First Private Wealth-Fonds: Corona-Virus - Langfristige Chancen auf Nachholeffekte


12.03.20 10:30
First Private IM

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Das Corona-Virus hat nun auch die globalen Finanzmärkte infiziert, so die Experten von First Private Investment Management.

Die Börsen hätten diese Woche einen schwarzen Montag, der Ölpreis seinen stärksten Tagesrückgang seit dem Golfkrieg 1991 erlebt. Zum Zeitpunkt des Virus-Ausbruchs sei die Weltkonjunktur nach einer Abkühlung im vergangenen Jahr eigentlich auf dem Weg der zyklischen Erholung gewesen: Die konjunkturellen Daten seien im Februar weitgehend robust gewesen. Der nationale Einkaufsmanager-Index in den USA, die Arbeitsmarktdaten und die Aktivität im Immobilienmarkt hätten sich positiv entwickelt. Der vom COVID-19-Virus ausgelöste freie Fall der chinesischen Frühindikatoren sei in der Umfrage des ifo-Instituts und für die Daten der Euro-Zone noch nicht ins Gewicht gefallen. Die März-Zahlen würden jedoch zeigen: All diese Daten seien nun Makulatur und das zarte Pflänzchen Konjunkturerholung, das in den vergangenen Monaten habe wachsen können, müsse ad acta gelegt werden.

Die Unsicherheit sei dementsprechend groß. Mit Blick auf die pandemische Ausbreitung des Virus erwarte Richard Zellmann, Geschäftsführer von First Private Investment Management, in den kommenden Wochen jedoch die folgenden makroökonomischen Entwicklungen:

1. Negative Nachrichtenlage belaste das Konsumentenvertrauen weltweit

In den kommenden Wochen werde das Konsumentenvertrauen weltweit leiden. Insbesondere in den USA würden die Verluste am Aktienmarkt spürbar werden. Nicht nur psychologische Belastungen, auch faktische Angebotsengpässe würden in der Industrie ihre Spuren hinterlassen. Die Nachrichtenlage werde also zunächst negativ bleiben.

Die gute Nachricht: Die konjunkturelle Abkühlung beginne nicht am Peak eines Konjunkturzyklus, sondern habe schon vorher eingesetzt, sodass sich die Märkte mit diesem Szenario bereits hätten auseinander setzen müssen. Eine Rezession sei zwar nun kaum noch zu verhindern, die Tiefe des Einschnitts bleibe jedoch offen.

2. Aktives Gegensteuern durch expansive Fiskal- und Geldpolitik

Es würden sowohl von fiskal-, als auch von geldpolitischer Seite signifikant expansive Impulse gesetzt werden. China habe bereits fiskalisch vorgelegt. Die US-Notenbank habe mit der ersten deutlichen Zinssenkung um 0,5 Prozent reagiert. Weitere Zentralbanken würden folgen - und dabei einmal mehr auch zu unkonventionellen Maßnahmen greifen. Damit würden Angebotsengpässe beziehungsweise Lücken in den Lieferketten zwar nicht zu kompensieren sein. Die Maßnahmen würden aber umso wichtiger, je bedeutender das Risiko eines nachgelagerten Credit Crunch sei.

3. Ölpreis-Sturz sei Risiko für US-High-Yield-Anleihen

Der Einbruch des Ölpreises von über 30 Prozent werde langfristig wirken und realwirtschaftliche Auswirkungen auf viele ölproduzierende Schwellenländer und Ölfirmen haben. Hinzu komme, dass der US-High-Yield-Anleihemarkt von Energieunternehmen dominiert werde. Viele der betroffenen Unternehmen könnten beim derzeitigen Ölpreis in Konkurs gehen. Eine Kettenreaktion im Bereich Corporate Credit sei derzeit noch nicht auszuschließen.

Doch auch hier eine gute Nachricht: Der markante Rückgang beim Ölpreis werde auf mittlere Sicht allerdings auch konjunkturstabilisierend wirken.

Zellmann weiter: "Für einige der aktuellen Fragestellungen gibt es keine schnellen Lösungen. Die Volatilität wird für eine Weile unüblich hoch bleiben. Zudem ist aktuell entscheidend, die Risiken einer Liquiditätskrise genau zu beobachten. Alle eingeleiteten oder noch zu veranlassenden Maßnahmen werden jedoch mittelfristig einen deutlichen Konjunkturimpuls auslösen, der aus der Rezession herausführt. Märkte und Aktienmärkte nehmen Rezessionen mit hoher Geschwindigkeit vorweg, um dann in eine breit angelegte Erholungsphase zu münden. Bei Überwindung der Virus-Krise wird es deshalb Nachholeffekte geben, die einen Teil des Rückschlags kompensieren dürften."

Bei First Private habe sich das Gros der Aktienstrategien im Drawdown besser halten können als die jeweiligen Benchmarks. In diesem Bereich plane First Private keine wesentlichen Anpassungen, sondern halte nach möglichen Opportunitäten Ausschau. "Mittel- bis langfristig sollten sich aus der erhöhten Volatilität einige Potenziale für Faktor-Outperformance ergeben, beispielsweise im zuletzt schwächeren Dividendenbereich", so Zellmann.

In den Multi-Strategy-Portfolios, wie etwa dem First Private Wealth, seien die bisherigen Abschläge wesentlich auf die offenen Aktien-Exposures zurückzuführen. In den Portfolios seien in den letzten Tagen Positionen in sensitiven Alpha-Strategien reduziert worden, die von einer möglichen Liquiditätskrise betroffen wären. Viele der verlustreichen Strategiepositionen sollten Übertreibungen sein und sich als solche wieder erholen. (Ausgabe vom 11.03.2020) (12.03.2020/fc/a/f)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
54,75 € 54,34 € 0,41 € +0,75% 07.04./14:45
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A0KFTH1 A0KFTH 72,90 € 54,34 €