ETF-Handel: Anleger bleiben US-Aktien treu


05.06.19 12:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nachgebende Aktienmärkte und eine damit einhergehende wachsende Risikoscheu prägen laut Händler das ETF-Geschäft, so die Deutsche Börse AG.

"Rund 44.000 ETF-Trades in einer feiertagsreichen Woche sind ausgesprochen stark", beschreibe Carsten Schröder von der Commerzbank. Das meiste habe sich in den Aktiensegmenten entwickelter Märkte abgespielt. "Dort hatten wir mit 51 Prozent insgesamt einen leichten Kaufüberhang."

Die starken Aktienverluste der vergangenen zwei Handelstage würden die Kunden von IMC mit Verkäufen insbesondere von Aktien kleinerer und mittlerer Unternehmen quittieren, wie Rick van Leeuwen feststelle. Etwa lösten viele Anleger ihre EURO STOXX Small-Positionen (ISIN DE000A0DPMZ2 / WKN A0DPMZ) auf. Tendenziell verabschiedeten sich Investoren zudem von EURO STOXX 50-Werten sowie ETFs mit französischen und deutschen Bluechips. MSCI Europe- (ISIN IE00BKWQ0Q14 / WKN A1191Q, ISIN LU0446734104 / WKN A0X97P) und S&P 500-Tracker zähle van Leeuwen zu den Gewinnern. Ebenso rückten defensive Aktien beispielsweise aus der Lebensmittelbranche in der Anlegergunst nach vorn. "Sicherheit ist gefragt", fasse der Händler zusammen.

Schröder bestätige die tendenzielle Abkehr von Nebenwerten und mache dies an überwiegenden Verkäufen von MDAX-ETFs fest. Dies spiegele die Vorsicht am Markt wider. Ansonsten kämen EURO STOXX 50-, MSCI World- und MSCI Japan-Tracker unterm Strich aus den Depots raus.

S&P 500-Produkte würden Schröders Bestenliste auf der Kaufseite anführen und gleichzeitig den zweiten Rang in der Liste der meist verkauften Aktien-ETFs belegen. Dazu zähle eine vergleichsweise große Umschichtung von einem S&P 500-Tracker in einen S&P 500 ESG-Wert. Neben der Gewichtung nach Marktkapitalisierung fließen bei dieser hierzulande von der UBS seit März angebotenen Variante Nachhaltigkeitskriterien in die Zusammensetzung von Wertpapieren mit ein, so die Deutsche Börse AG. "Seit rund einem Jahr gewinnt dieser Aspekt in unserem Geschäft stetig an Bedeutung", erinnere Schröder.

Im Zuge der höheren Volatilität an den Aktienmärkten registriere Schröder Zuspruch für Indexfonds, die sich am MSCI World Minimum Volatility Index (ISIN IE00B8FHGS14 / WKN A1J781) orientieren würden. Zudem lande eine S&P Minimum Volatility-Variante mit Absicherungen zum Euro verstärkt in den Depots. Der Fonds kombiniere dazu Aktien mit Devisentermingeschäften.

Den Löwenanteil der Umsätze mit branchenbezogenen ETFs sehe Schröder im Bereich Technologie. Mit einem leichten Kaufüberhang kämen Tracker des STOXX Europe Technologie (ISIN DE000A0H08Q4 / WKN A0H08Q) und S&P Technology Select Sector Index (ISIN IE00BWBXM948 / WKN A14QB5) häufig zum Zug. Zum Wochenbeginn hätten Berichte über eine US-Kartelluntersuchung der Marktmacht großer Technologiekonzerne wie Google und Facebook verunsichert. "Das zog die gesamte Branche in Mitleidenschaft." Immobilien belegten Rang zwei der meist gehandelten und in Summe gefragten Sektor-ETFs. Aktien etwa im STOXX Europe 600 Real Estate träfen auf Interesse und würden mit deutlichem Überhang gekauft. Britische Immobilien etwa im UK Property Index (ISIN IE00B1TXLS18 / WKN A0MZWN) überzeugten ebenfalls.

Den Handel mit Anleihen-ETFs würden die Händler als eher unauffällig beschreiben. Abgaben von US-Treasuries mit kurzer Laufzeit (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202) stünden zumeist Käufe fünf- bis zehnjähriger Bundesanleihen im Deutsche Börse Eurogov Germany Index (ISIN DE000ETFL201 / WKN ETFL20) gegenüber, wie Schröder informiere. (Ausgabe vom 04.06.2019) (05.06.2019/fc/a/e)