DWS Invest SDG Global Equities LD-Fonds: 11/2020-Bericht, Unternehmen mit eher zyklischem Charakter aufgestockt


05.01.21 10:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Aktienfonds DWS Invest SDG Global Equities investiert in Unternehmen, die einen positiven Beitrag zur Erreichung mindestens eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (Sustainable Development Goals, sog. SDG) leisten, so Paul Buchwitz, Fondsmanager bei DWS.

Im Gesamtportfolio des Fonds werde angestrebt, dass durchschnittlich 50% der Unternehmenserträge zur Erreichung der 17 Ziele beitragen würden. Alle im Fonds enthaltenen Unternehmen würden zusätzlich die definierten ESG - Standards der DWS erfüllen.

Der November sei von zwei großen Ereignissen geprägt gewesen, die die globalen Aktienmärkte deutlich in die Höhe gezogen hätten. So habe der eindeutige, wenn auch knapper als erwartete Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen zugunsten Joe Bidens für Hoffnung an den Börsen gesorgt, dass es in Zukunft wieder eine konstruktivere Handelspolitik der USA geben könnte. Weiteren Antrieb hätten die positiven Meldungen zu mehreren COVID-19-Impfstoffen gegeben, vor allem in Bezug auf deren hohen Wirksamkeitsgrad. Dies habe gerade solche Unternehmen beflügelt, die bisher besonders unter den Folgen der Pandemie und der Lock-Downs gelitten hätten bzw. aktuell leiden würden.

Vor diesem Hintergrund habe eine deutliche Trendumkehr an den Börsen eingesetzt, sowohl auf regionaler als auch sektoraler Basis. So habe der wichtige US-amerikanische Aktienmarkt, gemessen am S&P 500 (in US-Dollar) um 10,8% zugelegt. Zudem seien amerikanische Werte aus europäischer Sicht vom schwächeren US-Dollar belastet worden. Dagegen habe der europäische Aktienmarkt, gemessen am MSCI Europe, um 13,8% zulegen können, wobei gerade die Börsen in Südeuropa noch stärker profitiert hätten. Die Börse in Tokio habe ebenfalls deutlich zugelegt, um 11,2% gemessen am TOPIX Index (in Yen). Schlussendlich hätten auch die Schwellenländer spürbar zugelegt, der MSCI Emerging Markets sei um 9,2% (in US-Dollar) gesprungen.

Akzentuierter sei der November auf sektoraler Basis gewesen. Am deutlichsten habe sich die Hoffnung auf eine zügige wirtschaftliche Erholung Dank der Impfstoffe bei den Energiewerten widergespiegelt. Der Sektorindex sei trotz nur leicht steigender Ölpreise um 28,7% (in US-Dollar) in die Höhe gesprungen. Auch der Finanzsektor habe um 19,6% zugelegt, wobei vor allem die Banken deutlich von den Hoffnungen auf weniger Kreditausfälle profitiert hätten. Überdurchschnittliche Kursgewinne habe es auch bei zyklischen Sektoren wie Industrie, Rohstoffe oder Einzelhandel gegeben. Dagegen seien defensive Sektoren wie Konsum, Gesundheit oder Versorger kaum gefragt gewesen. Am Rohstoffmarkt habe Gold deutlich nachgegeben, dagegen seien Industriemetalle gestiegen.

Bei der Konstruktion des Portfolios wurde berücksichtigt, dass wir uns wahrscheinlich eher am Ende, als am Anfang des Konjunkturzyklus befinden, so die Experten der DWS. Spätzyklische Sektoren wie Versorger, Nahrungsmittel und Gesundheitswerte seien im Portfolio stärker gewichtet als beispielsweise im MSCI World All Country. Zudem bestehe das Portfolio, gemessen an der Marktkapitalisierung, aus über 60% großen und sehr großen Unternehmen. Diese Unternehmen würden meist über ein regional breit diversifiziertes Produktportfolio und ausreichend Ressourcen verfügen, um auch einen zyklischen Abschwung gut zu überstehen. Grundsätzlich aber liege der Fokus auf Aktien von Firmen mit nachhaltigen, wachstumsorientierten Geschäftsmodellen, soliden Bilanzen, starken Managements und attraktiven Bewertungen.

Darüber hinaus werde darauf Wert gelegt, dass diese Unternehmen einen signifikanten Beitrag zu den UN Nachhaltigkeitszielen leisten könnten. Im November hätten die Experten nach sehr guter Wertentwicklung wieder Gewinne im Solarsektor realisiert, sodass der Sektor Ende des Monats noch mit ca. 5% im Portfolio vertreten gewesen sei. Aufgestockt hätten die Experten unter anderem Unternehmen mit eher zyklischem Charakter wie zum Beispiel die Smurfit Kappa die als nachhaltiger Verpackungshersteller potentiell zum UN Nachhaltigkeitsziel 12 "Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster" beitrage. Schon im Jahr 2018 seien zu 75% recycelte Fasern zur Herstellung von Papierverpackungen verwendet worden.

