DWS Emerging Markets Bonds (Short)-Fonds: Zinsen - Kein Anlass zu Trübsal - Fondsanalyse


06.12.17 11:00
DWS Investments

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Jetzt denkt offensichtlich selbst die Japanische Zentralbank (BoJ) über eine Normalisierung ihrer Geldpolitik nach, so die Experten von DWS Investments.

Darauf würden einige Anmerkungen hindeuten, die Haruhiko Kuroda, Chef der Bank of Japan, Mitte November in einer Rede an der Universität Zürich gegeben habe. So habe Kuroda etwa an die Risiken erinnert, die mit dem erklärten Ziel der BoJ einhergegangen seien, die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen bei Null Prozent zu fixieren.

Noch klarer habe wenige Tage später ein weiteres führendes Mitglied der japanischen Notenbank, Hitoshi Suzuki, die Möglichkeit eines sanften Kurswechsels bei der Geldpolitik angedeutet. Mit ihren Äußerungen würden sich jetzt auch die Japaner in die Reihe der Notenbanken einreihen, die sich langsam von ihrer bisherigen expansiven Geldpolitik verabschieden wollten.

Die US-Notenbank diskutiere schon seit mehr als einem Jahr - mehr oder weniger öffentlich - wann und wie sie ihre Geld- und Zinspolitik normalisieren wolle. Auch Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) hätten in den vergangenen Monaten mehrmals klar gemacht, dass die Zeit von Null- und Negativ-Zinsen nicht in Stein gemeißelt sei.

In den Vereinigten Staaten und in Großbritannien hätten die Notenbanken ihren Worten bereits Taten folgen lassen und die Leitzinsen erhöht. Die EZB habe sich in dieser Beziehung zwar noch zurückgehalten. Allerdings habe die EZB zumindest beschlossen, künftig weniger Anleihen am Markt aufzukaufen und somit weniger intensiv auf niedrigere Zinsen hinzuwirken.

Diese Normalisierung der Geldpolitik sei teilweise schon in den Bilanzen der Zentralbanken erkennbar. Würden die Zentralbanken weniger Geld in die Märkte pumpen, etwa durch Anleihenkäufe, dann würden auch ihre Bilanzsummen schrumpfen. Die Bilanzsumme der FED stagniere deshalb bereits seit 2015, bei den anderen großen Notenbanken dürfte sich dieser Effekt im nächsten oder übernächsten Jahr einstellen, würden die Zins-Experten der Deutschen Asset Management prognostizieren.

Geldanleger könnten eine Normalisierung der Geldpolitik durchaus mit höheren Zinsen übersetzen. Für alle, die heute beispielsweise amerikanische Staatsanleihen besitzen würden, sei das keine allzu schöne Perspektive. Steigende Zinsen würden bei Anleihen zu rückläufigen Kursen führen. Besonders bei Anleihen mit Renditen nahe der Null-Linie könnten sich die Zinserträge eines oder mehrerer Jahre durch Kursrückgänge rasch in Luft auflösen. "Vor diesem Hintergrund verspüren wir wenig Appetit auf ultralange Staatsanleihen der Industrieländer", gestehe denn auch Jörn Wasmund, Head of Fixed Income/Cash bei der Deutschen Asset Management.

Doch der Anleihen-Experte wisse auch: Noch bestehe kein Anlass zum Trübsal blasen. Zum Einem würden die meisten Rentenmärkte die Zeitlupen-Zinswende bisher gut wegstecken. Nach Einschätzung der Deutschen Asset Management dürften die langfristigen Zinsen auf Jahressicht auch nur leicht steigen, was mögliche Kursverluste begrenzen sollte.

Zum Anderem würden sich im großen Anleihenuniversum noch immer viele attraktive Investment-Gelegenheiten finden. Zu Wasmunds Favoriten würden Anleihen aus den Schwellenländern zählen. Diese würden nicht nur mit deutlich höheren Zinsen als Anleihen der Industrienationen locken.

Schwellenländer-Anleihen würden zudem von Strukturreformen in ihren Ländern profitieren. "Mehrere asiatische und lateinamerikanische Länder verfolgen eine Politik fiskalischer Disziplin, freier Wechselkurse und Strukturreformen, um wirtschaftliche oder externe Schocks besser abzufangen", berichte Wasmund.

Viele Länder würden darüber hinaus jetzt ein positives Wirtschaftswachstum ohne hohe Inflation aufweisen. "Das lässt den Zentralbanken geldpolitischen Spielraum", folgere Wasmund. Allerdings sollten sich Anleger bewusst sein, dass es die höheren Zinsen der Schwellenländeranleihen nicht ohne Risiko gebe.

Möglicherweise könnte den Schwellenländeranleihen durch die straffere Geldpolitik in den Industrieländern Ungemach drohen, gebe der Marktkenner zu bedenken. So seien 2013 die Schwellenländer-Papiere angesichts der bloßen Erwartung, dass die US-FED ihr Anleihekaufprogramm kürzen könnte, heftig unter die Räder gekommen.

Die Teilnehmer an den Finanzmärkten seien derzeit allerdings augenscheinlich nicht allzu beunruhigt. ´"Vorerst sollte es wenig Grund zur Sorge geben", urteile denn auch Wasmund. Stabilere Rohstoffpreise, solides globales Wachstum und der schwächere Dollar brächten Ländern wie Brasilien und Russland einen unerwartet schnellen Aufschwung. Auch Chinas Konjunkturdaten hätten optimistisch gestimmt.

Mit dem Rentenfonds DWS Emerging Markets Bonds (Short) (ISIN LU0599900635 / WKN DWS04D) könnten Anleger in Anleihen der Schwellenländer investieren. Der Fonds investiere vor allem in Anleihen mit Restlaufzeiten von weniger als fünf Jahren. Im Schnitt solle die Duration des Fondsvermögens weniger als drei Jahre betragen. Währungsrisiken würden weitgehend ausgeschaltet, da die Anleihen im Fonds entweder in Euro notieren würden und Fremdwährungen abgesichert würden. (Ausgabe vom 04.12.2017) (06.12.2017/fc/a/f)





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