Ethna-Fonds: Never catch a falling knife? Fondsanalyse


04.11.20 09:30
ETHENEA

Munsbach (www.fondscheck.de) - Die Warnung vor dem Griff ins fallende Messer zählt zu den bekanntesten Börsenweisheiten, so Christian Schmitt, CFA bei ETHENEA im Kommentar zum Ethna-DEFENSIV, Ethna-AKTIV und Ethna-DYNAMISCH.

Wer die Regel dieses Jahr beherzigt habe, habe beispielsweise das Wirecard-Debakel teilnahmslos von der Seitenlinie beobachten können. Auf der anderen Seite stünden jedoch zahlreiche verpasste Einstiegschancen in attraktive Aktien, die seit den Turbulenzen im Frühjahr die Wende nach oben geschafft hätten. Welchen Mehrwert biete die genannte Börsenweisheit also generell? Und wie verhalte man sich künftig geschickt, wenn die Kurse nochmals fallen sollten?

Lassen Sie uns mit einer kurzen, humorvollen Geschichte einsteigen: Beim jährlichen Kochevent des Börsenclubs fällt aus Versehen ein schweres und scharfes Küchenmesser von der Arbeitsplatte und steuert geradewegs auf den Fuß eines Teilnehmers zu, so die Experten von ETHENEA. Ein danebenstehender technischer Analyst beobachte das Geschehen und wolle geistesgegenwärtig nach dem Messer greifen, ziehe dann jedoch in letzter Sekunde die Hand wieder zurück. Für den Fuß seines Nachbarn, ein klassischer Value-Investor, habe das unangenehme Konsequenzen. Nach einem lauten Schmerzensschrei raune dieser seinen Nachbarn an, warum er das Messer nicht aufgehalten habe. Der technische Analyst verweise abgebrüht auf eines seiner Prinzipien: "Greife niemals in ein fallendes Messer!" Umso erstaunter frage er den Value-Investoren zurück, warum dieser nicht einfach seinen Fuß weggezogen habe. Dieser erwidere nur: "Ich hätte nie gedacht, dass das Messer so tief fällt."

Anhand dieser Pointe werde nachvollziehbar, warum der Vergleich fallender Kurse mit dem Bild des fallenden Messers hinke. Was beim fallenden Küchenmesser sehr anschaulich wirke und physikalisch sowohl durch das Newtonsche Gravitationsgesetz als auch durch die allgemeine Relativitätstheorie bis ins kleinste Detail beschrieben werden könne, habe bis dato weder von Isaac Newton noch von Albert Einstein oder anderen klugen Köpfen in halbwegs praxistauglichen Formeln für fallende Kurse ausgedrückt werden können. Ganz im Gegenteil. So sei über Isaac Newton überliefert, dass er große Teile seines Vermögens durch Spekulationen an der Börse verloren habe. Seine Resignation gegenüber den Kapitalmärkten habe dabei Ausdruck in folgendem Zitat gefunden: "Ich kann zwar die Bahn der Gestirne auf Zentimeter und Sekunden genau berechnen, aber nicht, wohin eine verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann."

Wie gefährlich sei nun das fallende Messer am Aktienmarkt? Wie so oft im Leben gelte auch hier: Es hänge von den Umständen ab. Bei einer einzelnen Aktie sei grundsätzlich alles möglich, wie zuletzt das Beispiel des ehemaligen deutschen DAX-Konzerns Wirecard eindrucksvoll belegt habe. Diese Erfahrung habe auch Isaac Newton zu seiner Aussage bewegt. Tatsächlich würden regelmäßig Einzelaktien wie ein Küchenmesser auf dem Boden aufschlagen und jegliche Fangversuche auf dem Weg Richtung Null würden zwangsläufig blutig enden. Die bereits zurückgelegte Fallhöhe sei dabei unerheblich. Auch wenn bereits ein Minus von 98% zu Buche stehe, verliere ein neu einsteigender Käufer auf dem Weg zu -99% die Hälfte seines Investments. Dennoch könne die Wahrscheinlichkeit eines Totalausfalls oder übermäßiger Kursrückgänge effektiv minimiert werden. Eine gesunde Bilanz, ein stabiles Geschäftsmodell, ein bereits vorhandener Erfolgsnachweis und eine nachvollziehbare Bewertung seien wichtige Kriterien zur Risikoeinschätzung. Abgesehen davon gebe es einen übergeordneten Ratschlag, dessen Bedeutung beim Investieren gar nicht überschätzt werden könne: Diversifikation. Ein durchdacht diversifiziertes Portfolio könne einige Turbulenzen abfedern. Und damit kommen wir von der kleinen wirtschaftlichen Einheit, dem einzelnen Unternehmen, zur großen wirtschaftlichen Einheit, dem Gesamtmarkt, so die Experten von ETHENEA.

