ETF-Handel: Anleger sichern ihre Gewinne


06.02.18 16:12
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Talfahrt an den Aktienmärkten lässt ETF-Investoren nicht kalt, so die Deutsche Börse AG.

Händler würden von sehr starken Abgaben zum Wochenbeginn berichten. Betroffen seien vor allem Indices mit Unternehmen entwickelter Staaten. Die Sorge vor einem höher als erwarteten Zinsanstieg habe nach Ansicht von Analysten gestern die Wall Street und in Folge die asiatischen und europäischen Märkte massiv unter Druck gesetzt. Verstärkt worden sei der Rutsch am Aktienmarkt laut Helaba durch Hochfrequenzhändler und auf Algorithmen basierte Handelsprogramme. Der Dow Jones Industrial habe in der Spitze mehr als 1.500 Punkte abgegeben und sich aus dem Handel mit einem Minus von 4,6 Prozent verabschiedet.

Mittlerweile habe sich die Aufregung wieder etwas gelegt. "Heute stehen die ETF-Käufe deutlich im Vordergrund", melde Tobias Runkehl von IMC Financial Markets. Allerdings hätten sich die meisten Anleger gegenwärtig zunächst darüber klar zu werden versucht, wo die Reise von hier aus hingehe. "Danach wird unter Umständen umgeschichtet."

Ein ähnliches Bild zeichne Oliver Kilian von der UniCredit. "Die kurzfristigen Reaktionen waren eindeutig und die Anzahl der ETF-Trades am Montag ausgesprochen hoch." Produkte, die sich auf Indices mit europäischen, asiatischen und US-Standardwerten beziehen würden, hätten das Nachsehen.

Anleger hätten sich unterm Strich von ihren EURO STOXX 50-Produkten (ISIN LU0274211217 / WKN DBX1EU; ISIN IE0008471009 / WKN 935927) ebenso wie von MSCI Europe- (ISIN IE00BKWQ0Q14 / WKN A1191Q; ISIN FR0010261198 / WKN A0JDGC) und STOXX Europe 600-ETFs (ISIN DE0002635307 / WKN 263530; ISIN LU0328475792 / WKN DBX1A7) verabschiedet. Bei Betrachtung einzelner Länderindices seien Abgaben italienischer (ISIN DE000A0D8Q23 / WKN A0D8Q2) und spanischer Bluechips (ISIN LU0274212538 / WKN DBX1MD) besonders stark ins Gewicht gefallen.

Dem gegenüber verbuche Kilian bei DAX-Werten aller Emittenten sowohl Zu- als auch Abflüsse. Anders als anfänglich gedacht sei der deutsche Aktienmarkt mit einem Minus von gut 2 Prozent bislang von der Panik an der Wall Street verschont worden. Aktuell notiere das hiesige Aktienbarometer um 12.400 Punkte und halte sich damit deutlich oberhalb der Marke von 12.000 Punkten.

US-Aktien hätten Kilian zufolge zwar generell das Nachsehen gehabt. Anleger hätten sich beispielsweise zum Wochenbeginn in großem Stil von MSCI USA- (ISIN IE00BD4TYG73 / WKN A1W5DE; ISIN IE00BJ0KDR00 / WKN A1XB5V) und Nasdaq-ETFs (ISIN IE00B53SZB19 / WKN A0YEDL; ISIN FR0010892216 / WKN A1C0B6) getrennt. Andererseits würden S&P 500-Tracker gleichermaßen auf beiden Seiten gehandelt. Mit dem Strom schwämmen Investoren hinsichtlich der Entwicklung japanischer Aktien. "Tracker des MSCI Japan (ISIN IE00B42Z5J44 / WKN A1C5E6; ISIN LU0659580079 / WKN DBX0KT) standen auf den Abgabenlisten."

"Viele ETF-Investoren haben zunächst die Reißleine gezogen und ihre Gewinne glattgestrichen", beschreibe Frank Mohr die aktuelle Gemengelage. Das hätten die eindrucksvollen 48.000 ETF-Trades der vergangenen Woche belegt, die insbesondere ab Wochenmitte zum Tragen gekommen seien. "Damit nutzten Anleger den Vorteil von Indexfonds, auf Marktveränderungen schnell reagieren zu können", urteile der Commerzbank-Händler, der ebenfalls Rückkehrer am Markt ausmache. "Nun greifen einzelne Kunden wieder zu." Grundsätzlich sehe Mohr nach wie vor Aufwärtsperspektiven für Aktien, da die Zinsen auf absehbare Zeit niedrig bleiben würden.

Mit hohen Volumina im Handel mit Rentenwerten hätten sich Anleger unter anderem tendenziell von ihren Hochzinsanleihen verabschiedet, wie Kilian anmerke. In Summe abgestoßen würde etwa ein iShares-Produkt mit Unternehmensanleihen im Euro High Yield Corporate Bond Index sowie ein in US-Dollar geführter Wert mit Hochzinsanleihen von Unternehmen (ISIN IE00B74DQ490 / WKN A1J7MG). Ebenso kämen Geldmarktprodukte (ISIN LU0290358497 / WKN DBX0AN; ISIN LU0378437684 / WKN ETF100; ISIN FR0010510800 / WKN LYX0B6) überwiegend aus den Depots raus.

Viel Bewegung erkenne Kilian bei europäischen Staatsanleihen. Zu den meist gehandelten Werten mit Tendenz in beide Richtungen gehörten Tracker des Barclays Capital Euro Treasury Bond Index und iBoxx EUR Sovereigns Eurozone Total Return Index (ISIN LU0290355717 / WKN DBX0AC). Ein- bis dreijährige und sieben- bis zehnjährige US-Staatsanleihen (ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) stünden hingegen auf der Habenseite. (06.02.2018/fc/a/e)





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