Fondshandel: Mit Tech- und Biotech-Fonds gegen den Trend


03.07.20 14:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Anders als im Vormonat fehlen derzeit die großen Trends, so die Deutsche Börse AG.

"Es herrscht 'Business as usual'", berichte Jan Duisberg von der ICF Bank. So seien die zuvor gesuchten Fonds mit Aktien von Gold- und Ölproduzenten kaum noch Thema. "Dabei gibt es weiter viel Bewegung beim Gold- und Ölpreis." Auch Technologie- und Biotech-Fonds seien nicht mehr ganz so gefragt - mit wenigen Ausnahmen.

Weiter sehr gut würden laut Duisberg etwa der Medical BioHealth von Hauck & Aufhäuser Fund Service (ISIN LU0119891520 / WKN 941135) und der DWS Artificial Intelligence ankommen. Der Medical BioHealth-Fonds wolle profitieren von Fortschritten in der Entwicklung innovativer Arzneimittel und therapeutischer Verfahren, der Entschlüsselung des Genoms sowie der Konsolidierung in der Pharmaindustrie mit Entstehung neuer Nischenplayer. Das sei bislang gut gelungen: Seit Anfang des Jahres habe der Fonds ein Plus von 11,3 Prozent erzielt, in den vergangenen drei Jahren seien es sogar 20 Prozent im Jahr gewesen. Toppositionen seien derzeit die US-Unternehmen Immunomedics, Neurocrine Biosciences, Coherus BioSciences und Esperion Therapeutics sowie Genmab aus Dänemark.

Der DWS Artificial Intelligence setze auf Unternehmen, deren Geschäft von der Entwicklung der künstlichen Intelligenz profitiere, Schwergewichte seien hier die ganz großen Player Microsoft, Tencent, Facebook, Amazon und Taiwan Semiconductor. Der Fonds sei ebenfalls sehr erfolgreich, seit Jahresanfang komme er auf ein Plus von 13,1 Prozent, auf Sicht von drei Jahren seien es 20,6 Prozent im Jahr. Die im Vormonat so beliebten Tech-Fonds BGF World Technology und Franklin Technology würden seit Jahresanfang sogar Zuwächse von 31 Prozent und 25,5 Prozent verzeichnen.

Für breiter investierende Industrieländeraktienfonds melde Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank gute, in einzelnen Gattungen größere Umsätze - bei überwiegend Abgaben. "Das Handelsvolumen trocknet langsam aus, es fehlen einfach die Impulse", erkläre die Händlerin. Außerdem mache sich jetzt das Sommerloch bemerkbar.

Anleger hätten etwa den FF European Growth mit europäischen Aktien sowie den GLS Bank Aktienfonds und den Morgan Stanley INVF Global Opportunity mit internationalen Werten gekauft. Auf den Verkaufslisten stünden hingegen der Threadneedle (Lux) European Smaller Companies, der FF European Dynamic Growth, der Unifonds, der M&G Global Basics und der Siemens Global Growth.

Ausgeglichen und mit durchschnittlichen Umsätzen präsentiere sich der Handel Deisenroth-Boström zufolge bei asiatischen Aktien. "Nach den äußerst turbulenten Börsenwochen im ersten Halbjahr gönnen sich die Fondsanleger im Bereich Hong Kong/China eine Verschnaufpause." Käufe melde die Händlerin für den Allianz Indonesia Equity und den UBS (Lux) EF China Opportunity, Verkäufe für den Templeton Asian Growth und den DWS Top Asien.

Umsatzstark würden sich auch einige Anleihefonds präsentieren, etwa der Flossbach von Storch Bond Opportunities, wie Duisberg beobachtet habe. Der investiere nicht nur in klassische Staats- und Unternehmensanleihen, sondern auch in Nullkuponanleihen, inflationsgeschützte Anleihen, variabel verzinsliche Wertpapiere, Zielfonds, Festgelder, Derivate, Zertifikate sowie sonstige strukturierte Produkte wie Aktien-, Options- oder Wandelanleihen. Seit Jahresanfang könne er immerhin mit einem Plus von 4,3 Prozent aufwarten, auf Dreijahressicht seien es 4,5 Prozent im Jahr. Das Flaggschiff von Flossbach von Storch, der Multiple Opportunities, liege im laufenden Jahr hingegen noch im Minus, auf Dreijahressicht hänge er mit 5 Prozent p.a. den Anleihefonds allerdings ab.

Viel um gehe weiter in Immobilienfonds, wie Duisberg feststelle. Sehr hohe Umsätze verzeichne der SEB ImmoInvest, der sich in Abwicklung befinde und zuletzt eine weitere Ausschüttung vorgenommen habe. Ebenfalls umsatzstark würden sich weiter der Fokus Wohnen Deutschland sowie der Grundbesitz Global und der Grundbesitz Europa präsentieren.

Der Fokus Wohnen Deutschland mit Anlageschwerpunkt deutsche Wohnimmobilien habe sogar das Vorkrisenniveau schon wieder überschritten. "Der ist aus der Krise gestärkt hervorgegangen", bemerke Duisberg. Die beiden Grundbesitz-Immobilienfonds der DWS Grundbesitz GmbH hätten sich zwar auch deutlich erholt, der Kurs liege aber immer noch unter dem Niveau vor Corona. Zumindest ein bisschen liquider sei Duisberg zufolge der in der Vergangenheit kaum gehandelte Wertgrund WohnSelect. (03.07.2020/fc/a/f)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
622,949 € 618,039 € 4,91 € +0,79% 14.08./19:59
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0119891520 941135 689,50 € 401,32 €
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