Fondshandel: Anleger setzen auf die Zukunft


05.10.18 09:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der großzügige italienische Haushalt, schwierige Brexit-Verhandlungen, Handelsstreit insbesondere zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie die immer mal wieder thematisierten Probleme in der Türkei und Argentinien bestimmen laut Händler das Bild im Geschäft mit aktiv verwalteten Fonds, so die Deutsche Börse AG.

Anleger hielten sich zurück, wie Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank berichte. Die allgemein vorhandene Unsicherheit am Markt werde zwar von kurzen optimistischeren Phasen unterbrochen. Übergeordnet bewege sich der Deutsche Aktienindex nach wie vor in einem Seitwärtsband zwischen 11.800 Punkten und 12.450 Punkten. Um in größerem Stil einzusteigen sei die aktuelle Lage für viele Investoren einfach zu unübersichtlich.

Kaufinteresse mache Deisenroth-Boström an deutschen Bluechips im Fondak und am GAM German Focus Equity (ISIN LU0048167497 / WKN 973020) aus. Europäische Werte im Amundi Funds II - European Equity Target Income seien per Saldo raus gegangen.

International aufgestellte Publikumsfonds wie der DWS Top Dividende kämen bei den Baader Bank-Kunden auf beiden Seiten verstärkt zum Tragen. Gleichzeitig deckten sich Anleger mit dem Arero der Weltfonds zumeist ein. "Beide sind US-Dollar-lastig", begründe die Händlerin das Interesse.

Überwiegend in den Depots lande der in Euro geführte Pictet - Global Megatrend Selection, der mindestens zwei Drittel des Fondsvermögens in Aktien von Unternehmen investiere, die aller Voraussicht nach weltweit von globalen Megatrends profitieren würden. Dabei könne das Fondsmanagement eigenen Angaben zufolge bis zu 30 Prozent des Nettovermögens in China A Aktien anlegen. Käufer des ebenfalls zumeist gefragten Deka-Industrie 4.0 (ISIN LU1508359509 / WKN DK2J9F) setzten auf potenzielle Profiteure der vierten Industriellen Revolution, die mit dem Begriff Industrie 4.0 einhergehe.

Immobilienfonds würden bei der ICF Bank zu den meist gehandelten Produkten gehören, wie Jan Duisberg berichte. Anders als gewohnt verbuche der Fonds-Spezialist bei einigen Portfolios mit globaler und europäischer Ausrichtung deutlichen Verkaufsdruck. Etwa verabschiedeten sich Anleger in Summer von ihren grundbesitz global-, grundbesitz europa-, Deka-Immobilien global- (ISIN DE0007483612 / WKN 748361) und Deka-Immobilien Europa-Positionen. Mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Zu- und Abflüssen tanze der beliebte hausInvest aus der Reihe.

Einen aufwertenden US-Dollar mache Duisberg unter anderem für die starken Abflüsse etwa aus dem BGF Latin America Fund mitverantwortlich, der mindestens 70 Prozent seines Gesamtvermögens in Aktien von in Lateinamerika ansässigen Unternehmen investiere. "Die Verkaufswelle wurde gestern durch Äußerungen von Jerome Powell über eine möglicherweise höhere Schlagzahl steigender Zinsen verstärkt", beobachte der Händler. Der US-Notenbank-Chef habe anhaltend robuste Konjunkturdaten zum Anlass genommen, Leitzinsen über das sogenannte neutrale Niveau von etwa 3 Prozent zu einem früher als geplanten Zeitpunkt in Aussicht zu stellen.

Neben Zinserhöhungen in den Vereinigten Staaten hätten in US-Dollar verschuldeten Ländern - dazu würden Brasilien, Argentinien, aber auch die Türkei gehören - seit einem halben Jahr stetig steigende Rohölpreise zunehmend Kopfscherzen bereitet. Denn auch Öl werde in US-Dollar gehandelt.

Zu den Umsatzspitzenreitern im Bereich global engagierter Aktien- und Mischfonds gehörten bei der ICF Bank der DB Platinum PWM CROCI Multi Fund (ISIN LU0354453234 / WKN A0NHGK) und Acatis - Gane Value Event Fonds. Bei beiden dominierten die Abgaben. Duisberg vermute im Abbau von Positionen einen Zusammenhang mit den Entwicklungen am US-Aktienmarkt verglichen mit dem Rest der Welt. "In den Vereinigten Staaten geht es stets nach oben, Aktienbörsen anderswo stagnieren oder fallen." In wieweit und wann sich die mittlerweile große Lücke wieder schließen werde, sei offen. Duisberg sehe zwei Möglichkeiten: "Entweder holen die anderen Märkte auf oder US-Aktien kommen runter." (Ausgabe vom 04.10.2018) (05.10.2018/fc/a/f)





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