ETF-Handel: Korrektur führt zu Gewinnmitnahmen


15.11.17 10:19
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit den Verlusten an den Börsen überwiegen auch am ETF-Handel die Gewinnmitnahmen, so die Deutsche Börse AG.

"Wir hatten das erste Mal seit langer Zeit einen Verkaufsüberhang", berichte Andreas Bartels von der Commerzbank mit Blick auf die vergangene Woche. 52 Prozent Abflüsse hätten 48 Prozent Zuflüssen gegenübergestanden. Die Umsätze seien mit 39.200 Transaktionen aber hoch geblieben. "Es war viel los, wenn auch nicht ganz so viel wie in der Woche davor", stelle auch Oliver Kilian von der Unicredit Group fest.

Der DAX, der vergangenen Dienstag noch auf ein Rekordhoch von 13.525,56 Punkten geklettert sei, habe am 14. November nur noch bei 13.085 Zählern gelegen. Auch die US-Börsen hätten Verluste verbucht, wenn auch geringere: Der Dow Jones habe am Montag bei 23.448 Punkten geschlossen, das Allzeithoch von vergangener Woche habe bei 23.602 Zählern gelegen.

Nach den kräftigen Gewinnen seit Anfang September seien Aktien-ETFs nun überwiegend abgegeben worden. Bartels melde Verkäufe in DAX-ETFs, in EURO STOXX-Trackern hätten sich Zu- und Abflüsse auf die Woche gesehen noch die Waage gehalten. Leichte Abgaben melde der Händler für S&P 500- und MSCI World-Tracker. Auch breit aufgestellte Emerging Markets-Tracker hätten auf den Abgabelisten gestanden. "Nur bei MSCI ACWI-ETFs haben wir fast nur Käufe gesehen."

Bei der UniCredit sei das Bild ähnlich: Anleger hätten sich von EURO STOXX-ETFs (IISN DE0005933956/ WKN 593395, ISIN LU0136234068 / WKN 794357) verabschiedet, während in US-Aktien wie dem Amundi S&P 500 beide Seiten gespielt worden seien. Nur für asiatische und Emerging Markets-Aktien melde Kilian Positionierungen, etwa mit dem iShares MSCI Emerging Markets (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC).

Thema sei auch Japan gewesen: Dort habe der Nikkei 250 vor einer Woche mit 23.382,15 Punkten den höchsten Stand seit fast 26 Jahren erreicht. "Die Abgaben dominierten", stelle Bartels fest. Umsatzstärkste ETFs an der Börse Frankfurt seien der db x-trackers MSCI Japan Index Euro hedged und der iShares MSCI Japan Euro hedged gewesen.

Im Handel mit Branchen-ETFs hätten einmal mehr Banken-Indexfonds (ISIN DE0006289309 / WKN 628930, ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ) dominiert, die diesmal überwiegend abgegeben worden seien, wie Bartels feststelle. Ebenfalls verkauft worden seien Immobilien-ETFs, während in Energie- und Telekommunikations-Indexfonds die Positionierungen überwogen hätten.

Kasse gemacht worden sei Bartels zufolge auch in Technologie-ETFs wie dem iShares STOXX Europe 600 Technology. Der komme auf Sicht von zwölf Monaten aber immer noch auf ein Plus von 36 Prozent. Vergleichsweise hohe Umsätze habe auch der iShares TecDAX verzeichnet, wie die Umsatzliste der Börse Frankfurt zeige. Der ETF könne für die vergangenen zwölf Monate sogar mit einem Plus von 47 Prozent aufwarten. Weiter zugegriffen werde Bartels zufolge hingegen in Produkten, die die Roboter- und Automatisierungsbranche abbilden würden (ISIN IE00BYZK4552 / WKN A2ANH0, ISIN DE000A12GJD2 / WKN A12GJD). "Das ist längerer Trend, auf den derzeit viele setzen. Die ETFs konnten in kurzer Zeit viel Geld ansammeln."

Im Anleihen-Bereich hätten sich Kunden der UniCredit auf High Yield-, Emerging Markets- und Inflation Linker-ETFs konzentriert. High Yield-Indexfonds wie der iShares Euro High Yield Corp Bond seien meist abgegeben, Inflation Linker wie der db x-trackers II iBoxx Global Inflation-Linked hingegen gekauft worden. Bartels berichte von anhaltenden Käufen im ComStage Commerzbank Bund-Future Short, mit dem auf fallende Anleihekurse bzw. steigende Zinsen gesetzt werden könne. Abgesehen davon hätten sich Anleger eher von längeren Durationen und positionierten sich in kürzeren getrennt. (Ausgabe vom 14.11.2017) (15.11.2017/fc/a/e)





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