ETF-Handel: "In Lauerstellung"


01.07.20 14:44
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Unentschiedene Aktienmärkte dämpfen laut Händler die Aktivitäten im ETF-Handel, so die Deutsche Börse AG.

"Es ist etwas weniger los", beschreibe Leif Österwind von Lang & Schwarz das ETF-Aufkommen der vergangenen Woche. "Dabei fühlt es sich an, als verharren Anleger in Lauerstellung auf die nächste Bewegung an den Aktienmärkten."

Für Carsten Schröder von der Société Générale liege die Zurückhaltung unter anderem in der Frage, ob der deutsche Aktienindex stabil in die Sommerpause gehe oder womöglich wieder abrutsche. Nachdem der DAX von den Höchstständen etwas runtergekommen sei, scheine sich das Barometer gegenwärtig oberhalb von 12.000 Punkten zu halten. Vieles hänge am Konsumverhalten der Amerikaner. Bislang würden Rückgänge in den Geschäften vor Ort durch die Onlinekäufe ganz gut kompensiert.

Technologiewerte im S&P 500 Information Technology Index (ISIN IE00B3WJKG14 / WKN A142N1) sowie Weltaktien im MSCI World zähle Österwind zu den auffälligsten Transaktionen auf der Kaufseite. "Deutliche Zuflüsse verbuchen wir auch bei Xetra-Gold." Von Öl (ISIN DE000A0KRJX4 / WKN A0KRJX) hätten sich Anleger tendenziell getrennt.

Die Kunden der Société Générale hätten sich Schröder zufolge unterm Strich mit deutschen Aktien im DAX (ISIN LU0378438732 / WKN ETF001; ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA) und britischen Unternehmen im FTSE 100 (ISIN IE0005042456 / WKN 552752; ISIN IE00B53HP851 / WKN A0YEDM) eingedeckt. Als auffällig beschreibe der Händler ein Interesse an Produkten, die sich am MSCI Europe Value Index (ISIN LU1681042518 / WKN A2H57R) orientieren würden. Dieser biete Zugang zu Substanzwerten der europäischen Industriestaaten, die als unterbewertet gelten würden. "Auch hier dominierten die Zuflüsse."

Zu den meist verkauften Produkten hätten Indexfonds, die sich am Swiss Market Index SMI (ISIN CH0017142719 / WKN A0BLUH) orientieren würden sowie italienische Aktien im FTSE MIB gehört. Anleger hätten sich zudem von in Euro notierten Topix-ETFs getrennt. Diese würden währungsbereinigt die Entwicklung aller an den Börsen Japans zugelassenen Aktien widerspiegeln.

Hinsichtlich Aktien aus der zweiten und dritten Reihe verzeichne die Börse Frankfurt höhere Umsätze in MDAX- und Russel 2000-Produkten. Sowohl der MDAX als auch der Russel 2000 mit seinen 2.000 nach Marktkapitalisierung kleinsten Aktiengesellschaften des Russel 3000 hätten nach dem Einbruch im März rund 44 Prozent wieder zugelegt. Dennoch beziffere Alger Management den Abschlag für Nebenwerte im Vergleich zu Bluechips gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis als so hoch wie seit zwanzig Jahren nicht.

Statistisch gesehen könnte sich ein Engagement in Smallcaps nach Auffassung von Alger Management durchaus lohnen. Die Fondsverwalter hätten die Entwicklungen von Aktien ein Jahr nach den Tiefpunkten der vergangenen drei Rezessionen verglichen. Demnach habe der Russel 2000 mit seinen Aktien von Mittelständlern und Kleinunternehmen zwölf Monate nach Oktober 1990, September 2001 und Februar 2009 jeweils einen Anstieg von etwa 38 Prozent gezeigt. Im gleichen Zeitraum habe der S&P 500 im Durchschnitt rund 22 Prozent zugelegt.

Im Rentenbereich hätten Schröders Kunden tendenziell auf kurzlaufende europäische Staatsanleihen (ISIN DE000A0Q4RZ9 / WKN A0Q4RZ) und Corporate Bonds im Bloomberg Barclays MSCI Euro Area Liquid Corporates Sustainable Index (ISIN LU1484799769 / WKN A2AQ6D) gesetzt. Von Anleihen europäischer Staaten im Barclays Capital 1-3 Year Euro Treasury Bond hätten sich Investoren unterm Strich verabschiedet. (Ausgabe vom 30.06.2020) (01.07.2020/fc/a/e)





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IE00B3WJKG14 A142N1 12,27 € 7,64 €
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