ETF-Handel: Chancen abseits der USA


06.01.21 10:28
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach einem eher besinnlichen Jahresausklang scheint das neue Jahr zumindest für Trendwerte nahtlos an 2020 anzuschließen, so die Deutsche Börse AG.

Anleger würden derzeit laut Andreas Schröer von Lang & Schwarz besonders häufig zu ETFs mit Bezug zum S&P Global Clean Energy, S&P Global Water und Elwood Blockchain Global Equity (ISIN IE00BGBN6P67 / WKN A2PA3S) greifen. "Sehr stark gefragt sind auch Bitcoin-Tracker." Die Kryptowährung habe am Sonntag fast die Marke von 35.000 US-Dollar erreicht, bevor es wieder bergab gegangen sei. Aktuell koste ein Bitcoin 31.460 US-Dollar.

"In der verkürzten Handelswoche zum Jahresende hatten wir insgesamt einen Kaufüberhang von 56 Prozent", beschreibe Carsten Schröder das ETF-Geschäft. Auf der Zielgeraden zum endgültigen EU-Austritt Großbritanniens habe der Société Générale-Händler auffällig großes Interesse an FTSE 100-Produkten verbucht. "Es gab viele Käufe und Verkäufe, wobei die Zuflüsse überwogen." Ansonsten hätten sich Anleger unterm Strich in MSCI World-ETFs positioniert. Hinter der tendenziellen Abkehr von DAX-Werten vermute Schröder Gewinnmitnahmen.

Welche Themen in diesem Jahr an den Finanzmärkten in den Vordergrund rücken würden, werde sich Schröder zufolge erst im Laufe der Zeit herauskristallisieren. Ob Investoren wie im vergangenen Jahr Value-Aktien den Vorzug geben würden, werde sich noch zeigen. Fest stehe aber, dass Nachhaltigkeit nicht mehr wegzudenken sei. Ganz im Gegenteil: "Vermutlich werden ESG-Kriterien auch im Fixed Income-Bereich an Bedeutung gewinnen."

Nach Ansicht Andrew Peases von Russell Investments sollte die konjunkturelle Erholung unter anderem unterbewerteten zyklischen Aktien zu Gute kommen.

Nach zehn Jahren hervorragender Renditen mit US-Investments halte Tilmann Galler von J.P. Morgan eine Verschiebung hin zu asiatischen Emerging Markets für wahrscheinlich. China, Korea und Taiwan hätten die Pandemie erfolgreicher eingedämmt als der Rest der Welt. Während Europa und die USA immer noch erheblichen Einschränkungen unterlägen, befinde sich die Wirtschaftsaktivität etwa in China bereits wieder auf dem Vorkrisenniveau. Die nordasiatischen Aktienmärkte hätten 2020 viele Industrieländer-Indices übertroffen. Auch für 2021 rechne Galler mit einer Outperformance.

Die Märkte außerhalb der USA - insbesondere in Asien - würden auf mittlere Sicht von einem schwächeren US-Dollar profitieren, wie Carsten Roemheld von Fidelity International erwarte. Solange die US-Notenbank an ihrer lockeren Geldpolitik festhalte bleibe der Greenback schwach. Dem gegenüber fahre die chinesische Regierung eine neutrale Geldpolitik. Peking treibe zudem inländische Reformen voran. Das werde vermutlich die Erträge der Unternehmen stabilisieren, weshalb chinesische Aktien ein gewisses Maß an Diversifizierung böten.

Die Mehrheit der Prognosen für das neue Jahr gehe von steigenden Aktienkursen aus. Inwieweit der Optimismus trage, werde nach Meinung Roemhelds von Faktoren wie der Bereitstellung von Impfstoffen, den Folgen der geld- und fiskalpolitischen Anreize und dem Gewinnwachstum der Unternehmen beeinflusst. Klar sei, wo eine Krise herrsche, entstünden auch Chancen. Anleger sollten dennoch wachsam bleiben. (Ausgabe vom 05.01.2021) (06.01.2021/fc/a/e)






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