Fondshandel: Eher Defensives gefragt


10.09.18 10:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Türkei-Krise und purzelnde Kurse an den Börsen vieler Schwellenländer belasten auch die europäischen Märkte, so die Deutsche Börse AG.

"Die Schere zu den USA weitet sich", kommentiere Jan Duisberg von der ICF Bank. Nach dem Anstieg auf über 12.500 Punkte Ende August gehe es seit Anfang September nach unten am deutschen Aktienmarkt: Am letzten Donnerstag sei der DAX sogar erstmals seit fünf Monaten kurzzeitig wieder unter die 12.000 Punkte-Marke gefallen, am Mittag seien es wieder 12.051 Zähler gewesen. In den USA hätten S&P 500 und NASDAQ 100 Ende August sogar neue Allzeithochs erreicht, derzeit würden sie knapp darunter notieren.

Fondsanleger würden derzeit die Füße still halten, die Verkäufe würden überwiegen - aber nicht im großen Stil. Nur ausgewählte Fonds fänden Zuspruch, wegen des "Risk-Off"-Modus gerne auch defensivere. Laut Matthias Präger von der Baader Bank trennten sich Anleger zum Beispiel vom DWS Aktien Strategie Deutschland, vom Baring German Growth Trust und vom BCDI-Aktienfonds, einem internationaler Aktienfond der Fondsgesellschaft IPConcept. Zugegriffen werde lediglich beim Comgest Growth Europe Opportunities, Morgan Stanley Global Opportunity und MainFirst Global Equities (ISIN LU0864709349 / WKN A1KCCM).

Beliebt sei Duisberg zufolge auch der Apus Capital ReValue, ein internationaler Aktienfonds mit Schwerpunkt Europa. Aktuell setze der Fonds vor allem auf Technologiewerte wie Software AG, ASML und Suess Microtec, habe seit Jahresanfang aber trotzdem 6,7 Prozent an Wert verloren. Auf Sicht von drei Jahren stehe aber immer noch ein Plus von 14,5 Prozent im Jahr zu Buche.

Die Unruhe, die seit einigen Tagen um die Schwellenländer herrsche, habe sich im Fondshandel nicht niedergeschlagen. "Asiatische Aktien interessieren derzeit kaum jemanden", melde Präger. Von Verkäufen im kleineren Umfang berichte er für den Templeton Asian Growth und den Fidelity Funds Pacific. Gut ankomme noch der Schroder ISF Asian Dividend Maximiser. Derzeit würden Anleger von asiatischen Aktien starke Nerven brauchen: So habe etwa der Templeton Asian Growth seit Jahresanfang 9 Prozent an Wert verloren. Allerdings komme er auf Sicht von drei Jahren immer noch auf ein Plus von 8,5 Prozent im Jahr.

Auch Minenfonds fänden derzeit kaum Interessenten. Minenaktien würden schwächeln, die Industriemetallpreise hätten seit Juni deutlich verloren, trotz unsicherer Zeiten sei der Goldpreis nicht gestiegen. Anleger verabschiedeten sich vom BlackRock Global Funds World Mining In Euro (ISIN LU0172157280 / WKN A0BMAR) und US-Dollar (ISIN LU0075056555 / WKN 986982), wie Präger berichte, "allerdings auf sehr niedrigem Niveau".

Durchaus wieder höhere Umsätze- und zwar in beide Richtungen - würden Duisberg zufolge der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (ISIN DE000A0M8HD2 / WKN A0M8HD), ein Mischfonds mit dem Schwerpunkt internationale Aktien, und der Carmignac Patrimoine verzeichnen, das Flaggschiff unter den Mischfonds. "Solche Fonds geraten wieder mehr in den Fokus, wenn es an der Börse nicht mehr so läuft", meine der Händler.

Bei der Baader Bank stehe der easyfolio 70 auf den Abgabelisten, ein Mischfonds mit einem 70 Prozent-Aktienanteil. Der ETF-Dachfonds werde vom Robo Advisor easyfolio angeboten, zu dessen Produktpalette außerdem noch die defensiveren Fonds easyfolio 30 und easyfolio 50 gehören würden. Die Zahl beziehe sich dabei auf den jeweiligen prozentualen Aktienanteil am Fonds, der Rest fließe in Staats- und Unternehmensanleihen.

Unterdessen komme der Weltzins-Invest gut an, wie Duisberg berichte, ein international anlegender Rentenfonds. Der investiere schwerpunktmäßig in globale Anleihen in Lokalwährungen. Durch den Fokus auf Schwellenländertitel seien Anlagen auch unterhalb des Investmentgrade-Ratings möglich, sofern das Fondsmanagement diese als aussichtsreich bewerte.

Wie immer rege Umsätze in beide Richtungen beobachte Duisberg bei Immobilienfonds, allen voran dem Deka Immobilien Europa (ISIN DE0009809566 / WKN 980956) und hausInvest. In den vergangenen Tagen habe auch das Handelsaufkommen im UniImmo Deutschland (ISIN DE0009805507 / WKN 980550) angezogen, wie Duisberg feststelle. Weiter hohe Umsätze melde er außerdem für den Fokus Wohnen Deutschland. "Da haben wir jetzt immer ein gut gefülltes Orderbuch." (Ausgabe vom 06.09.2018) (10.09.2018/fc/a/f)





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