Ethna-DEFENSIV-Fonds: 10/2021-Bericht, auf kapitalstarke Unternehmen setzen - Fondsanalyse


04.11.21 12:30
ETHENEA

Munsbach (www.fondscheck.de) - "I do think it's time to taper; I don't think it's time to raise rates" - mit dieser Aussage hat Jerome Powell im Oktober nochmals deutlich gemacht, welchen geldpolitischen Pfad die FED einschlagen wird, so die Experten von ETHENEA im Kommentar zum Ethna-DEFENSIV (ISIN LU0279509904 / WKN A0LF5Y, A; ISIN LU0279509144 / WKN A0LF5X, T).

Aller Voraussicht nach werde die US-Notenbank am 3. November das Tapering, also die Drosselung der monatlichen Staatsanleihenkäufe von derzeit 120 Mrd. US-Dollar, offiziell ankündigen. Gleichzeitig habe Powell immer wieder betont, dass es für eine Erhöhung der Zinsen noch zu früh sei. Der Markt sehe das allerdings etwas anders. Die Eurodollar-Futures würden drei Zinsanstiege bereits für September 2022 und zwei weitere für 2023, auf dann 1,5 Prozent, einpreisen.

Auch im Euroraum würden Anleger an ihren Wetten festhalten, dass die EZB aufgrund des anhaltenden Inflationsdrucks die Zinssätze im kommenden Jahr mindestens einmal anheben werde. Das würde einen dramatischen Wechsel von der ultralockeren Geldpolitik bedeuten, sei nach Meinung der Experten von ETHENEA aber äußerst unwahrscheinlich. Das Pandemie-Notfallankaufprogramm (PEPP) laufe im März 2022 offiziell aus und die EZB werde dieses wohl über den März hinaus langsam auslaufen lassen, beispielsweise in Form einer PEPP-Brückenfinanzierung oder einer Aufstockung des regulären Anleihenkaufprogramms (APP), um dann frühestens 2023 die Zinsen erstmals anzuheben. Als Negativszenario bleibe aber eine deutlich höher als erwartete Inflation, welche die EZB zu einer vorzeitigen Zinserhöhung zwingen würde.

Es bleibe abzuwarten, ob der Markt oder die Notenbanken Recht behalten würden. Fest stehe, dass die hohen Inflationsraten und besonders die gestiegenen Kosten von Vorprodukten und Energie einigen Unternehmen weiterhin zu schaffen machen würden. Die Preise für importierte Waren seien im Oktober in Deutschland so stark gestiegen wie seit 1981 nicht mehr; insbesondere Holz und Stahl seien deutlich teurer geworden. Das drücke auf die Margen und bereite besonders jenen Unternehmen Kopfschmerzen, welche in wettbewerbsintensiven Märkten operieren und Preissteigerungen nicht problemlos an die Kunden weitergeben könnten.

Die Experten von ETHENEA würden im Ethna-DEFENSIV daher auch weiterhin auf kapitalstarke Unternehmen setzen, welche aufgrund ihrer Marktposition gestiegene Rohstoffpreise gut in höhere Preise für ihre Produkte ummünzen und vorübergehende Durststrecken aufgrund von Lieferengpässen problemlos überbrücken könnten.

Der Ethna-DEFENSIV habe vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheit an den Anleihenmärkten und der leichten Renditeanstiege im Oktober (10-jährige Bundesanleihen von 0,20% auf -0,10% und US-Treasuries von 1,49% auf 1,60%) an der Strategie, die Duration unter 2 zu belassen, festgehalten. Die Absicherungen in Form von Futures hätten die Renditeanstiege in Euro und US-Dollar zum Teil, wenn auch nicht vollständig, abfedern können. An der Aktienquote von 10% hätten die Experten von ETHENEA ebenfalls festgehalten, was zu einem positiven Performance-Beitrag von 0,43% geführt habe. Nach der Reduzierung im September hätten die Experten von ETHENEA die Goldposition komplett abgebaut, da der Trend steigender Renditen das Edelmetall belaste. Insgesamt habe der Ethna-DEFENSIV (T-Klasse) im Oktober eine leicht negative Performance von -0,12% hingelegt, was vor dem Hintergrund der gestiegenen Renditen ein durchaus ansehnliches Ergebnis für einen defensiven Mischfonds wie den Ethna-DEFENSIV sei. Auf Jahressicht liege der Fonds damit 1,08% im Plus. (Ausgabe 11 vom November 2021) (04.11.2021/fc/a/f)





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