ETF-Handel: Umsatzrenner NASDAQ-Indexfonds


22.07.20 16:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Von Corona-Krise ist am ETF-Markt nichts mehr zu spüren, Händler berichten von hohem Interesse an Aktien-ETFs, so die Deutsche Börse AG.

"Bei den Umsätzen zeigt sich zwar so langsam das Sommerloch, es herrscht aber klar Risk-on-Modus", stelle Carsten Schröder von der Société Générale fest. Auch Hubert Heuclin von BNP Paribas melde hohe Zuflüsse in Aktien-ETFs. "Das ist die erste Woche mit deutlich höheren Flows in Aktien- als in Anleihen-ETFs", erkläre der Händler. "Die Zuflüsse in Anleihen-ETFs nehmen ab." Während der Rally hätten die Zuflüsse in Anleihe-ETFs die in Aktien-ETFs weit übertroffen. "Der Mangel an Alternativen macht Aktien nun zum 'only game in town'".

Der DAX stehe am Dienstagmittag bei 13.307 Punkten und nähere sich damit dem Allzeithoch von 13.796,80 Punkten aus dem Februar. Seit dem März-Tief sei der Index um 61 Prozent gestiegen.

Laut Andreas Schröer von Lang & Schwarz würden Anleger vor allem DAX- und MSCI World-ETFs kaufen. Auch Heuclin habe besonders Käufe von US-amerikanischen und europäischen Aktien beobachtet, etwa mit MSCI USA- (ISIN IE00BG04M077 / WKN A2JDYV; ISIN IE00BJ0KDR00 / WKN A1XB5V) oder MSCI EMU-ETFs. Schröder von der Société Générale berichte von Zuflüssen in MSCI World-, DAX- und NASDAQ-ETFs, aber Abflüssen aus S&P 500- und EURO STOXX 50-Indexfonds. "Das liegt wohl an der deutlichen Outperformance des Nasdaq gegenüber dem S&P 500."

Auch Dividendenaktien seien nicht mehr ganz so gefragt: Heuclin melde Gewinnmitnahmen beim Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield, Schröder Abflüsse aus dem iShares Euro Stoxx Select Dividend 30.

Zu den Umsatzspitzenreitern an der Börse Frankfurt in den vergangenen fünf Handelstagen würden neben den üblichen DAX-ETFs (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01; ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA) auch MSCI World-Indexfonds (ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH; ISIN IE00B441G979 / WKN A1C5E7), außerdem EURO STOXX 50- (ISIN DE0005933956 / WKN 593395), STOXX Europe 600-, NASDAQ- (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF; ISIN IE00B53SZB19 / WKN A0YEDL) und S&P 500-Tracker gehören.

Kunden der BNP Paribas würden zudem weiter auf chinesische Aktien setzen, zum Beispiel mit dem iShares MSCI China. Der bilde Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung ab, die auf dem chinesischen Festland ihren Sitz hätten und an den Börsen in Shanghai und Shenzhen in Renminbi gehandelt würden. Seit Jahresanfang komme der ETF auf ein Plus von 18,2 Prozent, in den vergangenen drei Jahren seien es 10,5 Prozent im Jahr gewesen. China scheine als erstes aus der Corona-Krise zu kommen: Nach einem Minus von 6,8 Prozent im ersten Quartal sei das BIP im zweiten wieder um 3,2 Prozent gestiegen, wie letzte Woche bekannt geworden sei.

Laut Ali Masarwah von Morningstar hätten sich aktive Fonds auch in der Corona-Krise nicht behaupten können. Dass aktive Fondsgesellschaften in Krisen ihren Vorteil gegenüber passiven Produkten besonders ausspielen könnten, sei ein Ammenmärchen. "Im Mittel erzielen Fonds die Rendite des Marktes, auf dem sie agieren, aber dann muss man ja noch die Kosten abziehen", habe Masarwah im Gespräch mit der Finanzplattform fundplat.com erklärt.

Indexfonds hätten absolut keine Probleme im ersten Halbjahr gehabt, sie seien planmäßig nach unten gerauscht und dann planmäßig nach oben zurückgeschnellt. Einige aktive Manager hätten dagegen nach unten etliches mitgenommen, dann kalte Füße bekommen und in der Rally zu lange an der Seitenlinie gestanden. "Im Gegensatz zu früheren Zeiten haben das viele Anleger bewusst mitbekommen, und die pushen jetzt Indexfonds zu neuen Höhen."

Im Handel mit Branchen-ETFs stünden weiterhin Tech-Werte im Mittelpunkt. Der NASDAQ habe letzte Woche kurzzeitig geschwächelt, schwinge sich jetzt aber wieder zu neuen Höhen auf. Neben den beliebten Nasdaq-Trackern würden auch Branchen-ETFs wie der iShares Digitalisation, der iShares S&P 500 Information Technology und der iShares Automation & Robotics viel gehandelt, wie die Umsatzliste der Börse Frankfurt zeige. Vor allem die ersten beiden hätten die Corona-Verluste längst wieder wettgemacht.

Sehr gut an würden laut Schröer derzeit außerdem ETFs kommen, die die Gaming-Branche abbilden würden, allen voran der VanEck Vector Video Gaming and eSports (WKN A2PLDP). Der Index zeichne die Entwicklung von Video Gaming- und E-Sports-Unternehmen nach und habe seit Jahresanfang um 42 Prozent und seit einem Jahr sogar um 62 Prozent zugelegt. "Indexmitglieder sind zum Beispiel Computerspieleanbieter wie Tencent und CD Project oder der Grafikprozessorhersteller Nvidia", erkläre Schröer.

Im Handel mit Anleihen-ETFs fehle derzeit das klare Bild: Heuclin zufolge würden Anleger vor allem Unternehmensanleihen aus der Eurozone und den USA sowie Schwellenländer-Staatanleihen kaufen. Abflüsse beobachte BNP Paribas hingegen aus kurzlaufenden US-Treasuries (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202). Die Societé Générale verzeichne Zuflüsse in europäische Staatsanleihen und hochverzinsliche "Fallen Angels"-Unternehmensanleihen sowie Abflüsse aus auf US-Dollar lautenden Schwellenländer-Anleihen (ISIN IE00B2NPKV68 / WKN A0NECU) und europäischen Unternehmenspapieren (ISIN IE00B3T9LM79 / WKN A1JJTQ). Der iShares Fallen Angels High Yield Corp Bond bilde Unternehmensanleihen ab, die ihr Investment Grade-Rating verloren hätten. (Ausgabe vom 21.07.2020) (22.07.2020/fc/a/e)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
108,28 € 108,08 € 0,20 € +0,19% 10.08./13:48
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0005933931 593393 118,08 € 70,60 €
Werte im Artikel
42,76 plus
+1,16%
14,25 plus
+0,59%
4,57 plus
+0,57%
29,12 plus
+0,53%
286,44 plus
+0,52%
54,41 plus
+0,46%
79,54 plus
+0,46%
36,21 plus
+0,35%
113,56 plus
+0,33%
96,88 plus
+0,33%
115,35 plus
+0,30%
33,10 plus
+0,27%
122,00 plus
+0,20%
33,02 plus
+0,20%
56,62 plus
+0,20%
108,28 plus
+0,19%
133,91 plus
+0,15%
71,76 plus
+0,13%
114,58 plus
+0,12%
112,80 plus
+0,12%
59,37 plus
+0,11%
12,13 minus
-0,23%
7,85 minus
-0,47%
92,21 minus
-0,57%
532,60 minus
-0,60%