DWS Invest SDG Global Equities Fonds: Im Dschungel der Nachhaltigkeit - Die vier wichtigsten Fragen beantwortet


07.01.21 11:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Immer mehr Menschen achten im Alltag auf nachhaltigen Konsum, so die Experten von DWS im Kommentar zum DWS Invest SDG Global Equities Fonds (ISIN LU1891311430 / WKN DWS2Y8).

Sie würden Produkte kaufen, welche die Umwelt schonen würden, biologisch angebaut worden seien und die Gesellschaft langfristig unterstützen würden. Auch für Anleger werde die Frage, was mit ihren investierten Mitteln finanziert werde, immer wichtiger. Rund 18 Milliarden Euro hätten private Investoren in Deutschland im Jahr 2019 schon in nachhaltige Geldanlagen investiert - knapp doppelt so viel wie im Jahr zuvor.

Wer sich entscheide, sein Geld so zu investieren, habe mittlerweile die Qual der Wahl, denn das Angebot an "grünen" und sozial ausgerichteten Finanzprodukten habe dramatisch zugenommen. Die folgenden vier Fragen würden Anlegern deshalb Orientierung im Dschungel nachhaltiger Finanzanlagen geben.

Wie sollten Verfügbarkeit, Risiko, Rendite und Nachhaltigkeit gewichtet sein?

Drei sich gegenseitig beeinflussende Aspekte würden in der klassischen Geldanlage eine Anlagestrategie bestimmen: Die Verfügbarkeit einer Finanzanlage, vor allem aber deren Ertrag und Risiko. Konzentriere sich ein Anleger beispielsweise besonders stark auf den Ertrag, müsse er normalerweise ein höheres Risiko eingehen. Liege der Fokus auf einer eher sicheren Geldanlage, verringere sich in der Regel die Rendite. Für Anleger, die Wert auf Nachhaltigkeit legen würden, komme nun ein vierter Aspekt bei der Entscheidung für ein Anlageprodukt dazu.

Die gute Nachricht: Nachhaltigkeit als zusätzlicher Entscheidungsfaktor habe in der Regel keinen negativen Effekt auf die Rendite oder das Risiko einer Anlage. Im Gegenteil eine Auswertung der Universität Hamburg von rund 2.000 Studien zeige, dass sich nachhaltige Aktienfonds oft besser, zumindest aber nicht schlechter entwickeln würden als ihre jeweilige Benchmark. Eine Untersuchung des Ratinganbieters Scope bestätige das und lege nahe, dass nachhaltige Investments, im Gegensatz zur klassischen Geldanlage, sogar mit geringeren Risiken verbunden sein könnten. Risiken würden durch die zusätzliche Analyse von tiefer gehenden Aspekten mehr minimiert als bei der klassischen Geldanlage. Es gehe um die Risikominimierung und die Erkennung zusätzlicher Chance, die bei der klassischen Geldanlage außer Acht gelassen würden. Über einen Zeitraum von fünf Jahren hätten nämlich nachhaltige Fonds nicht nur ähnlich gute Renditen erwirtschaftet, sie seien gleichzeitig auch weniger schwankungsanfällig gewesen.

Das heiße, da eine nachhaltige Geldanlage weder die Wertentwicklung negativ beeinträchtige und sogar Risiken minimieren könne, könnten Anleger das Thema Nachhaltigkeit besonders stark gewichten.

Von Ausschluss bis Best-in-Class - wie werde Nachhaltigkeit gemessen?

Was mache einen Fonds zu einem nachhaltigen Fonds? Diese Frage werde unterschiedlich beantwortet. Einige Fonds würden gesellschaftlich umstrittene Branchen wie etwa die Waffen- oder Kohleindustrie komplett ausschließen. Doch gebe es mindestens vier weitere Auswahlprinzipien, die in der Praxis meistens gebündelt angewendet würden. So könne zum Beispiel der Ausschluss-Ansatz mit dem so genannten "Best in Class"-Ansatz ergänzt werden. Hier würden nach erfolgtem Ausschluss die besten Unternehmen eines Sektors im Sinne festgelegter Nachhaltigkeitskriterien ausgewählt. Immer gehe es dabei um die drei grundsätzlichen Dimensionen nachhaltigen Managements: Ökologische Umsicht (Environment), soziale Verantwortung (Social) und gute Unternehmensführung (Governance) - den ESG-Dreiklang.

