Echiquier Positive Impact Europe Fonds: Fünf Fragen in der Corona-Krise - Fondsanalyse


04.05.20 10:00
La Financière de l´Echiquier

Paris (www.fondscheck.de) - Sonia Fasolo, Fondsmanager des Echiquier Positive Impact Europe von La Financière de l'Echiquier, beantwortet fünf Fragen in der Corona-Krise.

1. Was zeichnet den Anlageprozess des Echiquier Positive Impact Europe aus?

Sonia Fasolo: Wie sein Name schon sagt ist dieser Fonds ein Impact-Investmentfonds, der verschiedene ESG/SRI-Labels (aus Frankreich, Belgien und Deutschland) trägt und in europäische Aktien unabhängig von der Marktkapitalisierung der Unternehmen investiert. Das damit relativ große Anlageuniversum wird durch drei Nachhaltigkeitsfilter reduziert, bevor wir unsere weitergehende Auswahl der Titel nach finanziellen und qualitativen Kriterien treffen.

Unsere ESG-Kriterien sehen vor, dass wir bestimmte Sektoren ausschließen, die infrage kommenden Unternehmen außerdem ein ESG-Mindestrating erreichen müssen und wir ein Impact-Scoring durchführen. Unser investierbares Anlageuniversum reduziert sich somit auf rund 150 Aktientitel.

2. Welche Kriterien muss ein Unternehmen erfüllen, um in die engere Auswahl für den Fonds zu kommen?

Sonia Fasolo: Wir bevorzugen Unternehmen mit einem sehr guten ESG-Profil, deshalb suchen wir Unternehmen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen einen Beitrag zu den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) leisten. Ganz konkret bedeutet dies, dass wir in Unternehmen des Gesundheitssektors, ins Bildungswesen, in erneuerbare Energien, aber auch in Unternehmen investieren, die die Produktivität von Arbeitnehmern verbessern, gegen Korruption und gegen jede Form der Schattenwirtschaft aktiv sind.

3. Wie haben sich Ihre ESG/SRI-Fonds in dieser Krise verhalten?

Sonia Fasolo: Wir konnten feststellen, dass sich unsere ESG/SRI-Aktienfonds während der aktuellen Krise besonders gut behauptet haben und sie jeweils eine Outperformance von rund zehn Prozent im Vergleich zu ihren Indizes verzeichneten. Bemerkenswert ist, dass dies auch nach dem außergewöhnlichen Börsenjahr 2019 der Fall ist, das ja ebenfalls von herausragender Outperformance geprägt war. Hierfür gibt es aus meiner Sicht mehrere Gründe:

- Growth- und Qualitätsunternehmen, die in diesen Fonds übergewichtet werden, sind in Krisenzeiten sehr gefragt.

- Unternehmen mit guten ESG-Ratings richten sich stärker auf außerfinanzielle Risiken aus und steuern diese in Krisen meistens besser als andere Unternehmen.

- Die Nachhaltigkeits-Fonds sind strukturell in bestimmten Sektoren wie beispielsweise Öl und Gas, Banken oder der Automobilindustrie sehr wenig bis gar nicht investiert. Gerade diese Sektoren leiden aber in der Krise sehr stark.

- Es gibt eine starke Nachfrage nach ESG/SRI-Fonds. Die Anzahl der Fonds mit ESG-Kriterien nimmt ständig zu, ebenso wie die Anlage in ESG-Fonds. Alleine im 4. Quartal 2019 wurden mehr als 40 Milliarden US-Dollar in diese Fonds investiert. Im gesamte Jahr 2019 waren es rund 100 Milliarden US-Dollar und dies unterstützt die Kurse der jeweiligen Titel.

4. Wie Sie bereits erwähnten hat sich der Echiquier Positive Impact Europe seit Jahresbeginn hervorragend entwickelt. Sind die Gründe hierfür in bestimmten Transaktionen zu finden, die Sie in Ihrem Portfolio durchgeführt haben?

