ETF-Handel: Anleger zählen auf westliche Aktien


09.01.18 15:28
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Für das Geschäft mit Indexfonds scheint es ein Jahresauftakt nach Maß, so die Deutsche Börse AG.

Vor dem Hintergrund besonders aktiver ETF-Anleger würden Händler eine überdurchschnittliche erste Woche melden. "Es war viel los", erkläre Andreas Bartels von der Commerzbank, der von 43.000 ETF-Transaktionen mit teilweise hohen Volumina berichte. "Für lediglich vier Handelstage ist das ausgesprochen stark." Mit einem Anteil von 92 Prozent stünden Aktieninvestments für nahezu die kompletten Flows. Über alle Anlageklassen hinweg überwögen mit 55 Prozent die Zuflüsse."

Europäische Aktien scheinen es Anlegern derzeit besonders angetan zu haben, so die Deutsche Börse AG. EURO STOXX 50-ETFs (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN LU0378434079 / WKN ETF050) und EURO STOXX 600-Produkte führe Bartels mit einem klaren Kaufüberhang. Ebenso seien kleine und mittlere europäische Unternehmen etwa im EURO STOXX Small-Index (ISIN DE000A0DPMZ2 / WKN A0DPMZ) bei den Commerzbank-Kunden zumeist in den Depots gelandet.

Anders sehe das bei deutschen Aktien aus: DAX-Tracker (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) würden Bartels zufolge zwar rege gehandelt, aber in Summe abgestoßen. Ebenso hätten sich Investoren unterm Strich von ihren SDAX-Engagements getrennt.

Einen generellen Trend hin zu Aktien und weg von Renten mache Florian Lenhart aus. Er sehe in seinen Orderbüchern einen Kaufüberhang bei DAX- und Dow Jones EURO STOXX-Trackern. Aktien im EURO STOXX 50 seien mal in den Depots (ISIN DE0005933956 / WKN 593395) gelandet und kämen genauso häufig auch wieder raus (ISIN FR0007054358 / WKN 798328).

Als auffallend beschreibe der Händler der UniCredit das Interesse an italienischen Standardaktien beispielsweise im FTSE MIB (ISIN FR0010010827 / WKN A0BLNG, ISIN IE00B1XNH568 / WKN A0MZWP). "Hier verbuchen wir nahezu ausschließlich Zuflüsse." Auf niedrigerem Niveau kämen zudem spanische und Schweizer Bluechips etwa im IBEX 35 und MSCI Switzerland zum Tragen. "Bei beiden stehen Käufe im Vordergrund." Hinsichtlich kleinerer und mittlerer Unternehmen hätten die UniCredit-Kunden Produkte bevorzugt, die sich am MSCI EMU Small Cap (ISIN LU1598689153 / WKN LYX0WZ) orientieren würden. "Auch diese waren zumeist gesucht."

Im S&P 500-Index enthaltene US-Konzerne (ISIN DE0002643889 / WKN 264388, ISIN LU0490618542 / WKN DBX0F2) würden sowohl Lenhart als auch Bartels in der Umsatzstatistik auf der Habenseite führen. Überwiegenden Zuspruch registriere die UniCredit zudem für MSCI USA-ETFs während es für Russel 2000-Tracker mal in die eine und mal die andere Richtung ginge. "Auffällig ist der Fokus auf breit aufgestellte Indices."

Schwellenländeraktien seien ein Thema im ETF-Handel gewesen, wenngleich mit unterschiedlichen Vorzeichen. MSCI Emerging Markets-ETFs würden bei der Commerzbank rege in beide Richtungen gehandelt. "Wobei wir insgesamt mehr Abgaben verbuchen", registriere Bartels.

Lenhart spreche von einerseits Kaufinteresse an MSCI Emerging Markets-Produkten (ISIN IE00BKM4GZ66 / WKN A111X9), auf der anderen Seite hätten Abgaben bei Indexfonds auf den FTSE Emerging Markets (ISIN IE00B3VVMM84 / WKN A1JX51) dominiert. Unterm Strich hätten sich damit Zu- und Abflüsse in etwa die Waage gehalten. "Das könnten Umschichtungen sein."

Bei den Branchenprodukten hätten Anleger bevorzugt auf den nordamerikanischen Energiesektor gesetzt, wie Lenhart bemerke. Zumeist gekauft würden beispielsweise Tracker des Morningstar US Energy Infrastructure MLP (SIN IE00B94ZB998/ WKN A1T79J). "Ansonsten ist es in dem Segment sehr ruhig."

Bartels Kunden hätten sich in erster Linie auf Technologiewerte konzentriert. Entwicklungsperspektiven scheinen Anleger sowohl für europäische als auch US-Technologiekonzerne zu erkennen, so die Deutsche Börse AG. Tracker des S&P Technology Select Sector Index (ISIN IE00B3WJKG14 / WKN A142N1, ISIN IE00BWBXM948 / WKN A14QB5) seien ebenso gesucht wie ein MSCI Europe Information Technology.

Renten-ETFs würden Bartels zufolge gegenwärtig eine eher untergeordnete Rolle spielen. "Meist stehen Abgaben im Mittelpunkt." Tracker des iBoxx EUR Inflation-linked Total Return Index (ISIN LU0290358224 / WKN DBX0AM) würden ebenso abgestoßen wie iBoxx Global Inflation-linked Total Return Index-ETFs. Unternehmensanleihen im Markit iBoxx Euro Liquid High Yield Index (ISIN IE00B66F4759 / WKN A1C3NE) kämen auf überschaubarem Niveau bei Anlegern gut an.

Lenhart berichte von Abflüssen bei europäischen Staatsanleihen im iBoxx Sovereigns Eurozone Yield Plus Index (ISIN LU0952581402 / WKN DBX0N2). Ebenso hätten sich Investoren von fünf- bis siebenjährigen sowie sieben- bis zehnjährigen europäischen Bonds verabschiedet. (09.01.2018/fc/a/e)






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