Emerging Market Debt-Fonds: Sanktionen gegen Russland - Fondsanalyse


13.04.18 11:30
Vontobel Asset Management

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Am vergangenen Wochenende verhängten die USA Sanktionen gegen Russland, die den Wert einiger russischer Vermögenswerte erheblich beeinträchtigten, so Luc D'hooge, CFA von Vontobel Asset Management im Kommentar zum Emerging Market Debt (ISIN LU0926439562 / WKN A1T96B).

Die Sanktionen würden sich gegen eine handvoll Oligarchen und ihre Unternehmensbeteiligungen sowie eine begrenzte Anzahl von Unternehmen richten. Rusal, einer der größten Aluminiumproduzenten der Welt, sei dabei das Hauptziel gewesen. Die US-Maßnahmen würden dazu führen, dass das Unternehmen in Kürze aus den Anleihen-Benchmarks ausscheide.

Frühere Sanktionen hätten US-Unternehmen daran gehindert, am primären Kapital- und Schuldenmarkt für russische Unternehmen teilzunehmen. Dieses Mal werde US-Unternehmen untersagt, Geschäfte mit Rusal und den anderen sanktionierten Unternehmen zu tätigen, und sie müssten alle ihre Beteiligungen innerhalb von 30 Tagen (bis zum 7. Mai 2018) verkaufen.

Es sei in Schwellenländern häufig der Fall, dass Investoren in Deckung gehen würden, wenn ein politisches Risiko eintrete. Anleger würden dann zu reflexartigen Reaktionen neigen, die zu Preisüberschreitungen führen würden, wie man es Anfang der Woche habe beobachten können. Investoren würden befürchten, dass andere russische Unternehmen mit der gleichen Art von Sanktionen konfrontiert werden könnten wie im Fall von Rusal. Während die ersten Preisreaktionen sehr heftig gewesen seien, habe man mittlerweile eine leichte Erholung gesehen.

Verständlicherweise möchten Investoren wissen, welche Auswirkungen diese Ereignisse auf das Hard Currency-Portfolio hätten. Der Fonds habe ein Engagement in Russland von rund 4%, was einer geringen NAV-Übergewichtung entspreche, während die Laufzeit auf dem Niveau der Benchmark liege. Keiner unserer Beteiligungen ist direkt den neuen Sanktionen ausgesetzt, so die Experten von Vontobel Asset Management. Daher würden die Experten nur einen moderaten Einfluss auf die relative Performance des Portfolios erwarten.

Ein breiter Marktausverkauf bietet Chancen für Bottom-up-Kreditselektoren wie uns. Ihr Ansatz beruht seit jeher darauf, Nutzen aus politischen Ereignissen zu ziehen, die von Schlagzeilen getrieben werden, und uns ermöglichen, qualitativ hochwertige Kredite mit einem Preisnachlass auszuwählen. Diese Strategie hat unseren Anlegern seit Auflage des Fonds im Jahr 2013 gute Dienste geleistet, so die Experten von Vontobel Asset Management.

Deshalb bleiben die Experten von Vontobel Asset Management in den aktuellen Turbulenzen ruhig und zuversichtlich und schauen bereits auf Anleihen, die sie für überteuert halten. In der Tat, da viele der russischen Anleihen aus dem vierprozentigen Engagement, die nicht in den Anwendungsbereich fallen würden, sich relativ gesehen besser entwickelt hätten, würden die Experten hier einige Gewinne mitnehmen, um einige Anleihen zu repositionieren, die ihrer Meinung nach übermäßig gelitten hätten.

In Bezug auf Staatsanleihen aus Schwellenländern, diesmal jedoch in lokaler Währung, ist Russland aus Gründen von Nachhaltigkeitskriterien von unserem Portfolio an Lokalwährungsanleihen ausgeschlossen, so die Experten von Vontobel Asset Management. Diese Abwesenheit sei ein Treiber für eine signifikante relative Überperformance angesichts des Ausverkaufs des Rubels und russischer Lokalzinsen gewesen.

Die Kommentare des chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Dienstag, den 10. April, zum Abbau der Handelsschranken seien von den Märkten positiv aufgenommen worden. Selbst US-Präsident Donald Trump habe einen versöhnlichen Ton angestimmt und getwittert "Sehr dankbar für die freundlichen Worte von Präsident Xi über Zölle und Beschränkungen bei Automobilen" zu sein. Trotz dieser aufkeimenden Bonhomie bleibe das Risiko eines Handelskrieges weiterhin bestehen.

In all dem Lärm gehe unter, dass der Welthandel immer noch wachse. Ein Handelskrieg würde zweifellos das Wachstum behindern und die Marktstimmung beeinflussen, aber Handelskriege hätten selten signifikante Auswirkungen auf das BIP. Daher wäre ein umfassender Handelskrieg zwar schädlich, es sei aber unwahrscheinlich, dass er zu einer völligen Kehrtwende des globalen Wachstums führen würde.

Die Experten von Vontobel Asset Management stellen ihr Portfolio derzeit nicht um, um direkt auf Handelsfragen zwischen den USA und China zu reagieren. Allerdings würden die Experten, so wie oben anhand der Situation mit Russland beschrieben, versuchen, Anleihen, die sich aufgrund der Überreaktion anderer Investoren verbilligen würden, aufzunehmen, sollte dieser Fall eintreten. (13.04.2018/fc/a/f)





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