DWS Invest SDG Global Equities LD-Fonds: 09/2021-Bericht, Gewinne bei der Geberit AG mitgenommen


05.11.21 14:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Aktienfonds DWS Invest SDG Global Equities LD investiert in Unternehmen, die einen positiven Beitrag zur Erreichung mindestens eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (Sustainable Development Goals, sog. SDG) leisten, so Paul Buchwitz, Fondsmanager bei DWS.

Im Gesamtportfolio des Fonds werde angestrebt, dass durchschnittlich 50% der Unternehmenserträge zur Erreichung der 17 Ziele beitragen würden. Alle im Fonds enthaltenen Unternehmen würden zusätzlich die definierten ESG - Standards der DWS erfüllen.

Im September habe es den ersten größeren Rücksetzer an den globalen Aktienmärkten seit dem Frühjahr gegeben. Der Hauptauslöser seien die höheren Inflationsraten gewesen, die trotz beruhigender Worte der Zentralbanken zu einem Zinsanstieg bei längeren Laufzeiten geführt hätten. So habe der 10-jährige Zinssatz in den USA von 1,30% auf 1,52% zugelegt, ebenso seien die Zinsen für 10-jährige deutsche Staatsanleihen von -0,38% auf -0,20% hochgegangen.

Daneben würden sich die stark gestiegenen Rohstoffkosten und auch der Mangel an Vorprodukten, z.B. bei Halbleitern, mittlerweile nachteilig bei vielen Unternehmen bemerkbar machen und hätten bereits in einigen Branchen zu ersten Fällen von reduzierten Gewinnaussichten geführt. Die höheren Energiekosten hätten auch erste politische Diskussionen ausgelöst und dürften auch die Konsumentenstimmung belasten.

Schließlich habe auch China weiterhin für Unsicherheit gesorgt, sowohl beim Immobiliengiganten Evergrande als auch mit zunehmend aggressiver staatlicher Regulierung in verschiedenen Bereichen. Insgesamt habe es an den meisten Aktienmärkten Kursrückgänge gegeben. Die Ausnahme sei Japan gewesen, wo COVID-Lockerungen und eine neue Regierung an den Finanzmärkten für Rückenwind gesorgt hätten. Der Topix Index habe um 3.5% (in Yen) zugelegt. Am US Aktienmarkt habe der S&P 500 um 4,8% nachgegeben, der wachstumsorientierte NASDAQ Index habe sogar 5,3% im September verloren (beides in US-Dollar).

In Europa habe der MSCI Europe um 3,1% nachgegeben (in Euro), hier seien Nebenwerte sogar noch stärker betroffen gewesen. In den Schwellenländern habe es ebenfalls Verluste gegeben, besonders in Lateinamerika (MSCI Emerging Markets in US-Dollar: -4,3%). Auf der sektoralen Verteilung hätten sich die höheren Zinsen besonders bemerkbar gemacht. Zinssensitive Branchen wie Stromversorger hätten zu den Schlusslichtern gehört, der Finanzsektor habe daher Dank des hohen Gewichts an Banken, die von höheren Zinsen profitieren sollten, die Kursrückgänge gering halten können. Positiv sei der Energiesektor hervorgetreten, wo der massive Anstieg des Rohölpreises zu deutlichen Kursgewinnen geführt habe.

Bei der Konstruktion des Portfolios wurde berücksichtigt, dass wir uns wahrscheinlich eher am Ende, als am Anfang des Konjunkturzyklus befinden, so die Experten der DWS. Spätzyklische Sektoren wie Versorger und Gesundheitswerte seien im Portfolio stärker gewichtet als beispielsweise im MSCI World All Country. Zudem bestehe das Portfolio, gemessen an der Marktkapitalisierung, aus über 60% großen und sehr großen Unternehmen. Diese Unternehmen würden meist über ein regional breit diversifiziertes Produktportfolio und ausreichend Ressourcen verfügen, um auch einen zyklischen Abschwung gut zu überstehen. Grundsätzlich aber liege der Fokus auf Aktien von Firmen mit nachhaltigen, wachstumsorientierten Geschäftsmodellen, soliden Bilanzen, starken Managements und attraktiven Bewertungen.

Darüber hinaus werde darauf Wert gelegt, dass diese Unternehmen einen signifikanten Beitrag zu den UN Nachhaltigkeitszielen leisten könnten. Im September hätten die Experten unter anderem ihre Beteiligung an Ecolab Inc., die kürzlich ein neues Allzeithoch erreicht habe, komplett verkauft. Ecolab Inc. sei ein weltweiter Anbieter von Wasser-, Hygiene- und Infektionsschutzlösungen für Kunden in den Bereichen Lebensmittel, Gesundheitswesen, Gastgewerbe, Industrie und trage mit seinen Produkten potentiell zum UN Nachhaltigkeitsziel 6 "Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen" bei.

