DWS Invest SDG Global Equities LD-Fonds: 08/2020-Bericht, Positionen im Bereich Biokraftstoff weiter ausgebaut


06.10.20 10:00
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Aktienfonds DWS Invest SDG Global Equities investiert in Unternehmen, die einen positiven Beitrag zur Erreichung mindestens eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (Sustainable Development Goals, sog. SDG) leisten, so Paul Buchwitz, Fondsmanager bei DWS.

Im Gesamtportfolio des Fonds werde angestrebt, dass durchschnittlich 50% der Unternehmenserträge zur Erreichung der 17 Ziele beitragen würden. Alle im Fonds enthaltenen Unternehmen würden zusätzlich die definierten ESG - Standards der DWS erfüllen.

Im August hätten die globalen Finanzmärkte erneut ihren Aufwärtstrend aus den Vormonaten fortsetzen können und sich dem Allzeithoch genähert. Verschiedene wirtschaftliche Indikatoren in den USA, in Europa und China, wie der Einkaufsmanagerindex und die Konsumausgaben, hätten eine sich erholende und durchaus positive Geschäftsentwicklung im August gezeigt. Dies habe kaum von den steigenden Covid-19 Infektionszahlen in den USA, in Lateinamerika und in Teilen von Europa sowie von den Diskussionen über die Immunisierung nach einer Covid-19 Infektion getrübt werden können. Sowohl die massiven Konjunkturprogramme der Regierungen als auch die expansive Geldpolitik mit niedrigen Zinsen hätten weiterhin für die Märkte unterstützend gewirkt.

Am Anleihemarkt sei die Rendite der 10-jährigen U.S. Staatsanleihen von 0,53% auf 0,70% gestiegen, was mit Spekulationen über die Inflationsentwicklung einhergegangen sei. Der S&P 500 (in US-Dollar) als Gradmesser für den gesamten U.S. Aktienmarkt habe um 7,0% an Wert gewinnen können. Die Wachstumsunternehmen, gemessen am NASDAQ 100 (in US-Dollar), seien erneut ihrem Namen gerecht geworden und um 11,1% gestiegen. Nach einem schwachen Vormonat habe der japanische Markt (Topix in Yen) um 8,2% an Wert zulegen können. Dagegen habe der MSCI Europe (in Euro) lediglich um 2,7% an Wert gewonnen, was von der Aufwertung des Euro gegen den US-Dollar am Währungsmarkt beeinflusst worden sei. Der MSCI Emerging Markets (in US-Dollar) sei aufgrund einer schwächeren Entwicklung in Lateinamerika im August um 2,1% gestiegen.

Auf sektoraler Ebene hätten erneut zyklische Konsumgüter besonders zu überzeugen gewusst. Außerdem hätten Technologiefirmen und Industriewerte eine überdurchschnittliche Entwicklung gezeigt. Dagegen hätten sich defensive Sektoren, wie Versorger, Gesundheitsaktien und nicht-zyklische Konsumwerte sowie Energieaktien unterproportional entwickelt. Im Rohstoffsegment habe der Bloomberg Commodity Index im August mit 6,8% erneut deutlich an Wert gewinnen können.

Bei der Konstruktion des Portfolios wurde berücksichtigt, dass wir uns wahrscheinlich eher am Ende, als am Anfang des Konjunkturzyklus befinden, so die Experten der DWS. Spätzyklische Sektoren wie Versorger, Nahrungsmittel und Gesundheitswerte seien im Portfolio stärker gewichtet als beispielsweise im MSCI World All Country. Zudem bestehe das Portfolio, gemessen an der Marktkapitalisierung, aus über 60% großen und sehr großen Unternehmen. Diese Unternehmen würden meist über ein regional breit diversifiziertes Produktportfolio und ausreichend Ressourcen verfügen, um auch einen zyklischen Abschwung gut zu überstehen. Grundsätzlich aber liege der Fokus auf Aktien von Firmen mit nachhaltigen, wachstumsorientierten Geschäftsmodellen, soliden Bilanzen, starken Managements und attraktiven Bewertungen.

Darüber hinaus werde darauf Wert gelegt, dass diese Unternehmen einen signifikanten Beitrag zu den UN Nachhaltigkeitszielen leisten könnten. Auch im August hätten die Experten bei Unternehmen mit sehr starken Kursanstiegen Gewinne teilweise realisiert und diese dann neu investiert. Zum Beispiel hätten sie erfolgreich am Börsengang des deutschen Biotech Unternehmens Curevac teilgenommen, an dem auch der deutsche Staat beteiligt sei. Unter anderem arbeite das Unternehmen an der Entwicklung eines Impfstoffes zum Schutz vor COVID-19 und leiste damit einen potentiellen Beitrag zum UN Nachhaltigkeitsziel 3 "Gesundheit und Wohlergehen".

