ETF-Handel: Risikofreude dank Zollstreitentspannung


12.06.19 09:41
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Deutlich bessere Stimmung an den Börsen führt zu mehr Interesse an Aktien-ETFs, so die Deutsche Börse AG.

Dabei würden die Umsätze hoch bleiben, Christian Dürr von der Commerzbank spreche mit Blick auf die vergangene Woche von einer "ordentlichen Woche" mit knapp 57.000 Transaktionen. "Vor allem bei US- und Welt-Aktien dominieren die Zuflüsse."

Für gute Laune sorge zum einen die Hoffnung auf eine Zinssenkung in den USA: US-Notenbankchef Powell habe vergangene Woche angekündigt, auf Auswirkungen des Zollstreits "angemessen zu reagieren". Dazu sei noch die Einigung im Streit zwischen den USA und Mexiko gekommen: US-Präsident Trump wolle nun zunächst auf Strafzölle verzichten, Mexiko habe einen besseren Grenzschutz und strengeres Vorgehen gegen Schlepperbanden versprochen. So habe der DAX am Dienstagmittag wieder bei 12.200 Punkten gelegen, Anfang der vergangenen Woche seien es im Tief noch 11.639 Zähler gewesen.

Dürr melde für US-Aktien einen deutlichen Käuferüberhang, dabei konzentrierten sich Anleger meist auf S&P 500-ETFs (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53). Gut nachgefragt worden seien aber auch MSCI World-Tracker. Bezüglich europäischer Aktien sei das Bild Dürr zufolge gemischter gewesen: Gesucht gewesen seien hier vor allem Aktien aus Eurozonen-Ländern (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET), während solche aus Gesamteuropa eher verkauft worden seien.

Mit der seit Mai wieder höheren Volatilität an den Aktienmärkten gelte das Interesse der Anleger weiter Minimum Volatility-ETFs, etwa dem iShares Edge MSCI World Minimum Volatility, wie Dürr außerdem feststelle. Der ETF habe seit Anfang des Jahres bereits um 16,2 Prozent zugelegt, in den vergangenen drei Jahren seien es im Durchschnitt 9,2 Prozent im Jahr gewesen.

Auch Schwellenländermärkte hätten sich zuletzt erholen können, zuvor hätten sie nach kräftigen Gewinnen im ersten Quartal wegen des Handelskonflikts stark verloren. Kunden der Commerzbank trennten sich aber vom iShares Core MSCI EM IMI. Der biete Zugang zu Schwellenländeraktien mit mittlerer und geringer Marktkapitalisierung, die bestimmten Kriterien hinsichtlich Größe, Liquidität und Freefloat-Marktkapitalisierung entsprechen würden. Der ETF komme für dieses Jahr immer noch auf ein Plus von 6,3 Prozent, in den vergangenen drei Jahren seien es 8,9 Prozent im Jahr gewesen.

Viel Anklang im Bereich der Branchen-Indexfonds fänden Immobilien-ETFs wie der iShares Developed Markets Property Yield, wie Dürr berichte. Gut an kämen aber auch Technologieaktien, etwa mit dem iShares STOXX Europe 600 Technology (ISIN DE000A0H08Q4 / WKN A0H08Q, ISIN IE00BWBXM948 / WKN A14QB5). "Das liegt wohl am deutlichen Anstieg des NASDAQ", meine der Händler. Der NASDAQ 100, der im Mai deutlich verloren habe, sei im Juni von 6.078 auf 7.552 Punkte geklettert.

Das Geschäft mit Anleihen-ETFs bezeichne Dürr als "unspektakulär". Eher Käufe habe er bei kurzlaufenden Staatsanleihen aus den USA und Deutschland beobachtet sowie bei auf US-Dollar lautenden High Yield-Anleihen. (Ausgabe vom 11.06.2019) (12.06.2019/fc/a/e)





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