ETF-Handel: Aktien der Euroländer überzeugen


08.05.18 15:48
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Während der deutsche Aktienindex schrittweise verlorenen Boden wiedergutmacht - der DAX kletterte gestern mit Erreichen der Marke von 12.900 Punkten auf den höchsten Stand seit Februar - streichen ETF-Anleger lieber ihre Gewinne ein, so die Deutsche Börse AG.

Händler würden unisono eine tendenzielle Abkehr von deutschen Bluechips (ISIN DE0005933956 / WKN 593395) melden. "Sehr stark gefragt sind EURO STOXX 50-Tracker (ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN FR0007054358 / WKN 798328) und Aktien mittelgroßer europäischer Unternehmen im STOXX Europe Mid 200", berichte Oliver Kilian. Bei Anlegern kämen zudem MSCI Europe-ETFs (ISIN LU1681042609 / WKN A2H567, ISIN FR0010261198 / WKN A0JDGC) gut an. Insgesamt verbuche der Händler der UniCredit trotz verkürzter Woche ein ansehnliches Handelsaufkommen.

Rick van Leeuwen erkenne ein klares Muster hin zu Indexfonds, die sich am marktbreiten MSCI World orientieren würden. "Gefragt sind Produkte verschiedener Emittenten (ISIN FR0010315770 / WKN LYX0AG, ISIN LU0455009851 / WKN DBX0DV)", informiere der Händler von IMC Markets, der von einer eher ruhigen Zeit im ETF-Handel spreche. Kleinere Unternehmen etwa im Dow Jones STOXX Small 200 Index (ISIN DE000A0D8QZ7 / WKN A0D8QZ, ISIN IE00B60SWZ49 / WKN A0RGCN) würden unterm Strich aus den Depots verkauft. Im Einklang mit dem gestrigen Auftrieb am Schweizer Aktienmarkt - der Swiss Market Index habe um 0,84 Prozent auf 8.978 Punkte zugelegt - hätten Anleger verstärkt zu SMI-ETFs gegriffen. Ein steigender US-Dollar verbessere tendenziell die Aussichten für exportorientierte Unternehmen.

Auch Kilian spreche von auffälligem Interesse an MSCI World-ETFs (ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH, ISIN IE00B441G979 / WKN A1C5E7, ISIN IE00B0M62Q58 / WKN A0HGV0). "Hier stehen Käufe klar im Vordergrund." Ebenso hätten Investoren in Summe auf S&P 500- (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53) und MSCI USA-Tracker (ISIN LU1681042864 / WKN A2H57D, ISIN IE00BD4TYG73 / WKN A1W5DE) gesetzt. Kleine US-Firmen, beispielsweise im S&P Small Cap 600 Index, würden hingegen per Saldo abgestoßen. Das gelte auch für europäische Werte im STOXX Europe Small 200 und MSCI EMU Small Cap Index (ISIN IE00B3VWMM18 / WKN A0X8SE).

EURO STOXX 50-ETFs würden bei der Commerzbank die Bestenliste auf der Kaufseite anführen, gefolgt von MSCI World- und S&P 500-Produkten. "Die rund 35.000 ETF-Transaktionen können sich angesichts des Feiertages durchaus sehen lassen", bemerke Carsten Schröder. Über alle Anlageklassen hinweg hätten mit 58 Prozent die Zuflüsse dominiert.

ETFs mit Schwellenländer-Aktien würden tendenziell Anhänger verlieren, wie Schröder anmerke. In der Verkaufsstatistik hätten Tracker des MSCI Emerging Markets (ISIN FR0010429068 / WKN LYX0BX, ISIN LU0480132876 / WKN UB42AA) vordere Ränge belegt.

Kilians Kunden hätten sich unterm Strich von Aktien asiatischer Länder etwa im MSCI EM Asia, MSCI Asia Pacific ex Japan Index (ISIN FR0010312124 / WKN LYX0AB) und MSCI Taiwan Index in lokaler Währung verabschiedet.

Im viel beachteten Energiesektor dominiere laut Schröder Optimismus. Anleger hätten zum Beispiel auf S&P US Energy Select Sector-ETFs gesetzt, die vorrangig Unternehmen aus dem Energiesektor in den USA aus dem S&P 500 Index enthalten würden. "Die Ölpreise befinden sich nahe dem Hoch von 2006", begründe der Händler den Zuspruch. Von rege gehandelten Immobilien-Aktien (ISIN IE00B0M63284 / WKN A0HGV5) und dem Technologiesektor (ISIN FR0010344796 / WKN LYX0AW) hätten sich die Commerzbank-Kunden hingegen in Summe getrennt.

Den Handel mit Festverzinslichem beschreibe der Kilian als bunt gemischt. Etwa seien bei der UniCredit ETFs mit US-Treasuries häufig über den Tisch gegangen. "Anleger schichteten von Kurzläufern zwischen einem und drei Jahren (ISIN IE00BYXPSP02 / WKN A2DN9Z, ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202) auf Staatsanleihen mit mittlerer Laufzeit (ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) um", schätze der Händler.

Viel Aktivität auf der Abgabenseite gebe es für Staatsanleihen aus dem Euroraum, die im Deutsche Börse Eurogov Germany Index und eb.rexx Government Germany Index (ISIN DE0006289465 / WKN 628946) enthalten seien. Häufig gehandelte hochverzinsliche Unternehmensanleihen (ISIN IE00B66F4759 / WKN A1C3NE, ISIN IE00B6YX5M31/ A1JKSU) seien hingegen gesucht.

Generell würden ETFs immer beliebter. Das locke nach Ansicht von Morningstar zunehmend Anbieter in den Markt. Der dadurch entstehende größere Wettbewerb komme Anlegern durch niedrigere Preise zugute. "Hier funktionieren die marktwirtschaftlichen Prinzipien von Angebot und Nachfrage", beschreibe das Analysehaus in seinem Bericht für das erste Quartal. Der Anteil passiv verwalteter Produkte am gesamten europäischen Fondsmarkt sei in den ersten drei Monaten im Vorjahresvergleich von 15,3 auf 15,8 Prozent gestiegen. Mit eindrucksvollen 26,4 Prozent falle das organische Wachstum hin zu Aktien-ETFs besonders stark ins Gewicht. (08.05.2018/fc/a/e)





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