Fidelity Global Financial Services Fund: Finanzunternehmen bleiben attraktiv - Fondsanalyse


07.11.17 10:00
Fidelity International

Kronberg im Taunus (www.fondscheck.de) - Sotiris Boutsis, Manager des 1,2 Mrd. Euro schweren Fidelity Global Financial Services Fund bei Fidelity International, kommentiert den globalen Markt für Finanzunternehmen.

Die USA könnten im Finanzbereich vor einer Deregulierung und Lockerung des bestehenden Regulierungsrahmens stehen. So scheine das US-Finanzministerium bestehende Bestimmungen wie beispielsweise die Volcker-Regel weniger streng auslegen zu wollen. US-Banken könnte das zu besserer Kapitalausstattung und verbesserten Aufwands-Ertragsquoten verhelfen.

Auch die Versicherer in den USA scheinen wieder interessante Investments - insbesondere die Kfz-Versicherer, so die Experten von Fidelity International. Denn nach längerer Verluststrecke würden hier inzwischen wieder die Prämien aufgrund von einer erhöhten Anzahl von Schadensfällen steigen. Zudem hätten die letzten Hurrikans dramatische Verwüstungen angerichtet und damit den Ausblick für die Rückversicherungsprämien aufgehellt. Seit Jahresbeginn würden sich die Katastrophenschäden auf rund 100 Milliarden US-Dollar summieren und damit die Prämieneinnahmen der Versicherer übersteigen. Das werde vermutlich zu einer gewissen Marktbereinigung und höheren Rückversicherungsprämien führen.

In Europa würden sich attraktive Anlagechancen durch die unterschiedlich hohen Renditeniveaus dies- und jenseits des Atlantiks bieten. Das dürfte die Inflationserwartungen wieder anfachen, während die Europäische Zentralbank (EZB) zugleich die geldpolitischen Zügel etwas straffe. Für europäische Renditetitel stimme das zuversichtlich. Mehr Transparenz in Sachen Basel IV könnte die Stimmung zusätzlich heben. Beim Basel-Regelwerk lasse der Eifer der Politiker spürbar nach, denen es schwerfalle sicherzustellen, dass Banken trotz Negativzinsen und strenger Regulierung weiter Kredite vergeben würden. Südeuropäische Geldhäuser würden daher von steigenden Zinsen und von positiven Entwicklungen im Management profitieren, die in den aktuellen Kursen noch nicht eingepreist seien.

Bei britischen Aktien seien Unsicherheiten durch den Brexit allgegenwärtig, aber in den Kursen weitgehend berücksichtigt. Etliche Banken hätten sich ihrer Altlasten nahezu entledigt und den Spielraum zur weiteren Optimierung ihrer Kapital- und Finanzierungsstruktur noch nicht gänzlich ausgeschöpft. Aus der Versicherungsbranche würden Wachstumsunternehmen aus den Spezial- und Cyber-Versicherungssparten herausstechen.

Von der Öffnung des chinesischen Versicherungsmarktes würden nicht nur ausländische Anbieter, sondern auch Konzerne aus der Region profitieren. Insgesamt sei den Regierungen in Asien sehr daran gelegen, die Versicherungslücke in ihren Ländern zu schließen. Überdies würden etliche Länder Auftrieb durch eine stärkere Konjunkturdynamik verspüren. Ein gutes Beispiel sei Thailand: Mit seinem hohen Leistungsbilanzüberschuss sei es dem Land gelungen, die Wirtschaft zu stabilisieren. Geplante zusätzliche Infrastrukturausgaben sollten den Konjunkturmotor weiter ankurbeln.

Auch Banken aus Korea würden interessant bleiben. Einige Kreditinstitute hätten ihre Bilanz saniert und bei den Margen noch Luft nach oben angesichts möglicher Änderungen im Produkt-Mix und zu erwartender Zinserhöhungen. Interessant seien auch koreanische Versicherungen. Bis vor kurzem seien sie gezwungen gewesen, die Prämien für bestimmte Leistungen stabil zu halten. Nun aber dürften sie die Preise anheben, während die Regierung zugleich Maßnahmen ergreife, um ihnen bei der Finanzierung einer höheren Versicherungsdeckung zu helfen. (Ausgabe vom 06.11.2017) (07.11.2017/fc/a/f)





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