent in britischen Gewerbeimmobilien investiert seien. Wenn der Preis stimme, gebe es zwischenzeitlich auch Zuspruch.

Gemischte Portfolios würden bei den Kunden der ICF Bank eine gewohnt große Rolle spielen. Viel zu tun habe Orlemann mit dem Multi Asset Defensiv (ISIN LU0323577923 / WKN A0M43U) von Floßbach von Storch, der mit einem Kaufüberhang rege in beide Richtungen gehandelt werde. Viele Verkäufer gebe es auch für den Klassiker Carmignac Patrimoine. "Hier trennten sich die meisten Anleger." Das gelte auch für den ETHNA Aktiv (ISIN LU0136412771 / WKN 764930), dessen Anteile laut Händler recht häufig zurückgingen.

Das Geschäft mit international engagierten Fonds beschreibe Deisenroth-Boström als ansehnlich, wobei sich Zu- und Abflüsse in etwa die Waage gehalten hätten. Anleger hätten in dem Segment sehr viel gelassener agiert. "Der schwache deutsche Aktienmarkt spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle", beobachte die Händlerin. Unterm Strich deckten sich die Baader Bank-Kunden mit dem Arero der Weltfonds und Dirk Müller Premiumaktien ein. Aus den Depots genommen worden seien der Morgan Stanley Global Opportunity Fund und M&G Global Themes Fund. (Ausgabe vom 03.01.2019) (04.01.2019/fc/a/f)






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