DWS Deutschland LC-Fonds: 10/2021-Bericht, Engagement u.a. in Gesundheitswesen etwas verringert - Fondsanalyse


26.11.21 09:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Fonds DWS Deutschland LC (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) investiert in substanzstarke deutsche Standardwerte (Blue Chips) aus dem DAX-Index unter flexibler Beimischung ausgewählter Small Caps und Mid Caps, so Tim Albrecht, Fondsmanager bei DWS.

Im Berichtsmonat Oktober 2021 seien die marktbewegenden Kräfte nach Einschätzung der Experten zum einen höhere Inflationserwartungen und Inflationsdaten gewesen, da länger als erwartet anhaltende Knappheit auf der Angebotsseite Produktion und Wirtschaftswachstum belastet hätten. Zum anderen hätten die erwarteten Zinserhöhungen in mehreren anderen Ländern (Neuseeland, Australien, Kanada, Norwegen, Großbritannien und Polen, von der FED werde ein Tapering erwartet) auch die deutsche Zinskurve beeinflusst. Der DAX habe mit einem Plus von 2,81% auf einem Stand von 15.688 Punkten geschlossen. Der MDAX sei um 1,4% gestiegen, der TecDAX um 2,16% und der SDAX um 3,18%, und das, obwohl sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Oktober aufgrund der anhaltenden Probleme in den Lieferketten erneut verschlechtert habe.

Der ifo-Geschäftsklimaindex, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, sei im Vergleich zum Vormonat (MoM) um 1,2 Punkte auf 97,7 Punkte gefallen. Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie seien im August um 7,7% MoM zurückgegangen, was auf globale Lieferkettenengpässe zurückzuführen sei. Die Industrieproduktion habe ebenfalls für August mit einem Rückgang von 4,0% MoM enttäuscht. Die realen Einzelhandelsumsätze in Deutschland seien im August um 1,1% MoM gestiegen und hätten sich damit teilweise von dem korrigierten Juli-Ergebnis von -4,5% erholt.

Die Gesamtinflation (Verbraucherpreisindex, VPI) in Deutschland sei im Jahresvergleich (YoY) im Oktober auf 4,5% gegenüber 4,1% im September gestiegen, was auf Basiseffekte und eine hohe Energiepreisinflation (YoY 18,6% gegenüber 14,3%) zurückzuführen sei. Die Gesamtinflation im Euroraum sei YoY im Oktober auf 4,1% gestiegen, verglichen mit 3,4% im September. Das BIP-Wachstum (Bruttoinlandsprodukt) der Eurozone im 3. Quartal 2021 habe bei 2,2% im Quartalsvergleich (QoQ) nach 2,1% im 2. Quartal gelegen (Deutschland 3. Quartal bei 1,8% QoQ nach 1,9% im 2. Quartal). EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe nach der jüngsten geldpolitischen Sitzung Inflationsängste heruntergespielt und Geduld beim Thema Straffung der Geldpolitik versprochen.

Der Investitionsgrad des Fonds habe Ende des Monats bei rund 115% gelegen. Die Experten hätten ihr Engagement in Gesundheitswesen und Kommunikationsdienstleistungen etwas verringert. Sie würden ihr Übergewicht in Industrie, Grundstoffen und Informationstechnologie beibehalten. Das Untergewicht in Sektoren mit strukturellen Problemen und Unternehmen mit schwachen Bilanzen würden die Experten beibehalten. Ihr Engagement in Nebenwerten hoher Qualität würden sie bei einem Portfolioanteil von etwa 20% halten.

Der Fonds habe im Verlauf des Oktobers um 4,35% angezogen und damit seine Benchmark CDAX um 2% übertroffen. Ein Untergewicht in Immobilien sowie ein Übergewicht in Informationstechnologie habe positiv zur aktiven monatlichen Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Bei den Sektoren hätten die wesentlichen negativen Beiträge aus dem Übergewicht in Grundstoffen und Industrie gestammt. Auf Einzeltitelebene habe sich das Übergewicht in Sixt SE, KION Group AG und Jenoptik AG positiv auf die Wertentwicklung des Fonds ausgewirkt. Das Übergewicht in BASF SE, Instone Real Estate Group SE und Deutsche Post AG habe im Berichtsmonat negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Der höhere Investitionsgrad habe für den Monat einen positiven Beitrag zur aktiven Wertentwicklung gebracht.

Die Kombination aus steigenden Öl- und Gaspreisen, dem Mangel an günstigen Arbeitskräften und der anhaltenden Knappheit bei Halbleiterchips lasse einen länger anhaltenden Inflationsdruck erwarten. Dies passe zu den Rückmeldungen aus den letzten Treffen mit Unternehmen und unterliege einem sich selbst verstärkenden Trend. Unternehmen mit starken Marken würden wenig Widerstand gegen Preiserhöhungen erfahren, da die Auftragsbücher gut gefüllt und die Verbraucher bereit seien, in einer Welt nach Corona vor dem Hintergrund sich rasch verbessernder Arbeitsmärkte Ausgaben zu tätigen. Da der Kostenstruktureffekt nachlasse, würden die Experten davon ausgehen, dass sich die Endpreise in den kommenden Quartalen weiter erhöht würden, um die höheren Material-, Arbeits-, Reise- und Transportkosten zu kompensieren. Die Auswahl von Unternehmen mit Preisgestaltungsmacht werde entscheidend sein. Premium-Konsumgütermarken, die meisten Unternehmen aus dem Industriesektor und Technologieunternehmen sollten sich auf sicherem Terrain befinden. Reife Basiskonsumgütermarken oder Telekommunikationsunternehmen würden dagegen wahrscheinlich zu kämpfen haben.

Die Experten würden davon ausgehen, dass die Welle positiver Korrekturen des Gewinns pro Aktie (EPS), die in den Ergebnissen des ersten und zweiten Quartals zu beobachten gewesen sei, nun zu einem Ende gekommen sei, da Probleme in der Lieferkette und die nur vorsichtige Aufhebung der Social-Distancing-Maßnahmen die Gewinnerwartungen für das dritte Quartal verringert hätten. Abgesehen von der Auflösung von Rückstellungen bei den Banken würden die Experten wenig Spielraum für entscheidende positive Überraschungen sehen.

Mit Blick auf das Jahr 2022 und darüber hinaus dürften Inflation und Preisgestaltung zu den wichtigsten Faktoren für ein EPS-Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich zählen. Für den Moment würden die Experten an ihrer Prognose von 16.700 Punkten für den DAX im September 2022 festhalten und ihre bisherigen Bewertungsannahmen nicht verändern (KGV von 15 für deutsche Aktien). (Stand vom 31.10.2021) (26.11.2021/fc/a/f)






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DE0008490962 849096 289,42 € 225,60 €