Fidelity Fund Asian Special Situations: Was für asiatische Aktien spricht - Fondsanalyse


03.10.17 12:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Asiatische Aktien sind derzeit besonders attraktiv. Davon ist Suranjan Mukherjee überzeugt, Manager des gut zwei Milliarden Euro schweren Fidelity Fund Asian Special Situations, so die Experten von "FONDS professionell".

Nun dürfe man bei einem Manager eines solchen Fonds einen gewissen Grundoptimismus für asiatische Aktien unterstellen, doch Mukherjee nenne während eines Pressegespräches in Frankfurt einige gute Argumente.

In diesem Jahr liege der MSCI Asia ex Japan klar vor dem weltweiten Index MSCI All Country World, nachdem er sechs Jahre lang deutlich schlechter abgeschnitten habe. Gehe Mukherjees Rechnung auf, dürfte die Zeit der Outperformance noch eine Weile lang andauern.

Der Fidelity-Manager mache die Attraktivität eines Marktes an drei Elementen fest: den Fundamentaldaten, der Bewertung und der Anlegerstimmung (Sentiment). Die Fundamentaldaten hätten in Asien lange Zeit nicht besonders gut ausgesehen. Das Wachstum schwäche sich ab, die Analysten hätten ihre Gewinnschätzungen immer weiter nach unten anpassen müssen - das komme an der Börse gar nicht gut an. In jüngster Zeit jedoch seien die Geschäftszahlen der Unternehmen deutlich besser ausgefallen als erwartet, und das erstmals seit sieben Jahren.

Für asiatische Aktien spreche auch die günstige Bewertung: Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis seien sie rund 20 Prozent billiger als der weltweite Durchschnitt, gemessen am Kurs-Buchwert-Verhältnis sogar 30 Prozent. Die Anlegerstimmung dagegen sei recht schlecht: Jahrelang hätten Investoren Geld aus Asienfonds abgezogen, erst seit einigen Monaten stünden unter dem Strich leichte Zuflüsse. "Die Kombination aus sich verbessernden Fundamentaldaten, einer günstigen Bewertung und dem noch schlechten Sentiment spricht dafür, dass ein attraktiver Zeitpunkt gekommen ist, um in asiatische Aktien zu investieren", so Mukherjee.

In seinem Fonds vertraue der Manager freilich nicht auf das große Ganze, sondern er verstehe sich als "Stockpicker". Um das riesige Universum einzugrenzen, konzentriere er sich auf Unternehmen, die er in eine von drei Schubladen packen könne. Zum einen finde er Aktien von Firmen interessant, die in der Restrukturierung stecken würden: Die Fundamentaldaten würden schlecht aussehen, aber der Turnaround zeichne sich schon ab. "Solche Titel sind mit Blick auf das Chance-Risiko-Verhältnis sehr attraktiv", so Mukherjee.

Spannend finde er auch Unternehmen, die es verstünden, in bislang unterbesetzen Märkten schnell zu expandieren. "Solche ungesättigten Märkte gibt es in Asien zuhauf", so Mukherjee. "Egal ob Versicherungen, Gesundheitswesen, Tourismus oder Bildung - die potenzielle Nachfrage nach entsprechenden Dienstleistungen übersteigt in vielen Ländern das Angebot bei weitem." Als Beispiel nenne er die Bank Central Asia, die ihr Geschäft in Indonesien Jahr für Jahr um fast 20 Prozent steigern könne und dabei hoch profitabel bleibe.

Die dritte Schublade sei für Weltmarktführer reserviert, die ihre Produkte international vertreiben würden. "Die spannende Frage ist bei diesen Unternehmen immer, ob sie es schaffen, ihre Marktführerschaft aufrechtzuerhalten", so der Fidelity-Manager. Als Beispiel nenne er den Halbleiterkonzern Taiwan Semiconductor Manufacturing, dem dieses Kunststück seit vielen Jahren gelinge.

In den vergangenen Jahren sei Mukherjee mit seinem Ansatz offensichtlich erfolgreich gewesen. Der Fidelity Asian Special Situations, den er im Juli 2012 übernommen habe, bekomme bei den großen Ratingagenturen Bestnoten. Auch der Kölner Dachfondspionier Sauren könne Mukherjee einiges abgewinnen: Er habe den Manager jüngst mit zwei Goldmedaillen ausgezeichnet. (Analyse vom 02.10.2017) (03.10.2017/fc/a/f)





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