ETF-Handel: Starkes Treiben in beide Richtungen


15.07.20 16:27
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - ETF-Anleger beschäftigen sich zu Beginn der Ferienzeit weiterhin aktiv mit ihren Finanzen, so die Deutsche Börse AG.

Händler würden von starken Umsätzen mit wechselhaften Vorzeichen berichten. Abhängig vom Geschehen an den Aktienmärkten verbuche Leif Österwind zunächst mehrheitlich Abgaben. Auf hohen Kursniveaus hätten Investoren häufig Kasse gemacht. "Nachgebende Kurse nutzen Anleger wiederum tendenziell zum Einstieg", beobachte der Händler von Lang & Schwarz.

Dieses Muster gelte für Krisengewinner wie Technologiewerte im Nasdaq (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF) ebenso wie für Cloud Computing-Aktien basierend auf dem BVP Nasdaq Emerging Cloud Index (ISIN DE000A2PQ364 / WKN A2PQ36). Letzterer enthalte 49 im Index gleichgewichtete Unternehmen aus den USA, Kanada, Australien und Israel, die unter anderem einen Großteil des Umsatzes durch Software-Produkte über Cloud-Systeme generieren würden. Die Werte müssten zudem am Nasdaq Stock Market, der New York Stock Exchange, NYSE American oder der CBOE Exchange gelistet sein und eine Marktkapitalisierung von mindestens 500 Millionen US-Dollar haben.

Parallel zur jüngsten Schwäche der Tesla-Aktie hätten sich Anleger unterm Strich von ETFs verabschiedet, die sich am Nasdaq Yewno Global Future Mobility Index orientieren würden. "Das Produkt wird in letzter Zeit immer mal wieder gehandelt", informiere Österwind.

Dass nachhaltiges Investieren für viele immer wichtiger werde, mache Sascha Cronemeyer von der Société Générale unter anderem an den Zuflüssen zu MSCI World-Aktien mit nachhaltigem Anstrich (ISIN IE00BYX2JD69 / WKN A2DVB9; ISIN IE00BZ02LR44 / WKN A2AQST) fest. "Wir sehen insgesamt sehr große Umschichtungen", beschreibe der Händler. Nachdem sich Anleger in der Crashphase von klassischen Produkten getrennt hätten, hätten Käufer nach Ansicht von Cronemeyer mit der Rückkehr an den Markt verstärkt auf ESG-Varianten gesetzt.

Mittlerweile gebe es für viele Standardindices eine nachhaltige Version mit Aktien von Firmen, die bestimmte Kriterien hinsichtlich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung erfüllen würden. Neben der steigenden Nachfrage von Privatanlegern nach ethischen Produkten hätten institutionelle Investoren von Unternehmen zunehmend saubere Analysen zur Nachhaltigkeit erwartet, um die Risiken eines Unternehmens besser einschätzen zu können.

Nach dem krisenbedingten Ausstieg aus Aktien würden sich Anleger bei der Rückkehr häufig für ESG-Versionen großer Indices entscheiden.

Die Zahlen des Forums Nachhaltige Geldanlagen würden das starke Interesse für das Thema vonseiten der Privatanleger unterstreichen. Diese hätten vergangenes Jahr 18,3 Milliarden Euro in Fonds mit Nachhaltigkeitsansatz angelegt. Das entspreche einem Anstieg von 96 Prozent. Insgesamt seien laut dem Fachverband Ende 2019 rund 269,3 Milliarden Euro in Anlageprodukte investiert gewesen, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien explizit in den Anlagebedingungen festschreiben würden. Berücksichtige man darüber hinaus Kapitalanlagen, für die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert seien, ergebe sich für verantwortliche Investments in Deutschland eine investierte Gesamtsumme von rund 1,64 Billionen Euro.

Breiter gefasste Portfolios etwa auf Basis des MSCI World seien Cronemeyer zufolge zumeist in den Depots gelandet. Unterm Strich hätten sich die Kunden der Société Générale zudem in Summe mit DAX-, EURO STOXX 50- und MDAX-ETFs eingedeckt. Zumeist aus den Depots rausgekommen seien Aktien aufstrebender Staaten etwa im MSCI Emerging Markts.

Bei der UniCredit dominiere der Bereich Festverzinsliches das Geschehen im ETF-Handel. Im Vergleich zu Aktienprodukten würden Renten-ETFs laut Florian Lenhart auf fast doppelt so viel Umsatz kommen. Viele Zu- und Abflüsse mache der Händler bei in Euro geführten Unternehmensanleihen mit Investment Grade im iBoxx Eur Liquid Corporates aus. Auf nahezu ebenso großes Interesse kämen Tracker des Markit iBoxx USD Liquid Investment Grade Index mit Absicherung zum Euro. "Auch hier halten sich Zu- und Abflüsse in etwa die Waage." (Ausgabe vom 14.07.2020) (15.07.2020/fc/a/e)





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