Drei Jahre BNP Paribas Green Bond Fund: Jahrestag - und ein Wendepunkt für den gesamten Markt


05.10.20 13:30
BNP Paribas Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Grüne Anleihen sind derzeit wohl das bekannteste Instrument in Sachen Green Finance: Die Anleihen, deren Erlöse ausschließlich für nachhaltige Projekte eingesetzt werden sollen, haben zuletzt großen Zulauf erlebt, so die Experten von BNP Paribas Asset Management.

Laut der Climate Bonds Initiative habe das Emissionsvolumen 2019 weltweit bereits 257,5 Milliarden US-Dollar betragen, für 2020 würden womöglich rund 350 Milliarden US-Dollar erwartet.

Deutschland habe Anfang September seine erste grüne Staatsanleihe platziert - die Nachfrage der Investoren sei enorm gewesen. Mit einem Gesamtvolumen von 6,5 Milliarden Euro habe der Emissionserlös nahe der Obergrenze gelegen. Vor allem wegen ihres Konzepts als "Zwillingsanleihe" habe die grüne Bundesanleihe weltweit viel Beachtung gefunden: Für jeden "Green Bond" werde auch eine konventionelle Anleihe mit gleicher Laufzeit und gleichem Kuponzins emittiert. So hätten Investoren jederzeit Preistransparenz und könnten sehen, wie teuer oder günstig die grüne Anleihe im Vergleich sei.

Deutschland sei damit später dran als seine Nachbarn. Frankreich, Belgien, Irland, die Niederlande oder Polen hätten bereits grüne Zinspapiere am Markt. Doch der Ausbau erfolge mit Nachdruck: Auf die September-Emission könnte im vierten Quartal 2020 eine zweite erfolgen, voraussichtlich mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Mit diesen grünen Anleihen werde die Eurozone sechs Green Bonds mit Laufzeiten von fünf bis 20 Jahren und Ratings von AA bis AAA haben, mit einem ausstehenden Gesamtbetrag von fast 60 Milliarden Euro. Nicht zuletzt plane Deutschland, im Jahr 2020 grüne Anleihen im Wert von 8 bis 12 Milliarden Euro auszugeben, mit anderen Worten: Bis zu 20 Prozent der gesamten ausstehenden grünen Staatsanleihen der Eurozone.

"Green Bonds sind nicht länger ein Nischenmarkt. Die bisherigen Zahlen sind bereits durchaus signifikant", erkläre Hagen Schremmer, CEO von BNP Paribas Asset Management Deutschland. "Und dies noch bevor die Europäische Union Mitte September erklärte, für den Corona-Wiederaufbau grüne Bonds im Wert von 225 Milliarden Euro auszugeben." Wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angekündigt habe, sollten bei der anstehenden Mittelbeschaffung 30 Prozent der insgesamt 750 Milliarden Euro über grüne Anleihen eingenommen werden. "Das ist ein Wendepunkt für den expandierenden Markt", so Schremmer weiter.

Warum Anleger jetzt in Green Bonds investieren sollten, erkläre Arnaud-Guilhem Lamy, Spezialist für Anleihen und Nachhaltiges Investieren (SRI) im Team von BNP Paribas Asset Management: "In finanzieller Hinsicht bieten grüne Anleihen genau die gleichen Merkmale wie klassische Anleihen - das heißt, der ökologische Mehrwert ist kostenlos. Dazu kommt: Der Markt insgesamt ist erwachsen geworden. Noch vor wenigen Jahren herrschte ein ausgeprägter Hang zu Anleihen der öffentlichen Hand. Heute decken grüne Anleihen ein breites Spektrum von Emittenten aus verschiedenen Sektoren und Ländern ab; sie bieten echte Diversifizierung."

Ein Selbstläufer sei die Asset-Klasse aber nicht: Ein gesetzliches Regelwerk für grüne Anleihen gebe es noch nicht, nur die "Green Bond Principles" als freiwillige Richtlinien. Prinzipiell könne jeder Anbieter Green Bonds ausgeben. Anleger müssten also genau prüfen, wo ihr Geld hinfließe und dem Anbieter vertrauen, dass er es dem vereinbarten Zweck zuführe. Die SRI-Experten von BNP Paribas Asset Management, die aktuell etwa 1,3 Milliarden Euro in Green Bonds verwalten würden, würden diesen Herausforderungen mit einem besonderen Investment-Ansatz, ihrem "Screening for Green", begegnen.

Um die Nachhaltigkeit einer Anleihe vor dem Kauf für ihren Green Bond Fund (ISIN LU1620157021 / WKN A2H5BY) zu prüfen, seien die Fondsmanager bei jedem Emittenten zum Gespräch vor Ort. Dazu kämen regelmäßige Treffen zur laufenden Beobachtung der gewünschten Effekte während der gesamten Laufzeit der Anleihe. Die Manager würden sich bei der Wahl ihrer Investments also nicht nur auf die Ex-ante-Bewertung im Vorfeld beschränken. Emittenten, die ein Jahr nach der Emission ihrer Anleihe noch keinen detaillierten Impact Report geliefert hätten, würden auch aus dem Investment-Universum ausgeschlossen. Lamy: "Unserer Ansicht nach ist es wichtig, dass grüne Projekte aus Sektoren stammen, die intuitiv als "nicht nachhaltig" empfunden werden - wie etwa der Versorgungssektor oder die Automobilindustrie. Unternehmen, die solche Projekte in Angriff nehmen, handeln vorbildlich und können oft rasche Erfolge erzielen. Damit schaffen sie auch langfristig einen Mehrwert für Anleger. Darauf wollen wir hinwirken."

Der junge Green Bond Fund habe seit der Auflegung 2017 über 688 Millionen Euro eingesammelt (Stand: September 2020) und halte überwiegend Papiere öffentlicher Emittenten. Dazu kämen Unternehmensanleihen von Versorgern, Finanzinstituten und Industriekonzernen, wie etwa Apple oder Toyota. Der Fonds investiere weltweit mindestens 83,5 Prozent seines Vermögens in Anleihen, die als "grün" deklariert seien. Im Schnitt würden die derzeit 152 Positionen im Portfolio 0,21 Prozent Effektivverzinsung bringen (Yield to maturity, Stand: August 2020). (05.10.2020/fc/a/f)






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