ETF-Handel: Nachhaltige ETFs kaum aufzuhalten


06.05.20 17:23
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Raus aus Aktien entwickelter Staaten, rein in Unternehmensanleihen: So beschreibt Oliver Kilian von der UniCredit die auffälligsten ETF Flows vergangener Woche, so die Deutsche Börse AG.

Vor dem Hintergrund schwächelnder Aktienmärkte hätten sich Anleger unterm Strich von breiter gefassten Portfolios etwa auf Basis des S&P 500 (WKN 81C5E9; ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53; ISIN LU1681048804 / WKN A2H573), MSCI World und STOXX Europe 600 verabschiedet.

Das gelte auch für Standardwerte im DAX. Britische Aktien hätten dem Vernehmen nach bei UniCredit-Kunden eine größere Anziehungskraft gehabt. Tracker des FTSE 100 führe Kilian mit einem Kaufüberhang, obwohl sich der wichtigste britische Aktienindex dem Abwärtstrend am Aktienmarkt nicht habe entziehen können.

"Auf überschaubarem Niveau kehrten am 4. Mai 2020 die Käufer zurück", melde Carsten Schröder von der Société Générale. Anleger hätten sich dabei vor allem auf MSCI World- (ISIN IE00BJ0KDQ92 / WKN A1XB5U; ISIN IE00B4X9L533 / WKN A1C9KK) und MSCI USA-Produkte fokussiert. DAX-ETFs (ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA) und Tracker des Hang Seng China Enterprises Index Net Total Return Index würden hingegen zumeist zurückgegeben.

Von Aktien aufstrebender Staaten im MSCI Emerging Markets Index hätten sich Kilians Kunden per saldo getrennt. Der Bereich spiele allerdings gegenwärtig im ETF-Handel eine eher untergeordnete Rolle. Die vereinzelten Verkäufe von MSCI Emerging Markets Socially Responsible-ETFs werte Kilian keineswegs als Indiz für nachlassendes Interesse an dem Thema Nachhaltigkeit. Im Gegenteil: "Bei der Wiederanlage nach dem massiven Abbau von Positionen greifen Investoren eher mal zu einer ESG-Variante des gewünschten Hauptindex."

Erst im April habe iShares seine Wachstumsprognose für nachhaltige Anlageprodukte auf das Doppelte erhöht. Das in nachhaltigen Indexfonds und ETFs verwaltete Vermögen solle demnach innerhalb des nächsten Jahrzehnts um eine Billion auf 1,2 Billionen US-Dollar anwachsen. Angetrieben würde der Markt zum einen von der Erkenntnis, dass nachhaltige Faktoren Risiko und Rendite bestimmen würden. Unternehmen hätten zunehmend standardisierte Informationen über ihre ESG-Praktiken bereitgestellt. Das ermögliche die Zusammenstellung besserer nachhaltiger Indices und eine umfassendere Bestandsaufnahme durch ESG-Ratingagenturen und Datenanbieter.

Juergen Fritzen von Crossflow habe sich den Bereich nachhaltige Indexfonds ebenfalls näher angesehen und komme zu dem Schluss, dass die meisten dieser Konzepte in den vergangenen Jahren gegenüber dem Hauptindex eine Outperformance erzielt hätten. Dabei habe Fritzen Zeiträume andauernder Bullen-Märkte als auch Momente mit drastischen Kurseinbrüchen analysiert. Die entscheidende Frage bleibe, ob die beobachtete Outperformance sich aus den besseren ESG-Werten der ausgewählten Unternehmen ergebe, oder aber andere Faktoren maßgeblich gewesen seien.

Durch die Wettbewerbssituation bei den ETF-Emittenten würden nachhaltige ETFs Fritzen zufolge inzwischen kaum noch mehr als die klassischen ETFs auf Benchmark-Indices kosten. Emittenten hätten daran gearbeitet, die vielschichtige und sich wandelnde Nachfrage mit neuen ETFs abdecken zu können.

Künftig werde es nach Ansicht von iShares eine nachhaltige Auswahl für jedes Portfolio geben, was sich wiederum auf die Kostenstruktur derartiger Konzepte auswirken werde.

Gothaer habe in diesem Zusammenhang herausgefunden, dass 47 Prozent der deutschen Frauen dem Klima- und Umweltschutz bei der Geldanlage laut einer Umfrage die größte Bedeutung zumessen würden. Männer lägen demnach mit 41 Prozent deutlich dahinter. Für beide stehe mit 28 Prozent soziale Gerechtigkeit an zweiter Stelle. Verantwortungsvolle Unternehmensführung sei 22 Prozent der befragten Frauen und 26 Prozent der Männer am wichtigsten. (Ausgabe vom 05.05.2020) (06.05.2020/fc/a/e)





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