DWS Invest ESG Next Generation Infrastructure Fonds: Telekommunikation - Die 5G-Revolution bietet Renditechancen


08.09.20 11:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Telekommunikationsbranche rüstet sich für eine neue Ära - die Zeit des ultraschnellen Datenaustausches via 5G-Mobilfunk. Wie Anleger von diesem Megatrend profitieren können, so die Experten von DWS im Kommentar zum DWS Invest ESG Next Generation Infrastructure LD Fonds (ISIN LU2162004621 / WKN DWS28J).

"Erinnerung: Videokonferenz startet in fünfzehn Minuten - Sie haben noch ausreichend Zeit, um den Artikel zu lesen…" Intelligente digitale Infrastrukturen seien für den beruflichen und privaten Austausch essenziell geworden - das habe die Corona-Krise wie wohl noch nie zuvor verdeutlicht. Könne ein Termin nicht Face to Face wahrgenommen werden, werde er einfach ins Virtuelle verlagert. Da überrasche es nicht, dass die Nutzung von Videokonferenzen im Zuge der Pandemie um 120 Prozent gestiegen sei.

Aktien der Telekommunikationsbranche erscheinen Anlegern deshalb derzeit attraktiv, so die Experten von DWS. Investoren würden sich aber auch fragen, welches Potenzial der Sektor über die Pandemie hinaus biete.

Dass nach der Flut die Ebbe komme in der Telekommunikationsbranche, halte Matthias Meyer, Investmentspezialist für Liquid Real Assets & Aktien bei der DWS, für unwahrscheinlich. Im Gegenteil: "Die Staaten haben weltweit Konjunkturpakete angekündigt, die auch höhere Investitionen im Bereich Telekommunikationsinfrastruktur vorsehen. Das sollte die Wertentwicklung börsennotierter Infrastrukturbetreiber unterstützen. Ganz oben auf der Agenda steht dabei in Europa die schnelle Einführung von 5G-Netzen. Die Etablierung des neuen Mobilfunkstandards ist ein starker Trend, von dem die Branche langfristig profitieren dürfte."

Eine Studie des Research- und Beratungsunternehmens Gartner zeige, welches Wachstumspotenzial in 5G - dem Mobilfunk der fünften Generation mit ultra-kurzen Reaktionszeiten und enormer Datenkapazität - schlummere. Laut aktueller Prognose dürfte sich der globale Umsatz von 5G-Infrastruktur in diesem Jahr fast verdoppeln und auf 8,1 Milliarden US-Dollar steigen. Während sich die Investitionen der Kommunikationsdienstleister in 5G-Infrastruktur im vergangenen Jahr auf 10,4 Prozent des Gesamtumsatzes belaufen hätten, sollten sie 2020 einen Anteil von mehr als einem Fünftel (21,3%) erreichen.

Damit die Netzbetreiber den schnellen Handyfunk mit Datenraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde flächendeckend verfügbar machen könnten, bedürfe es also enormer Anlagesummen. Kapital könnten auch Privatanleger über entsprechende Investmentfonds beisteuern. Besonders spannend erscheine hier auch der deutsche Telekommunikationsmarkt. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern hinke die Bundesrepublik beim Ausbau des 5G-Netzes sowie der Breitbandversorgung hinterher. Das solle sich ändern.

Einmal etabliert, solle 5G nicht nur den Austausch zwischen Menschen weiter vereinfachen, sondern auch die Datenkommunikation zwischen Objekten, Produkten, Maschinen, Fahrzeugen und Servern verlässlich und reibungsfrei ermöglichen, sodass vernetzte urbane Infrastrukturen, "Smart Cities", zum Leben erstehen könnten. Das dürfte die Wirtschaft insgesamt beleben und die ohnehin schon hohen Datenmengen des digitalen Zeitalters nochmals kräftig steigern.

In der Telekommunikationsbranche sollten vor allem Rechenzentren zu den 5G-Gewinnern gehören. Hier habe auf Basis der zunehmenden Nachfrage nach rechenintensiven Cloud-Anwendungen bereits eine Expansionsphase eingesetzt. Allein in diesem Jahr rechne die DWS mit einem globalen Wachstum des Cloud-Verkehrs von mehr als 20 Prozent. Er dürfte die Einnahmen von Colocation-Rechenzentren je nach geografischer Lage und Auslastungsgrad um fünf bis zehn Prozent steigern. Damit Rechenzentren ihre Kapazitäten weiter ausbauen könnten, müssten neue Zentren an Kernstandorten wie auch in Randgebieten gebaut werden.

Zudem sollte 5G bei Glasfaserleitungen für einen ordentlichen Wachstumsschub sorgen. "Damit die Netzbetreiber die prognostizierte Netzwerkleistung für den neuen Mobilfunkstandard überhaupt unterstützen können, braucht es eine ausreichende Glasfaserabdeckung", sage Matthias Meyer. Im Vergleich zu 4G würden 5G-Daten auf höheren Frequenzen übertragen, wodurch die Reichweite von 5G-Netzen begrenzter sei. Um eine sicherere Datenübertragung über große Entfernungen zu ermöglichen, sei also ein dichtes Netzwerk so genannter "Small Cells" erforderlich, die über ein glasfaserverkabeltes Pendant verbunden seien.

Und weil die 5G-Technologie im Vergleich zum Vorgänger nur kürzere Distanzen zurücklegen könne, brauche es auch deutlich mehr Übertragungstürme, um die gleiche Netzabdeckung wie bei 4G zu erreichen. Damit dürften auch die Betreiber von Mobilfunkmasten zu den Profiteuren von 5G zählen - vor allem in der frühen Phase. Längerfristig erscheinen die Unternehmen für Investoren aufgrund stabiler, planbarer Cashflows attraktiv, so die Experten von DWS. Diese würden sich etwa aus langfristigen Mietverträgen für Antennenplätze ergeben - oft mit mehreren Netzbetreibern. "Zudem profitieren die Betreiber von Mobilfunkmasten von hohen Eintrittsbarrieren am Markt", sage der DWS-Experte. "Der begrenzte Wettbewerb macht sie für Anleger gleichsam interessant."

Zu einer weiteren Verdichtung in dem Segment könnten künftig auch noch mehr Veräußerungen von Türmen der Telekommunikationsanbieter an Turmbetreiber führen. Denn kurzfristig dürften für sie die Erträge aus der bloßen Kommerzialisierung der Frequenzen nicht ausreichen, um die Finanzierungskosten für 5G zu stemmen. Um die hohen Investitionsausgaben mittelfristig wieder hereinzuholen, würden also alternative Einnahmequellen eine entscheidende Rolle spielen. Neben der Veräußerung von Türmen würden Telekommunikationsanbieter hier auch auf weitere Dienste oder Neukunden-Gewinnung setzen müssen.

"Der Detailblick zeigt, dass Anlagen in 5G beziehungsweise Telekommunikationsinfrastruktur wie alle Themeninvestments einer kontinuierlichen und gründlichen Analyse des Investmentspektrums bedürfen", sage Matthias Meyer. "Nur so können Anleger die vielversprechendsten Titel finden und Chancen nutzen, die sich in unterschiedlichen Marktphasen ergeben." (Ausgabe vom 07.09.2020) (08.09.2020/fc/a/f)





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