DWS Emerging Markets Typ O Fonds: Schwellenländer - Ist die Kehrtwende in Sicht?


10.05.19 13:00
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Ohne Zweifel war das Jahr 2018 für Anleger, die in Aktien aus Schwellenländern investiert hatten, eine Enttäuschung, so die Experten von DWS im Kommentar zum DWS Emerging Markets Typ O ND (ISIN DE0009773010 / WKN 977301).

Die steigenden Zinsen in den USA, ein starker Dollar sowie die Angst vor neuen Zollschranken hätten das Vertrauen in die aufstrebenden Volkswirtschaften beeinträchtigt.

Seit Jahresbeginn aber deute vieles auf eine Kehrtwende hin. Vor allem das Risiko steigender Zinsen in den USA sei aus dem Fokus geraten. Insbesondere im asiatischen Raum hätten sich in den letzten Monaten darüber hinaus auch die Wachstumserwartungen erholt. Selbst bei den Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA schien sich bis vor kurzem eine Entspannung anzudeuten, so die Experten von DWS. Hier habe sich das Bild nach den jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump allerdings wieder eingetrübt.

Schon im Januar hätten Frühindikatoren auf deutliche Erholung der weltweiten Exporte hingedeutet, die ein guter Indikator für den Zustand des Welthandels seien. Dies und die robuste Inlandsnachfrage in den asiatischen Ländern würden die Hoffnung stützen, dass sich die globale Wirtschaft so langsam von dem Stimmungseinbruch zum Ende des vergangenen Jahres erhole.

Auch die Zahlen des Einkaufsmanagerindex des Produzierenden Gewerbes würden auf eine Erholung hinweisen. Für den Einkaufsmanagerindex würden die wichtigsten Industrieunternehmen des jeweiligen Landes zur Wirtschafts- und Auftragslage befragt. In China habe der Index im Verarbeitenden Gewerbe im April das hohe Niveau fast verteidigen können, nachdem er im März den stärksten Anstieg im Vergleich zum Vormonat seit 2012 verzeichnet habe. Auch in Taiwan oder Südkorea blicke die Branche optimistisch in die Zukunft. Lediglich in Indien seien die Zahlen zurückgegangen, allerdings ausgehend von einem hohen Niveau.

Stichwort China: Wohl kaum ein Land könne so schnell und konzentriert auf Wachstumseintrübungen reagieren wie das Reich der Mitte. Nach der starken Unsicherheit im vergangenen Jahr habe die Regierung ein umfassendes Konjunkturprogramm gestartet. Vor allem die Konsumnachfrage solle zur Stärkung der Wirtschaft angekurbelt werden - im Unterschied zu früheren Jahren, als China vor allem auf den Export gesetzt habe. Erste Erfolge würden sich bereits zeigen: Der heimische Aktienindex CSI 300 habe seit Jahresbeginn um rund 30 Prozent zugelegt. In den kommenden Monaten sollten weitere Effekte zu spüren sein, da zum Beispiel Unternehmen seit Anfang Mai geringere Sozialbeiträge zahlen müssten und im April die Mehrwertsteuer gesenkt worden sei.

Neben China dürften auch andere asiatische Länder von positiven Einflüssen profitieren. So könnten die anstehenden Wahlen in Indien und das bereits vorliegende Wahlergebnis in Indonesien neue Impulse für die Wirtschaft setzen. Auch in Südkorea habe die Regierung Steuererleichterungen und Konjunkturprogramme veranlasst, um den Konsum anzukurbeln.

Im Vergleich zum asiatischen Raum stünden dagegen in Lateinamerika die Risiken im Fokus. So drohe beispielsweise in Brasilien Ernüchterung. Der Markt preise seit dem Antritt der neuen Regierung im Oktober zwar Reformerfolge ein. Doch es scheine, als könnten die Erwartungen enttäuscht werden und das Wirtschaftswachstum hinter den Prognosen zurückbleiben. In Argentinien drohe schon deutlich vor den anstehenden Wahlen im Oktober die Wirtschaftskrise zu eskalieren, und in Venezuela bleibe die politische und wirtschaftliche Lage weiter chaotisch.

Im Großen und Ganzen dürften die Märkte der Schwellenländer somit volatil bleiben. Anstatt also alle Schwellenländer über einen Kamm zu scheren, sollten Anleger die einzelnen Regionen besser differenziert betrachten.

Eines indes scheine die Vergangenheit gezeigt zu haben: Durchhaltevermögen sollte sich langfristig lohnen. Länder wie China, Indien oder Indonesien befänden sich seit Jahren auf einem stabilen Wachstumskurs. Der zunehmende Wohlstand in vielen Schwellenländern kurbele zudem die Binnennachfrage an und reduziere so die Abhängigkeit von den Exportmärkten weiter. Politische Reformen, große Infrastrukturprojekte und der schnelle technologische Fortschritt, insbesondere in vielen asiatischen Ländern, würden zusätzlich positiv wirken.

Vor diesem Hintergrund und den seit kurzem wieder erstarkenden Wirtschaftsdaten könnte ein breit gestreutes Engagement zur besseren Diversifikation im Portfolio beitragen. Engagements in die asiatischen Märkte könnten darüber hinaus auch von der erwarteten kurzfristigen zyklischen Erholung profitieren. (Ausgabe vom 09.05.2019) (10.05.2019/fc/a/f)






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