Darüber hinaus hätten die Experten Gewinne bei der Geberit AG mitgenommen und ihre Position deutlich reduziert, auch dieses Unternehmen trage potentiell zum UN Nachhaltigkeitsziel 6 bei. Auf der anderen Seite hätten die Experten ihre Position in Waste Management, Inc. erhöht. Das Unternehmen biete Dienstleistungen im Bereich der Abfallwirtschaft an, einschließlich Sammlung, Umladung, Recycling, Ressourcenrückgewinnung und Entsorgungsdienste und betreibe Anlagen zur Energiegewinnung aus Abfall. Mit seinen Aktivitäten trage Waste Management potentiell zum Ziel 12 "Nachhaltiger Konsum und Produktion" bei.

Der DWS Invest SDG Global Equities habe im September 2,74% an Wert verloren und damit hinter dem MSCI Welt all country (total return, in Euro) gelegen, der im gleichen Zeitraum 2,14% an Wert verloren habe. Ein Teil dieser Differenz sei durch die unterschiedlichen Bewertungszeitpunkte am Monatsbeginn zu erklären. Die relative Wertentwicklung des Fonds sei im Berichtsmonat sowohl durch die Sektorallokation als auch die Einzeltitelselektion beeinflusst worden.

Die Übergewichte bei Versorgern und Immobilienunternehmen seien im September von Nachteil gewesen. Diese Sektoren seien in der Regel zinssensitiv, da sich steigende Zinsen negativ auf die Finanzierungskosten auswirken könnten. Für Finanzwerte, insbesondere Banken seien steigende Zinsen in der Regel allerdings von Vorteil. Das Untergewicht des Finanzsektors habe somit im September nicht positiv zur relativen Wertentwicklung beitragen können.

In der Kommunikationsbranche hätten vor allem die asiatischen Internetunternehmen belastet, die im Augenblick im Rampenlicht der chinesischen Regulierungsbehörden stünden, hier habe sich das Untergewicht der Branche im September bezahlt gemacht. Auch die Aktienauswahl innerhalb des Gesundheitssektors habe sich im letzten Monat ausgezahlt und den negativen Wertentwicklungsbeitrag, der durch die höhere Gewichtung des Gesundheitssektors entstanden sei, überkompensieren können.

Unerfreulich hätten sich hingegen die Titelselektion bei zyklischen Konsumwerten, sowie das Untergewicht des Sektors gestaltet. Das Untergewicht sowie die Selektion innerhalb des Energiesektors seien im September von Nachteil gewesen. Steigende Preise, insbesondere fossiler Energieträger, hätten sich positiv auf die Wertentwicklung des Sektors ausgewirkt. Aufgrund der klimaschädlichen CO2 Emissionen, die bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstünden, seien die meisten traditionellen Energieunternehmen jedoch nicht in dem Investmentfokus der Experten.

Trotz Verunsicherungen sowohl über weitere politische Ereignisse und über die Konjunkturlage in den wichtigsten Ländern sei das Gesamtbild verhalten konstruktiv. Die Entwicklung der Covid-19-Pandemie sowie der Virusvarianten werde weiterhin genau beobachtet und könne zu Schwankungen an den globalen Aktienmärkten führen. Durch die im Dezember begonnenen Impfungen bestehe Hoffnung auf ein absehbares Ende der Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen. Zusätzlich würden sowohl massive geldpolitische als auch fiskalpolitische Maßnahmen die Weltwirtschaft weiterhin unterstützen, was auch den globalen Aktienmärkten zu Gute komme.

Entscheidend für das globale Wachstum würden die Effektivität der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus und die Dauer dieser Krise sein. Die Hoffnungen auf eine konstruktive Lösung im globalen Handelsstreit würden bestehen bleiben. In Europa bleibe die Situation genau zu beobachten, wo neben der Covid-19-Pandemie auch die Auswirkungen des Brexit auf das Wirtschaftswachstum noch unklar seien. Die Schwellenländer stünden weiterhin vor großen Herausforderungen, sollten jedoch aller Voraussicht nach ein, wenn auch eher mittelfristiger Treiber der Weltkonjunktur bleiben. Kurzfristige Schwankungen bei Schwellenländer-Investments würden sicher auch für die Zukunft zu erwarten sein.

Ein anderer Aspekt komme hinzu: Trotz des jüngsten Anstiegs der langfristigen Rendite würden die Zinsen historisch gesehen weiterhin niedrig bleiben. Für Anleger auf der Suche nach "Rendite" würden Aktien daher aus Mangel an Anlagealternativen notwendig bleiben und könnten zumindest strategisch die Aktienmärkte weiter unterstützen. Voraussetzung dafür sei eine weiterhin expansive Geldpolitik der Zentralbanken. Entsprechende Zuflüsse zu Aktienfonds oder Änderungen der Vermögensallokation bei Versicherungen und Pensionsfonds seien deswegen weiterhin genau zu beobachten. (Stand vom 30.09.2021) (05.11.2021/fc/a/f)





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