Ethna-DEFENSIV-Fonds: 09/2020-Bericht, seit Jahresbeginn positiv bei 1,24% - Fondsanalyse


06.10.20 09:00
ETHENEA

Munsbach (www.fondscheck.de) - Das makroökonomische Umfeld für den Euroraum bleibt gemischt, so die Experten von ETHENEA im Kommentar zum Ethna-DEFENSIV.

Während der Einkaufmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im September um 2 Punkte auf 53,7 angestiegen sei, seien die Zahlen für den Dienstleistungssektor mit einem Rückgang von 3 Punkten auf 47,6 überraschend schwach ausgefallen. Die zunehmende Divergenz zwischen Industrie- und Dienstleistungssektor spiegele die wieder aufflammende Verunsicherung sowie Sorgen über die Folgen einer zweiten Corona-Infektionswelle wider. In den USA habe zuletzt das TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden im Vordergrund gestanden, welches von der überwältigenden Mehrheit der Beobachter als chaotische und oftmals unter der Gürtellinie geführte Debatte bezeichnet worden sei. Des Weiteren werde die bereits im Vorfeld angekündigte Anfechtung des Wahlergebnisses die Märkte auch über den 3. November hinaus auf Trab halten. Die Experten von ETHENEA würden erwarten, dass das reale BIP das Vorkrisenniveau nicht vor 2022 erreichen werde.

Unternehmensanleihen seien trotz Verlusten an den Aktienmärkten stabil geblieben. Die Experten von ETHENEA würden davon ausgehen, dass Neuemissionen von Unternehmensseite in den kommenden Wochen deutlich zurückgehen würden, da sich die Unternehmen zum einen in den letzten Monaten mit ausreichend Liquidität hätten eindecken können und zum anderen vermeiden würden, in die Unsicherheit der US-Wahlen zu emittieren. Erwartungsgemäß werde der Großteil der Neuemissionen nach der Sommerpause von Staaten und so genannten Supranationals kommen, also von überstaatlichen Organisationen wie der KFW oder der Europäischen Investitionsbank.

Die öffentlichen Defizite seien infolge der Corona-Krise und der daraus resultierenden Aufbauprogramme zwar stark angestiegen; die Staaten müssten aber wegen des gesunkenen Zinsniveaus und der Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank sogar weniger Zinsen zahlen als vor der Krise. Zehnjährige italienische Staatsanleihen würden mit 0,86% so niedrig rentieren wie schon lange nicht mehr und nahe am Allzeittief von 0,76%. Gleichzeitig sei die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen unter der Marke von -0,5% wie festgenagelt. Die Aussagen der Präsidentin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde vor dem Europäischen Parlament dürften dabei leicht stützend gewirkt haben. Sie habe deutlich gemacht, dass die Notenbanker geldpolitisch nachlegen würden, sollten es die ökonomischen Perspektiven erfordern.

So genannte "grüne" Anleihen hätten sich zuletzt zunehmender Beliebtheit erfreut. Im laufenden Jahr seien rund 150 Mrd. Euro an grünen Anleihen begeben worden. Das verwundere angesichts des weltweit zunehmenden ökologischen Bewusstseins kaum. Aber auch aus Unternehmenssicht mache die Emission nachhaltiger Anleihen durchaus Sinn, da mit ihnen aufgrund der hohen Nachfrage oftmals günstiger refinanziert werden könne als mit konventionellen Anleihen. Erst im September habe die Bundesrepublik Deutschland als "AAA"-Emittent mit einer grünen Bundesanleihe mit einem Volumen von 6 Mrd. Euro erstmals den grünen Anleihenmarkt betreten. Jetzt sei kurz darauf der EU-Wiederaufbaufonds mit der Ankündigung gefolgt, rund 225 Mrd. Euro des Emissionsvolumens in nachhaltige Projekte fließen zu lassen. Somit steige die EU mit einem Schlag zum größten Emittenten von grünen Anleihen auf, was sicherlich Vorbildcharakter haben und weitere Emittenten überzeugen werde.

Auch die Experten von ETHENEA hätten sich im September vermehrt an der Neuemission grüner Anleihen beteiligt. Dies habe nicht nur rein ökologische Gründe, denn erste Studien hätten gezeigt, dass nachhaltige Anleihen insbesondere in volatilen Marktphasen besser abschneiden würden als ihre nicht-nachhaltigen Pendants. Im abgelaufenen Monat hätten sich die Experten von ETHENEA unter anderem mit 1 Million Euro an der Neuemission von Chanel beteiligt, deren Rendite an Nachhaltigkeitsziele gebunden sei und deren Nennwert bei Nichterfüllung mit einem Aufschlag zurückgezahlt werden müsse. Ein weiteres Beispiel stelle die Beteiligung an der grünen Verizon-Anleihe dar, deren Erlöse den Bau von Solar- und Windkraftanlagen unterstützen sollten.

Der Ethna-DEFENSIV (T-Klasse) habe im September nur minimal um 0,09% abgeben müssen und sei damit seit Jahresbeginn positiv bei 1,24%. Unternehmensanleihen hätten leicht positiv zur monatlichen Performance beigetragen, obwohl gerade zum Ende des Monats die Risikoprämien erstmalig seit langem wieder leicht angestiegen seien. Allerdings habe der Goldpreis zuletzt aufgrund der zumindest temporären US-Dollar-Stärke und sich seitwärts bewegender Realzinsen nachgegeben und letztlich zur minimal negativen Monatsperformance geführt. Die Experten von ETHENEA hätten bereits frühzeitig auf die Schwäche des Goldpreises reagiert und die Position im Monatsverlauf von 10% auf 4% reduziert und dementsprechend die Cash-Quote erhöht.

Der Ethna-DEFENSIV habe letztlich erneut durch eine stabile Performance überzeugt und sich rechtzeitig an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Mit einer durchschnittlichen Rendite von 2,5% könne das Anleiheportfolio auch in Zukunft stabile positive Erträge abwerfen. Und allen Rufen der TINA-Anhänger (There Is No Alternative (to Equities)) wollen wir entgegnen, dass es immer eine Alternative gibt, so die Experten von ETHENEA. Und diese heiße im Fall des Ethna-DEFENSIV der Verzicht auf eine unsichere Aktienrendite mit der Aussicht auf niedrige aber stabile Erträge in einem auf Anleihen fokussierten Produkt. Die konservative Ausrichtung des Ethna-DEFENSIV biete insbesondere in Hinblick auf die Risiken im Zusammenhang mit den US-Wahlen eine echte Alternative zu Aktien. Gleichzeitig würden die Experten von ETHENEA - sobald sich Opportunitäten am Anleihenmarkt bieten würden - die gestiegene Cash-Quote nutzen, um das Geld ans Arbeiten zu bringen. Weitere Performancechancen sähen die Experten aktuell unverändert, wenn auch etwas abgemildert in ihrer Goldposition und der Schweizer Franken-Position. (Ausgabe 10 vom Oktober 2020) (06.10.2020/fc/a/f)





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