Um beurteilen zu können, wie nachhaltig ein Unternehmen agiere, habe die DWS eine eigene Software entwickelt. Die ESG-Engine nutze die Daten von fünf auf unterschiedliche ESG-Kriterien spezialisierten Ratingagenturen und erstelle daraus eigene ESG-Ratings für einzelne Unternehmen oder Sektoren. Die erstellten Listen würden den Analysten und Fondsmanagern als Kriterium bei ihren Investitionsempfehlungen und -entscheidungen dienen.

Petra Pflaum, CIO für Responsible Investments der DWS, rate Fondsmanagern zu einem generell pragmatischen Herangehen: "Nicht jedes Unternehmen hält auf den ersten Blick einer genaueren Nachhaltigkeitsüberprüfung stand. Die ausgewogenen Beurteilungen der ESG-Engine helfen unseren Fondsmanagern, tiefer begründete Entscheidungen bei der Auswahl der Unternehmen zu treffen."

ESG, SDG, SRI - welche Abkürzung stehe wofür?

Wer weiter in die Welt des nachhaltigen Investierens eintauche, treffe schnell auf unterschiedliche Abkürzungen und Standards. Neben ESG würden SRI und SDG zu den häufigsten zählen. Alle drei würden sich ergänzende Ansätze der Geldanlage beschreiben, mit deren Details sich Anleger vertraut machen sollten, die sich für nachhaltiges Investieren interessieren würden.

Fonds, die nach ESG-Kriterien in Unternehmen investieren würden, würden in der Regel Punkte für die Erfüllung einzelner Kriterien innerhalb der drei Bereiche Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung vergeben. Sie würden die Nachhaltigkeitsagenda von Unternehmen quasi danach bewerten, was bereits an nachhaltigen Maßnahmen umgesetzt worden sei. Sie seien also in der Tendenz rückwärts gerichtet.

SDG sei wiederum die Abkürzung für Social Development Goals, die 17 Nachhaltigkeitsziele seien von den Vereinten Nationen 2016 verabschiedet worden. Sie würden soziale, ökonomische und ökologische Ziele formulieren, die 2030 erreicht sein sollten. Immer mehr Unternehmen würden sich an den SDGs orientieren, was sie auch für Investoren immer besser in der Nachhaltigkeit beurteilbar mache. Sie könnten so wertebasiert investieren und hätten neben einer finanziellen Renditechance auch die Möglichkeit auf konkrete Ziele einzuwirken.

SRI stehe schließlich für Social Responsible Investment, eine Finanzinvestition, die aufgrund der Art der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens als sozial verantwortlich gelte und eine noch strengere Form des nachhaltigen Investierens darstelle. Hier also wichtig, was das Unternehmen produziere oder als Dienstleistung anbiete. Meist würden hier einzelne Aspekte der beiden anderen Ansätze miteinander kombiniert. Durch diese Kombination könnten SRI-Fonds noch strengere Kriterien unterliegen als etwa reine ESG- oder SDG-Fonds.

Alles auf Grün - könne mein ganzes Portfolio nachhaltig ausrichten?

Zum Abschluss stelle sich Anlegern die Frage, wie weit das Angebot nachhaltiger Investments bereits reiche. Wer es darauf anlege, könne mittlerweile für die meisten gängigen Anlageklassen ein nachhaltiges Pendant finden. Im Jahr 2019 hätten die Anlageklassen Aktien, Unternehmensanleihen und öffentliche Anleihen zwar den höchsten Anteil. Aber immerhin seien damals bereits sieben Prozent aller nachhaltigen Anlagen in alternative Anlageklassen wie Rohstoffe oder Immobilien investiert gewesen.

Das Angebot an geeigneten Finanzprodukten sei somit vorhanden und es bleibe die Entscheidung des Anlegers, wie wichtig ihm persönlich das Thema Nachhaltigkeit bei der Geldanlage sei - wie im Supermarkt vor dem Verkaufsregal. (Ausgabe vom 05.01.2021) (07.01.2021/fc/a/f)





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