Der DWS Invest SDG Global Equities habe im November 10,17% zugelegt und damit vor dem MSCI Welt all country (total return, in Euro) gelegen, der im gleichen Zeitraum 9,47% an Wert gewonnen habe. Ein Teil dieser Differenz sei durch die unterschiedlichen Bewertungszeitpunkte am Monatsbeginn zu erklären. Die relative Wertentwicklung des Fonds sei im Berichtsmonat sowohl durch die Kassenhaltung von ca. 7% als auch durch die Sektorallokation sowie die Einzeltitelselektion beeinflusst worden. Im Kern sei die Erholung an den Aktienmärkten nach den ermutigenden Testergebnissen bei COVID-19-Impfstoffen von einer Rotation getragen worden.

So hätten vor allem diejenigen Titel auf den Kaufzetteln gestanden, die im bisherigen Jahresverlauf teilweise dramatisch unter der Pandemie gelitten hätten und nun vom möglicherweise höchsten Erholungspotential profitieren könnten. Das werde exemplarisch deutlich an den Kursbewegungen bei Ölunternehmen oder europäischen Banken, die jeweils um knapp 30% hätten zulegen können. In ähnlicher Größenordnung hätten sich auch die Aktien von Fluggesellschaften bewegt. Diese Unternehmen würden meist nicht im erheblichen Umfang mit Ihren Produkten und Serviceleistungen zur Erreichung der UN Nachhaltigkeitsziele beitragen und seien deshalb im Portfolio so gut wie nicht vertreten.

Zudem habe der Abverkauf von Qualitätstiteln und auch Unternehmen, die von der Pandemie profitiert hätten, für einen weiteren Nachteil im Portfolio gesorgt, in dem diese Werte überdurchschnittlich vertreten gewesen seien. Letztendlich hätten diese Nachteile nahezu ausgeglichen werden können durch die sehr gute Wertentwicklung einiger Titel aus dem Umweltbereich, insbesondere aus dem Bereich erneuerbare Energien. Darüber hinaus hätten auch einige Unternehmen aus dem Gesundheitssektor signifikant zur relativen Wertentwicklung beigetragen. Besonders gefragt seien hier Entwickler von Corona Impfstoffen gewesen.

Auch nach den Wahlen in den USA würden viele Fragen noch offen bleiben. Trotz Verunsicherungen sowohl über weitere politische Ereignisse und über die Konjunkturlage in den wichtigsten Ländern sei das Gesamtbild aber weiterhin verhalten konstruktiv. Die Entwicklung der Covid-19-Pandemie werde genau beobachtet und könne zu weiteren Schwankungen an den globalen Aktienmärkten führen.

Die Aufhebung längerfristiger Quarantänemaßnahmen führe derzeit in Asien zu einer leichten Entspannung der wirtschaftlichen Situation. Sie werde allerdings konterkariert durch die Wiedereinführung regionaler Ausgangsbeschränkungen, hauptsächlich in Europa. Jedoch würden sowohl massive geldpolitische als auch fiskalpolitische Maßnahmen die Weltwirtschaft weiterhin unterstützen, was auch den Aktienmärkten zu Gute komme. Entscheidend für das globale Wachstum würden die Effektivität der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus sowie die Dauer dieser Krise sein.

Die Hoffnungen auf eine konstruktive Lösung im globalen Handelsstreit hätten sich verbessert. Außerdem bleibe die Situation in Europa genau zu beobachten, wo neben der Covid-19-Pandemie auch die Auswirkungen des Brexit auf das Wirtschaftswachstum noch unklar seien. Die Schwellenländer stünden weiterhin vor großen Herausforderungen, sollten jedoch aller Voraussicht nach ein, wenn auch eher mittelfristiger Treiber der Weltkonjunktur bleiben. Kurzfristige Schwankungen bei Schwellenländer-Investments würden sicher auch für die Zukunft zu erwarten sein.

Ein anderer Aspekt komme hinzu: Die Zinsen würden historisch gesehen weiterhin niedrig bleiben. Für Anleger auf der Suche nach "Rendite" würden Aktien daher aus Mangel an Anlagealternativen notwendig bleiben und könnten zumindest strategisch die Aktienmärkte weiter unterstützen. Voraussetzung dafür sei eine weiterhin expansive Geldpolitik der Zentralbanken. Entsprechende Zuflüsse zu Aktienfonds oder Änderungen der Vermögensallokation bei Versicherungen und Pensionsfonds seien deswegen weiterhin genau zu beobachten. (Stand vom 30.11.2020) (05.01.2021/fc/a/f)





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