Sonia Fasolo: Zum 24. April verzeichnete der Fonds seit Jahresbeginn eine Performance von - 8 Prozent, sein Referenzindex, der MSCI Europe, liegt bei - 20,4 Prozent. Nicht nur kurzfristig ist die Performance bemerkenswert, auch über 3 und 5 Jahre ist eine vergleichbare Leistung erbracht worden.

Wir sehen mehrere Gründe für diese herausragende Entwicklung. Zusätzlich zu den Ausschlüssen bestimmter Sektoren (Öl & Gas, Fluggesellschaften, Banken), haben wir das inverse Varianzprinzip in den Portfolioaufbau integriert, d. h. Unternehmen mit dem niedrigsten Risiko (in Form der niedrigsten Drawdowns) werden im Portfolio übergewichtet, während Unternehmen mit höherem Risiko ein geringes Gewicht aufweisen. Mit einer gewissen Genugtuung konnten wir feststellen, dass diese Art der Portfoliokonstruktion sich positiv ausgewirkt hat, in Hausse- wie in Baissephasen.

Ein weiterer Grund für die erfreuliche Entwicklung ist eine leicht erhöhte Kasseposition (ca. 11 Prozent des Fondsvolumens), die wir bereits zu Beginn der Krise hielten. Dies war ein wichtiger Faktor mit Blick auf die Widerstandsfähigkeit des Fonds in der Krise.

Auch die Positionierung des Fonds nach Stil und Marktkapitalisierung ist entscheidend. Als All-Cap-Blend-Fonds ist der Echiquier Positive Impact Europe mit einer rückblickend sehr guten Positionierung (wenig Value-Aktien, wenig Small Caps, Übergewichtung in Large Caps und Growth-Titeln) in die Corona-Krise eingetreten.

5. Was spricht Ihrer Meinung nach für eine Investition in den Echiquier Positive Impact Europe gerade jetzt?

Sonia Fasolo: Der Echiquier Positive Impact Europe ist ein Aktienfonds und der empfohlene Anlagehorizont beträgt mindestens 5 Jahre. Für Anleger mit einem so langen Horizont bietet diese Art von Krise, wie wir sie aktuell sehen, im Allgemeinen gute Chancen. Allerdings müssen wir aufgrund der aktuellen Situation (Unklarheit über die Entwicklung der Infektionszahlen, ein mögliches Wiederauftreten von Infektionsherden nach der Lockerung, negative makroökonomischen Daten) weiterhin mit hoher Volatilität an den Märkten rechnen. Die Unterstützung durch die Zentralbanken und Regierungen war ziemlich massiv und vor allem sehr zeitnah, was relativ beruhigend wirkt. Unser Rat ist, die Abschwünge zu nutzen, um sich in den Märkten neu zu positionieren und Exposure aufzubauen.

Unserer Ansicht nach sind Unternehmen, die positiv auf den Planeten und die Menschen einwirken, Unternehmen, die bereits bereit sind für die Welt von morgen. Wir sind überzeugt, dass die Verbraucher am Ende der Krise Unternehmen schätzen werden, die vorbildliches Verhalten gezeigt haben und zur Bewältigung der Gesundheitskrise beigetragen haben. Wir können hier als Beispiel L'Oréal anführen, das zusätzlich zur Produktion von hydroalkoholischem Gel begleitende Maßnahmen ergriffen hat, um den Bedarf an Betriebskapital seiner Kunden und Lieferanten zu decken. Wir sind überzeugt, dass diese Unternehmen als Gewinner aus der Krise hervorgehen werden, denn das Streben der Anleger nach mehr Sinn in der Vermögensallokation wird sich weiter verstärken. Aus diesem Grund haben ESG/SRI- und Impact-Fonds im Allgemeinen und der Echiquier Positive Impact Europe im Speziellen in den nächsten Monaten und Jahren unserer Meinung nach beste Aussichten. (04.05.2020/fc/a/f)





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