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Devisenfonds: Sinnvoll für die langfristige Anlage?


11.05.18 15:00
fondscheck.de

Bad Marienberg (www.fondscheck.de) - Seit dem Jahr 2004 bieten Kreditinstitute und Banken sogenannte Währungsgeschäfte auch als Anlageprodukte an. Dabei ist im Vorfeld jedoch zu unterscheiden, ob es sich um einen passiven oder aktiven Fonds handelt. Der aktive Fonds wird von einem Fondsmanager verwaltet, beim passiven Fonds handelt es sich um ETFs oder auch Indexfonds, die nur einen bestimmten Währungskorb abbilden. Nur alleine in Deutschland stehen aktuell um die 60 Devisenfonds zur Verfügung. Das heißt, die Anleger haben eine enorm große Auswahl. Doch wie sinnvoll sind Devisenfonds, wenn der Sparer auf der Suche nach einer langfristigen Anlage ist?

Münzstapel mit Uhr

Sicherheitsorientiert oder spekulativ?


Möchte man Devisenfonds in die persönliche Geldanlage integrieren, so ist das selbsterstellte Risikoprofil zu berücksichtigen. Wer sich als sicherer Anleger bezeichnet, sollte darauf achten, dass der Vermögensanteil im Devisenfonds recht klein gehalten wird. All jene, die gerne spekulieren und auf hohe Gewinne hoffen, können Devisenfonds auch als recht kurzfristige Geldanlage ins Portfolio nehmen. Wichtig ist, dass die Anlage breit gestreut wird - einerseits kann man so das Risiko reduzieren, andererseits ist es möglich, dass durch die breite Streuung die abrupten Währungsschwankungen abgefedert werden können. Jedoch ist es wichtig, vor allem dann, wenn ein kurzfristiger Anlagehorizont verfolgt wird, dass der Anleger weiß, in welche Währungen (exotisch und volatil oder solide und stabil?) der Fonds investiert.

Doch es gibt nicht nur Vorteile - es ist das hohe Risiko, das sehr wohl ein extremer Nachteil ist. Schlussendlich können Währungsschwankungen immer wieder beobachtet werden - selbst Experten wissen oftmals nicht, warum es zu Währungsschwankungen gekommen ist. Mitunter können sich also die Kurse derart rasch ändern, sodass der Anleger gar nicht rechtzeitig reagieren kann. Das ist auch der Grund, warum Devisenfonds vorwiegend mit Misch-Portfolios arbeiten, sodass das Risiko reduziert werden kann.

Welche Strategie wird verfolgt?


Am Ende geht es immer um die verfolgte Strategie des Devisenfonds. So gibt es beispielsweise die Value- und Growth-Strategie - hier setzt man auf das konservative Wachstum oder den starken Zuwachs; es wird ausschließlich in solide Währungen, das ist mitunter der US Dollar, investiert. Bei der Momentumstrategie setzt man auf liquide Währungen (beispielsweise Yen); mit Niedrigzinsdevisen werden in weiterer Folge Investitionen in andere Währungen getätigt. Bei der Carry-Strategie, das ist die wohl riskanteste Anlageform, erfolgt die Investition immer in Hochzinswährungen, wobei das Geld auch als Kredit in Niedrigzinswährungen aufgenommen werden kann. Das Ziel? Man will von Zinsdifferenzen zwischen den Währungsräumen profitieren. Doch nur selten entscheiden sich Fondsmanager für eine einzige Strategie - mitunter können auch die drei Strategien gleichzeitig angewandt werden.

Mann sitzt an Schreibtisch

Zwei empfehlenswerte Devisenfonds


Zu den wichtigsten Devisenfonds gehören db x-trackers Currency und auch KBC Renta. Letzterer richtet sich vorwiegend an professionelle Kunden, die eine Bilanzsumme von mindestens 20 Millionen Euro oder einen Umsatz von 40 Millionen Euro vorweisen können. Bei KBC Renta handelt es sich um einen aktiv gemanagten Fonds, der in Renten anlegt. Der Fonds ist thesaurierend. Bevorzugt werden vorwiegend schwedische Anleihen von erstklassigen Debitoren.

Die Performance des Fonds ist positiv - innerhalb der letzten fünf Jahre konnte eine Wertsteigerung von 27 Prozent verbucht werden. db x-trackers Currency, der Devisenfonds der Deutschen Bank, bildet ausschließlich den Deutsche Bank Valuation Index ab. Dabei handelt es sich um einen noch jungen ETF mit extrem niedrigen Gebühren. Die Anlagestrategie im Detail: Gekauft werden drei unterbewertete G10 Währungen, wobei parallel drei überbewertete G10 Währungen verkauft werden - immer in 3-Monats-Terminkontrakten. Vorrangig wird in übertragbare Wertpapiere investiert. (11.05.2018/fc/a/f)