DWS Invest ESG Equity Income LC Fonds: Dividende und Wachstum - aber bitte nachhaltig - Fondsanalyse


13.09.19 11:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Im Interview erklärt Martin Berberich, Fondsmanager des DWS Invest ESG Equity Income, warum nachhaltige Dividendenfonds mit defensiver Wachstumsausrichtung gut in die derzeitige Marktlage passen, so die Experten von DWS.

Herr Berberich, Bürger und Politik diskutieren derzeit so intensiv wie kaum zuvor über den Klimawandel. Was hat der Anleger davon?

Bei Investoren ist es wie in der breiten Gesellschaft: Immer mehr von ihnen entdecken nachhaltige Anlageformen - Fonds etwa, die nach ethischen, sozialen und Umweltgesichtspunkten zusammengestellt werden. Dieses so genannte ESG-Segment entwickelt sich deshalb immer besser, denn auch Anleger wollen etwas für den Erhalt der Lebensgrundlagen und mehr soziale Gerechtigkeit tun.

Sie managen den DWS Invest ESG Equity Income, der vor zwei Jahren aufgelegt wurde. Spüren Sie dort den verstärkten Zuspruch zu ESG-Anlagen?

Der Fonds hat allein in diesem Jahr Nettozuflüsse von über 50 Millionen Euro erzielt. Das ist mehr als ein Viertel des Volumens seit der Auflegung. Neben der nachhaltigen Ausrichtung hat das aber natürlich auch mit weiteren Merkmalen des Fonds zu tun, die in die momentane Marktlage passen. In jedem Fall zeigt es aber: Nachhaltige Anlageformen haben sich etabliert und ihre Popularität nimmt zu.

ESG-Fonds meiden umstrittene Werte, etwa Aktien aus der Rüstungs- oder Glücksspielbranche. Aber leidet darunter nicht die Rendite?

Nachhaltigkeit und Rendite müssen einander nicht ausschließen. Die Rendite des DWS Invest ESG Equity Income war zum Beispiel mit gut 17 Prozent seit Auflegung im August 2017 (Stand: 09.09.2019) äußerst positiv. Für 2018 zählte das Ratingunternehmen Morningstar den Fonds sogar zu den besten zehn Prozent in der Vergleichsgruppe "Aktieneinkommen Global". Die positive Wertentwicklung seit Jahresanfang ist vor allem auf zwei Entscheidungen zurückzuführen: Wir haben Tabakaktien ausgeschlossen, die von vielen Investoren zuletzt links liegen gelassen wurden, und wir haben ESG-gerechte Titel mit überdurchschnittlichem Wachstumsprofil aus den Branchen Versorger, Verbrauchsgüter und Gesundheit hereingenommen.

Bringen Fonds, die nachhaltig gemanagt werden, mittlerweile prinzipiell bessere Renditen als herkömmliche Fonds?

Ich würde das nicht verallgemeinern wollen. Aber es gibt einige schon einige Beispiele, wo das so ist. Fonds mit einer Ausrichtung auf überdurchschnittliche Ausschüttungen und einer defensiven Positionierung passen ja auch gut in die aktuelle Marktsituation, in der die Anleger durch vielerlei politische Risiken stark verunsichert sind.

Was ist die Anlagelogik des Fonds jenseits seiner nachhaltigen Kriterien?

Die allgemeine Ausrichtung würde ich "Defensive Growth", also defensives Wachstum, nennen. Wie jeder Dividendenfonds schüttet der Fonds überdurchschnittlich aus. Seit Auflegung lag die Dividendenrendite rund einen Prozentpunkt über der des breiten Marktes - Ende Juli zum Beispiel bei 3,3 Prozent. Der Fonds konzentriert sich auf Unternehmen, die etwas stärker als die Wirtschaft allgemein wachsen und er bevorzugt defensive Aktien. Das bedeutet: Wenn es nach oben geht mit den Märkten, sind die Anleger zwar nicht immer eins zu eins mit dabei. Dafür verliert der Fonds aber meistens weniger als der breite Markt, wenn es mal ungemütlicher wird.

Nennen Sie bitte ein paar Beispiele für Unternehmen, die sich hier qualifizieren.

Es sind Unternehmen aus Branchen, die sich nicht ganz so konjunkturzyklisch verhalten wie andere Firmen. Da ist zum Beispiel ein global anbietendes Schädlingsbekämpfungsunternehmen dabei. Dessen Dienste werden unabhängig von der Konjunktur rund ums Jahr von Restaurants und öffentlichen Einrichtungen, wie etwa Krankenhäusern, nachgefragt. Das Unternehmen wächst jährlich zwischen vier und sechs Prozent und hat damit ein stabiles Geschäftsmodell, das keinem Konjunkturzyklus folgt. Im Gegenteil, es profitiert noch von der globalen Erwärmung. Ein weiteres Beispiel ist ein digitales Verlagshaus, das Softwaretools und Informationsinhalte für spezielle Berufsgruppen liefert, etwa Rechtsanwälte, Steuerberater oder Mediziner. Auch das ist ein relativ konjunkturunabhängiges Geschäft mit leicht überdurchschnittlichen Wachstumsraten.

Gehen denn Nachhaltigkeit und ein defensives Geschäftsmodell häufig Hand in Hand?

Ja, das funktioniert zum Beispiel bei erneuerbaren Energien sehr gut. Wir haben seit Fondsauflage etwa einen Windkraftanlagenhersteller in den Fonds aufgenommen und ein weltweit führendes Unternehmen, das aus Speiseabfällen Biodiesel gewinnt. Auch solche explizit nachhaltigen Geschäftsmodelle sind vergleichsweise resistent gegen Konjunkturschwankungen.

Wie zukunftsträchtig ist der Fonds-Ansatz defensiv und ausschüttungsstark?

Das Umfeld für defensive Wachstumsaktien dürfte noch eine ganze Weile intakt blieben. Die Notenbanken signalisieren ja gerade, dass sie bei der expansiven Geldpolitik sogar noch eine Schippe drauflegen wollen. Andererseits dürften die schwelenden Handelskonflikte noch eine Weile für Verunsicherung sorgen und das Konjunkturwachstum weltweit einbremsen. In einer solchen Gemengelage ist aus unserer Sicht eine defensive Dividendenstrategie sinnvoll. (13.09.2019/fc/a/f)





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