DWS SDG Global Equities: Die Rückkehr der Plastikmöbel - Fondsanalyse


04.09.19 10:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der DWS Invest SDG Global Equities investiert in Unternehmen, die einen wichtigen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen leisten. Neben finanziellen Aspekten spielen auch soziale und ökologische Kriterien eine wesentliche Rolle bei der Auswahl viel versprechender Aktien, so der Fondsmanager Paul Buchwitz.

Eine Kreditkarte zum sonntäglichen Frühstück - ein absurder Gedanke? Nicht ganz. Eine aktuelle Untersuchung der University of Newcastle in Australien zeige, dass Menschen im Schnitt pro Woche fünf Gramm Mikroplastik zu sich nehmen würden. Das entspreche dem Gewicht einer Kreditkarte. Kein Wunder - pro Jahr würden weltweit geschätzt acht Millionen Tonnen Kunststoff im Meer landen, von Fischernetzen bis Verpackungsfolien. Rechnerisch sei das eine Containerladung pro Minute. Sonnenlicht und Wellen würden den Plastikabfall so lange zerlegen, bis nur noch kleinste Partikel übrig seien. Dieses Mikroplastik gelange dann langfristig auch in die menschliche Nahrung.

Doch es tue sich was. Gesellschaftlich zum Beispiel: Unter dem 2016 ins Leben gerufenen Hashtag #breakfreefromplastic würden sich weltweit gut 1.500 Organisationen mit dem gemeinsamen Ziel tummeln, den Plastikmüll zu reduzieren. Aber auch die Politik setze Zeichen: Die EU wolle Plastikteller und -besteck ab 2021 verbieten. Vier Jahre später peile Chinas Provinz Hainan ein Verbot von Einwegplastik an. Auch in Firmen werde umgedacht. Das niederländische Unternehmen Plastic Whale etwa fische Plastikmüll, vor allem PET-Flaschen, aus den Grachten und verarbeite sie zu Schreibtischen oder Stühlen. Die 70er Jahre, in denen Plastikmöbel en vogue gewesen seien, würden grüßen lassen. Die Möbelstücke würden maritime Namen wie die Lampe "Seepocke" oder der "Wal-Tisch" tragen.

Das Ganze funktioniere auch eine Nummer größer: adidas beispielsweise kooperiere mit der Organisation Parley for the Oceans. Parley sammle Plastik aus dem Meer, adidas mache Sportschuhe daraus. Der Plan des Sportartikelherstellers: Bis 2024 solle nur noch wiederverwertetes Plastik in Laufschuhen und Kleidung verwendet werden. Bei Aldi Süd wiederum wolle man den Müll von vornherein reduzieren, indem alle Verpackungen der Eigenmarken des Discounters ab 2022 recyclingfähig sein sollten - weltweit würden bislang nur neun Prozent des Plastiks aufbereitet. Und der Verbrauchsgüterkonzern Unilever habe zuletzt in Deutschland eine Reihe Haushaltspflegemittel auf den Markt gebracht, deren Flaschen allein aus aufbereitetem Kunststoff bestünden.

Nicht nur Umweltschützer und Konsumenten würden diese Entwicklung verfolgen, auch professionelle Anleger wie DWS-Fondsmanager Paul Buchwitz würden sich für den Umgang mit dem Thema Plastik interessieren. Aus gutem Grund: Wer umdenke und nachhaltig agiere, punkte bei den Kunden und sei damit auch für Investoren einen Blick wert. Zumal sich der Ansatz auch wirtschaftlich rechne. Buchwitz manage den Aktienfonds DWS SDG Global Equities und investiere in Unternehmen, die einen positiven Beitrag zur Erreichung mindestens eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leisten würden. "Für uns kommen Unternehmen infrage, die Abfälle vermeiden, aber auch Firmen, die sich aufs Recyceln spezialisiert haben."

Eine Nische sei Recycling schon lange nicht mehr. "Das ist ein Riesenmarkt, der stetig wächst", so Buchwitz. In Zahlen: Mehr als 11.000 Unternehmen würden in der Kreislaufwirtschaft für einen jährlichen Umsatz von rund 70 Milliarden Euro sorgen, würden Daten des Umweltbundesamts zeigen. Mehr noch: Zwar solle die Müllmenge bis 2030 um 80 Prozent wachsen, rechne McKinsey vor. Aber auch das Recycling dürfte kräftig zulegen - dann könnten bis zu zwei Drittel des Abfalls weiterverwendet werden. Clevere Ideen gebe es jedenfalls genug. Schon heute würden in Istanbul die Ticketautomaten für die U-Bahn leere Plastikflaschen und Getränkedosen als Zahlungsmittel akzeptieren. Statt im Abfalleimer zu landen, könnten die Flaschen so zum Beispiel noch als Fleecepullover, Schulranzen oder Kuscheldecke gute Dienste leisten. (Ausgabe vom 03.09.2019) (04.09.2019/fc/a/f)






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