Darüber hinaus hätten die Experten ihre Positionen im Bereich Biokraftstoff weiter ausgebaut, in dem sie die Renewable Energy Group neu ins Portfolio aufgenommen hätten. Das US amerikanische Unternehmen produziere unter anderem Biodiesel und trage damit potentiell zum UN Nachhaltigkeitsziel 7 "Bezahlbare und saubere Energie" bei und zum Ziel 13 "Maßnahmen zum Klimaschutz".

Der DWS Invest SDG Global Equities habe im August 4,42% zugelegt und damit leicht hinter dem MSCI Welt all country (total return, in Euro) gelegen, der im gleichen Zeitraum 4,8% an Wert gewonnen habe. Ein Teil dieser Differenz sei durch die unterschiedlichen Bewertungszeitpunkte am Monatsbeginn zu erklären. Die Wertentwicklung des Fonds sei im Berichtsmonat durch eine Mischung aus der Sektorallokation und der Einzeltitelselektion beeinflusst worden. Auf sektoraler Ebene sei das Übergewicht bei Versorgern und Immobilienunternehmen von Nachteil gewesen. Diese Sektoren hätten aufgrund ihres defensiven Charakters nicht an der starken Aktienmarktentwicklung partizipieren können. Allerdings habe im Falle der Versorger dieser negative Beitrag zur Wertentwicklung durch Titelselektion deutlich überkompensiert werden können.

Das Untergewicht von Energie- und Finanzwerten sei auch im August von Vorteil gewesen, sowie das Übergewicht von Technologieunternehmen. Wie bereits im Vormonat habe innerhalb des Technologiesektors Unternehmen mit dem Fokus auf Solarenergie überzeugen können. Trotz der guten Nachrichten hinsichtlich einer baldigen Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 habe der Gesundheitssektor unter den politischen Debatten gelitten, die im Rahmen der anstehenden U.S. Präsidentschaftswahl stattgefunden hätten und habe nicht positiv zur relativen Wertentwicklung beitragen können. Außerdem seien das Untergewicht und die Positionierung innerhalb zyklischer Konsumwerte von Nachteil gewesen, sowie die relativ hohen Kassenbestände.

Trotz starker Verunsicherungen sowohl über anstehende politische Ereignisse als auch über die Konjunkturlage in den wichtigsten Ländern sei das Gesamtbild weiterhin verhalten konstruktiv. Die Ausbreitung des Covid-19-Virus und die ersten Lockerungsmaßnahmen würden genau beobachtet und könnten zu weiteren Schwankungen an den globalen Aktienmärkten führen. Die Aufhebung längerfristiger Quarantänemaßnahmen würden derzeit zu einer leichten Entspannung der wirtschaftlichen Situation führen, wenn auch regionale Ausgangsbeschränkungen wieder vermehrt eingeführt würden. Außerdem würden sowohl massive geldpolitische als auch fiskalpolitische Maßnahmen die Weltwirtschaft unterstützen.

Entscheidend für das globale Weltwirtschaftswachstum würden die Effektivität der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus sowie die Dauer dieser Krise sein. Die Hoffnung auf eine konstruktive Lösung im globalen Handelsstreit bleibe bestehen, was das Wirtschaftswachstum unterstützen sollte. Außerdem bleibe die wirtschaftliche Situation in Europa genau zu beobachten, wo die einzelnen Länder derzeit mit der Covid-19-Pandemie konfrontiert seien und die Auswirkungen des Brexit auf das Wirtschaftswachstum noch unklar seien. Die Schwellenländer stünden weiterhin vor großen Herausforderungen, sollten jedoch aller Voraussicht nach ein weiterer, aber eher mittelfristiger Treiber der Weltkonjunktur bleiben.

Kurzfristige Schwankungen bei Schwellenländer-Investments würden sicher auch für die Zukunft zu erwarten sein. Ein anderer Aspekt komme hinzu: Die Zinsen würden historisch gesehen weiterhin niedrig bleiben. Für Anleger auf der Suche nach "Rendite" würden Aktien daher aus Mangel an Anlagealternativen notwendig bleiben und könnten zumindest strategisch die Aktienmärkte weiter unterstützen. Voraussetzung dafür sei eine weiterhin expansive Geldpolitik der Zentralbanken. Entsprechende Zuflüsse zu Aktienfonds oder Änderungen der Vermögensallokation bei Versicherungen und Pensionsfonds seien deswegen weiterhin genau zu beobachten. (Stand vom 31.08.2020) (06.10.2020/fc/a/f)





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