ETF-Handel: Schnäppchenjäger unterwegs


14.02.18 11:19
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Vor dem Hintergrund stärkerer Schwankungen an den Aktienmärkten hatten ETF-Händler alle Hände voll zu tun, so die Deutsche Börse AG.

"Sowohl private als auch institutionelle Investoren waren in der vergangenen Woche ausgesprochen aktiv", berichte Frank Mohr. Die mit 75.000 enorm hohe Anzahl an Transaktionen zeige, wie liquide der ETF-Markt sei. "Ohne dass es zu großen Verschiebungen kommt, können Anleger jederzeit verkaufen oder kaufen." In Phasen wie diesen sei das besonders wertvoll. Über alle Anlageklassen hinweg hielten sich bei der Commerzbank Zu- und Abflüsse in etwa die Waage.

Rick van Leeuwen beurteile die Entwicklung ähnlich. "Es ist schön zu beobachten, wie ETFs in Europa immer mehr angenommen werden", meine der Händler von IMC Financial Markets und hebe nochmals die einfache Handelbarkeit der Produktgattung hervor. Je nach Marktlage sei das ETF-Volumen teils zwei bis dreimal höher ausgefallen als in durchschnittlichen Zeiten. Mittlerweile bewege sich zwar vieles wieder in gewohnten Bahnen. Die nach wie vor vorhandene Volatilität deute aber auf eine größere Wachsamkeit der Anleger.

Diese sei nach Ansicht der Helaba durchaus geboten. Die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen würden dazu raten, dem Rebound an der Wall Street am Freitag und den Kursgewinnen in Europa zum Wochenstart nicht zu viel Bedeutung beizumessen. Hierzulande befinde sich der DAX über alle Zeitfenster hinweg im intakten Abwärtstrend. Zudem könnten politische Ereignisse wie der SPD-Mitgliederentscheid zur großen Koalition am Sonntag und der am 4. März anstehende Urnengang in Italien für Unruhe an den Märkten sorgen.

"Donnerstag und Freitag fühlten sich an wie Großkampftage", resümiere Florian Lenhart von der UniCredit. Trotz Zuflüssen gegen Ende der Woche, trennten sich Anleger mit einem leichten Überhang von MSCI USA- (ISIN IE0031442068 / WKN 622391) und S&P 500-Produkten (ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53, ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG). Gleichzeitig seien NASDAQ-Tracker nahezu ausschließlich abgestoßen worden.

US-Aktien, allem voran Tracker des S&P 500, führe Mohr hingegen zu fast 60 Prozent auf der Kaufseite. "Insbesondere in den vergangenen zwei Handelstagen dominierte der Zuspruch", stimme van Leeuwen zu.

Mit Blick auf das entwickelte Europa mache Lenhart Kaufinteresse an EURO STOXX 50-ETFs (ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET, ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) verschiedener Anbieter aus. Gleichzeitig deckten sich Investoren zumeist mit DAX-Werten (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01, ISIN DE000ETFL060 / WKN ETFL06, ISIN DE000A0X8994 / WKN A0X899) ein. Indexfonds auf den breiter aufgestellten STOXX Europe 600 (ISIN DE0002635307 / WKN 263530, ISIN LU0328475792 / WKN DBX1A7), der die 600 nach Börsenwert größten Unternehmen aus 18 europäischen Ländern enthalte, würden hingegen überwiegend abgestoßen. "Hier ist relativ viel rausgekommen."

Die Kunden der Commerzbank scheinen uneins hinsichtlich der weiteren Reise deutscher Bluechips, so die Deutsche Börse AG. "DAX-Werte belegen in unserer Umsatzstatistik den zweiten Rang und wurden gleichermaßen in beide Richtungen gehandelt."

Nitesh Shah spreche von den höchsten Zuflüssen in Indexfonds mit europäischen Aktien seit 2016. Investoren würden die gegenwärtigen Abwärtstendenzen scheinbar als vorübergehend beurteilen, wie der Analyst von ETF Securities daraus schließe.

Kleinere und mittelgroße Unternehmen in Europa und Japan rückten in der Anlegergunst ebenfalls nach vorn. Van Leeuwen beobachte Zuflüsse beispielsweise in Produkten auf den EURO STOXX Small Index (ISIN DE000A0DPMZ2 / WKN A0DPMZ) und MSCI Japan Small Caps Index (ISIN IE00B2QWDY88 / WKN A0Q1YX). "In Börsenzeiten wie diesen ist das eher ungewöhnlich." Auch japanische Standardwerte fänden überwiegend Abnehmer. Investoren vertrauten häufiger als nicht auf Tracker des MSCI Japan.

Die Umsätze mit Rentenwerten beschreibe Lenhart als ansehnlich. Anleger setzten bevorzugt auf europäische Staatsanleihen mit kurzen (ISIN IE00B3VTMJ91 / WKN A0X8SK) und mittleren (ISIN IE00B3VTML14 / WKN A0X8SL) Laufzeiten. "Bei beiden dominieren die Zuflüsse." Ein- bis dreijährige und (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202) und sieben- bis zehnjährige US-Staatsanleihen (ISIN DE000A0LGQB6 / WKN A0LGP4) kämen ebenfalls häufig zum Zuge. "Hier gab es fast nur Käufe." Wie in der Vorwoche gehörten Tracker des Barclays Capital Euro Treasury Bond Index (ISIN IE00B4WXJJ64 / WKN A0RL83) und iBoxx EUR Sovereigns Eurozone Total Return Index (ISIN LU0290355717 / WKN DBX0AC) bei der UniCredit zu den meist beliebtesten und in Summe gekauften Werten. (Ausgabe vom 13.02.2018) (14.02.2018/fc/a/e)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
28,1047 $ 28,3155 $ -0,2108 $ -0,74% 27.01./00:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
IE0031442068 622391 28,48 $ 23,86 $
Werte im Artikel
189,47 plus
+0,36%
130,89 plus
+0,06%
228,98 plus
+0,03%
111,28 plus
+0,03%
-    plus
0,00%
117,05 plus
0,00%
80,75 plus
0,00%
48,53 minus
-0,01%
121,53 minus
-0,07%
131,78 minus
-0,11%
14,45 minus
-0,31%
41,20 minus
-0,59%
28,10 minus
-0,74%
273,86 minus
-0,74%
53,60 minus
-0,74%
37,37 minus
-1,37%
33,77 minus
-1,46%
55,63 minus
-1,57%
109,87 minus
-1,59%
283,60 minus
-3,17%