Der gesamte Aktienmarkt, insbesondere auf globaler Ebene, könne als gut diversifiziertes Aktienportfolio angesehen werden. Rückblickend habe dieser schon viele Krisen kommen und gehen sehen. Das Messer sei sozusagen schon oft im freien Fall gewesen, habe aber jedes Mal die Wende geschafft. Seien die Gravitationsgesetze dort also außer Kraft gesetzt? Ganz im Gegenteil: Sie würden wirken! Jedoch seien sie an den Aktienmärkten besser als "mean-reversion" bekannt - auf Deutsch "Rückkehr zum Mittelwert". Der Mittelwert beziehe sich dabei auf einen inneren oder tatsächlichen Wert, sei aber zum Zeitpunkt der Kursfeststellung aufgrund vielfältiger politischer und ökonomischer Unsicherheiten unbekannt. Fest stehe aber, dass dieser Wert immer deutlich größer als Null sein werde. Und damit steige mit jedem Prozent Kursrückgang am globalen Aktienmarkt die Wahrscheinlichkeit, dass man auf mittlere Sicht wieder einen attraktiven Kursgewinn vereinnahmen könne.

In vergleichsweise ruhigen Zeiten an den Kapitalmärkten erfahre das "mean-reversion"-Prinzip auch wenig Widerspruch. Aber wehe man begleitet den freien Fall selbst schon eine Weile lang mit eigenem Geld. Die Anlegerpsychologie sei mittlerweile ein sehr gut erforschtes Gebiet, und Unbehagen sei eine milde Beschreibung für das, was die menschliche Psyche in Phasen erhöhter Volatilität an den Aktienmärkten aushalten müsse. "Kaufen, wenn die Kanonen donnern!" oder "Gierig werden, wenn andere Angst haben!" seien anerkannte Argumente für den lohnenden Griff ins fallende Messer. Aber offensichtlich sei dies leichter gesagt als (im richtigen Moment) getan.

Vorsorge sei besser als Nachsorge. Vor diesem Hintergrund würden die Experten von ETHENEA im Hause ETHENEA mit den drei Ethna-Funds den jeweils passenden Mischfonds für die drei grundlegenden Risikoprofile von Anlegern anbieten.

Investoren des Ethna-DEFENSIV sollten sich gar keine Sorgen über fallende Messer am Aktienmarkt machen müssen. Sie würden die hohe Beständigkeit bevorzugen, die von festverzinslichen Anlagen ausgehe.

Dies gelte in abgemilderter Form auch für die breite Anlegergruppe des Ethna-AKTIV. Anleger unseres Flaggschifffonds sind sich zwar bewusst, dass signifikante Anteile des Fondsvermögens phasenweise auch an den renditestarken Aktienmärkten investiert werden, so die Experten von ETHENEA. Im Idealfall möchten sie aber keine allzu große Notiz von den immanenten Wertschwankungen dieser volatilen Anlageklasse nehmen.

Am aktienaffinsten seien die Kunden des Ethna-DYNAMISCH. Dieser im Jahr 2009 aufgelegte vermögensverwaltende Fonds biete einen risikokontrollierten Zugang zu den globalen Aktienmärkten an und setze entsprechend dort die Schwerpunkte. Die Anleger des Ethna-DYNAMISCH würden ein gutes Verständnis für die möglichen Chancen an den Aktienmärkten mitbringen, hätten zugleich aber auch Respekt vor den mitunter heftigen Kursverlusten. Die Entscheidung, bei welchem Messer es sich eventuell lohne, die Hand auszustrecken, würden sie den erfahrenen Experten bei ETHENEA überlassen. (Ausgabe 11 vom November 2020) (04.11.2020/fc/a/f)





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