Ethna-DEFENSIV-Fonds: 10/2020-Bericht, Volatilität an den Märkten bleibt hoch - Fondsanalyse


06.11.20 09:35
ETHENEA

Munsbach (www.fondscheck.de) - Die Volatilität an den Märkten bleibt hoch und die drei großen marktbewegenden Themen sind weiterhin unverändert die US-Wahlen, COVID-19 und der Brexit, so die Experten von ETHENEA im Kommentar zum Ethna-DEFENSIV (ISIN LU0279509904 / WKN A0LF5Y, A; ISIN LU0279509144 / WKN A0LF5X).

Zumindest Ersteres könne nach dem 3. November von der Liste der Unsicherheiten gestrichen werden. Einzig ein knapper Wahlsieg Joe Bidens und eine darauf folgende "contested election" könnte zu neuerlichen Verwerfungen an den Märkten führen und die Regierung kurzfristig weniger handlungsfähig machen. Beide Alternativszenarien, ein klarer Sieg der Demokraten oder der Republikaner, dürften von den Märkten positiv aufgenommen werden und lediglich das Feld der Profiteure verschieben. Bei einem Sieg Joe Bidens würden höhere Steuern einer vorhersehbareren Außenpolitik und höherer Infrastrukturausgaben gegenüberstehen, bei einem Sieg Donald Trumps würden Öl- und Technologiekonzerne profitieren.

Während das Sentiment aufgrund der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen schlecht bleibe, scheine sich das fundamentale Bild wieder leicht aufzuhellen. Spiegelbildlich zum vorangegangenen Monat habe sich das Verarbeitende Gewerbe weiter verbessert; auf der anderen Seite leide der Dienstleistungssektor weiterhin an den Folgen der Coronakrise und den damit verbundenen Beschränkungen. Dennoch würden die Experten von ETHENEA Verwerfungen wie zu Beginn des Jahres als Folge der neuerlichen Ausgangsbeschränkungen für unwahrscheinlich halten. Zum einen seien Regierungen und Unternehmen besser auf die sukzessiv zunehmenden Einschränkungen vorbereitet als noch im März diesen Jahres; zum anderen erlaube die aktuelle "work yes, party no"-Politik einen weitgehend fortlaufenden Wirtschaftsbetrieb und eine Aufrechterhaltung der Lieferketten. Die Umsatzeinbrüche von Restaurants und mittelständischen Betrieben scheinen zumindest in Deutschland zum großen Teil durch Ausgleichszahlungen der Regierung vorerst aufgefangen zu werden, so die Experten von ETHENEA.

Außerdem könnten sich Unternehmen nach wie vor günstig refinanzieren. Das im Rahmen der Coronakrise aufgelegte Anleihen-Notfallkaufprogramm PEPP biete noch ausreichend Reserven, um im Ernstfall ans Arbeiten gebracht zu werden und kurzfristige Schocks abzumildern. Zwar lasse die EZB nach der Sitzung am vorangegangen Donnerstag den Leitzins zunächst bei 0,0 Prozent und den Umfang des Anleihen Notfallkaufprogramm bei 1,350 Milliarden Euro, doch die neuesten Inflationszahlen von 0,1% würden den Zentralbanken nach wie vor großen Handlungsspielraum bieten, da das Inflationsziel von 2% trotz weitgehender geldpolitischer Maßnahmen immer noch weit verfehlt werde. Die Notenbanker hätten vor dem Hintergrund der zweiten Welle der Pandemie bereits ihre Handlungsbereitschaft signalisiert und weitere Maßnahmen für Dezember in Aussicht gestellt.

Unternehmensanleihen seien nach wie vor gut nachgefragt und insbesondere die Kurse von Investment-Grade-Anleihen in Euro und US-Dollar gut unterstützt. Nach Meinung der Experten von ETHENEA würden Unternehmensanleihen nach wie vor ein gesundes Rendite-Risiko-Verhältnis und einen krisensicheren Hafen bieten, während die Luft bei Bundesanleihen zunehmend dünner werde. 10-jährige deutsche Bundesanleihen würden bereits wieder unter -0,65% rentieren. Renditen der 10-jährigen US-Treasuries seien zum Monatsende hin wieder leicht auf 0,8% angestiegen. Auf der Suche nach Rendite und bei zunehmender Risikobereitschaft seien zuletzt wieder Anleihen aus den Peripherieländern stark nachgefragt gewesen.

Die Renditen 10-jähriger italienischer Staatsanleihen hätten zwischenzeitlich unterhalb der Marke von 0,7% und damit deutlich unter Vor-Corona-Niveau und Nahe dem Allzeittief gelegen. Italienische Papiere hätten von geldpolitischen Hoffnungen und der Verbesserung des Ausblicks der Rating Agentur S&P von "BBB negative" auf "BBB stable" profitiert. Außerdem habe die EU erstmalig eine auf den Namen SURE (Support to mitigate Unemployment Risks in an Emergency) lautende soziale Anleihe zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Euroraum im Wert von 17 Milliarden Euro mit 10-jähriger und 20-jähriger Laufzeit begeben. Die Anleihe sei mit 233 Milliarden Euro 13-fach überzeichnet gewesen, was die enorme Nachfrage der Anleger nach Anleihen mit sozialen, grünen und nachhaltigen Komponenten zeige.

Der Ethna-DEFENSIV (T-Klasse) habe im Oktober eine positive Performance von 0,37% verzeichnen können und liege damit auf Jahressicht mit 1,61% im Plus. Das aus qualitativ hochwertigen Papieren bestehende Anleihenportfolio habe abermals mit 0,41% zur positiven Performance beitragen und den defensiven Charakter des Ethna-DEFENSIV unterstreichen können, mit dem er auch in volatilen Marktphasen eine stabile Rendite bieten könne. Währungen (CHF, JPY und USD) hätten mit 0,1% ebenfalls einen positiven Beitrag zur Fondsperformance leisten können. Aufgrund der zu erwartenden kurzfristigen Marktturbulenzen haben wir 5% von auf den Japanischen Yen lautenden japanischen Staatsanleihen gekauft, welche mithin als sicheres Investment in Krisenzeiten gelten und den Ethna-DEFENSIV gut durch die Volatilität der kommenden Wochen navigieren sollten, so die Experten von ETHENEA. Basierend auf einer umfassenden fundamentalen Analyse würden die Experten auch zukünftig Chancen in Unternehmensanleihen, vorrangig bei Qualitätsunternehmen mit Investment-Grade-Rating, aber auch selektiv in Hochzinsanleihen, suchen, da sie hier nach wie vor attraktive Risiko-Rendite Chancen sähen. (Ausgabe 11 vom November 2020) (06.11.2020/fc/a/f)





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