DWS Deutschland LC-Fonds: 08/2020-Bericht, Investitionsgrad auf etwa 109% erhöht - Fondsanalyse


02.10.20 12:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Fonds DWS Deutschland LC (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) investiert in substanzstarke deutsche Standardwerte (Blue Chips) aus dem DAX-Index unter flexibler Beimischung ausgewählter Small Caps und Mid Caps, so Tim Albrecht, Fondsmanager bei DWS.

Die anhaltende Erholung des ifo Index, eine weitere Verbesserung des ISM-Index, die neue Strategie der FED in Form eines durchschnittlichen Inflationsziels, eine weitaus besser als befürchtete Gewinnsaison für das zweite Quartal, stetige Fortschritte bei der Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen, die Verpflichtung der USA und Chinas zu ihrem Phase-1-Handelsabkommen und die Tatsache, dass Apple zu einem 2.000-Milliarden-Dollar-Unternehmen avanciert sei, hätten im August eine anhaltende Rally der globalen Aktienmärkte ausgelöst. Der enttäuschende PMI der Eurozone, eine steigende und anhaltend hohe Zahl von COVID-19-Fällen in Europa und den USA, das Scheitern der Verhandlungen im US-Kongress über den nächsten Konjunkturplan und die Attacken der USA auf die chinesischen Unternehmen Huawei und TikTok hätten die Aktienmärkte nur vorübergehend belastet.

Der deutsche Aktienindex DAX habe 5,1%, der MDAX 4,8%, der TecDAX 3,5% und der SDAX 7,2% hinzugewonnen. Stetige Fortschritte bei der Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen würden die Aktienmärkte unterstützen. Die Konjunkturzahlen für Deutschland seien im August besser als erwartet ausgefallen. Der deutsche ifo Index sei mit dem vierten Anstieg in Folge von 90,4 auf 92,6 geklettert. Der PMI des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland sei auf ein Zweijahreshoch von 51,0 auf 53,0 gestiegen.

Die Auftragseingänge in Deutschland seien m/m sprunghaft um 28% gestiegen, hätten aber y/y immer noch um 11% zurückgelegen. Die Industrieproduktion in Deutschland sei um 9% m/m gestiegen, aber um 12% schlechter als vor einem Jahr ausgefallen. Deutsche Exporte hätten sich um 15% m/m erholt. Der ZEW-Index sei von 59,3 auf 71,5 gesprungen, sein höchstes Niveau seit Januar 2004. Und die deutsche Koalition habe sich auf eine Verlängerung ihres Coronavirus-Hilfspakets mit zusätzlichen 10 Milliarden Euro geeinigt, die Subventionierung von Kurzarbeit sei bis Ende 2021 verlängert worden.

Der Investitionsgrad des Fonds sei auf etwa 109% erhöht worden. Die Experten hätten ihr Übergewicht im Finanzsektor und in Grundstoffen als auch ihr Untergewicht in Immobilien und zyklischem Konsum selektiv abgebaut. Zudem seien die Experten überzeugt, dass einige Unternehmen im Gesundheitswesen sehr stark von den Impfungen gegen das Coronavirus profitieren könnten und hätten die Gelegenheit genutzt, um über ausgewählte Titel ihr Engagement in diesem Sektor zu erhöhen. Die Experten würden ihr Übergewicht in Informationstechnologie und Industrie beibehalten. Ihr Engagement in Nebenwerten hoher Qualität hätten sie leicht auf einen Portfolioanteil von etwa 30% erhöht.

Der Fonds sei im August um 5,36% gestiegen und habe damit um 0,05% hinter seiner Benchmark CDAX gelegen. Bei den Sektoren hätten die wesentlichen positiven Beiträge aus dem Übergewicht in Industrie und Kommunikationsdienstleistungen gestammt. Ein Übergewicht in Gesundheitswesen sowie ein Untergewicht in zyklischem Konsum hätten negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen.

Auf Einzeltitelebene habe sich das Übergewicht in Sixt SE, Stroeer SE & Co KGaA und Deutsche Post AG positiv auf die Wertentwicklung des Fonds ausgewirkt. Das Untergewicht in Daimler AG sowie das Übergewicht in HelloFresh SE und Fresenius SE & Co KGaA hätten im Berichtsmonat negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Der höhere Investitionsgrad habe einen positiven Beitrag zur aktiven Wertentwicklung für den Monat gebracht.

Die Aktienmärkte hätten sich deutlich schneller erholt als die Experten erwartet hätten - der S&P habe bereits neue Allzeithochs erreicht. Regierungen und Zentralbanken hätten effektiv einen "Leveraged Buy-out" der von Covid betroffenen Wirtschaft arrangiert und Einkommensverluste vorübergehend durch Transferzahlungen ausgeglichen. Die "Robin Hood"-Kleinanleger hätten große Teile dieser zusätzlichen Liquidität in dieselben Titel mit langfristigem Wachstum investiert, wie z.B. bei Apple zu sehen, das eine Marktkapitalisierung von 2 Billionen Dollar überschritten habe. Infolgedessen seien die Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse globaler Aktien im Vergleich zur Vergangenheit sehr teuer geworden und hätten Niveaus erreicht, die nur während der TMT-Blase übertroffen worden seien. Diese Vorstellung ist für die meisten von uns unangenehm, so die Experten der DWS.

Den Experten sei das TINA ("there-is-no-alternative)- und FOMO ("fear-of-missing-out")-Dilemma der Anleger bewusst. Allerdings würden die Experten argumentieren, dass Anleger selbst in Zeiten negativer Realzinsen eine hohe Aktienprämie verlangen sollten. Sie sollten sich nicht einer weiteren Verschlechterung des Risiko-Rendite-Profils unterwerfen, denn Aktien würden grundlegend risikoreiche Vermögenswerte bleiben, wie sich in dem Rückgang der Unternehmensgewinne im zweiten Quartal von etwa 35 % deutlich gezeigt habe. Eine hohe Arbeitslosigkeit, eine anhaltende Ausbreitung von Covid und die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen würden in den Schätzungen der Experten ein hohes Niveau von Unsicherheit belassen. Für den DAX würden die Experten ihr 12-Monats-Ziel leicht auf 12.700 erhöhen. (Stand vom 31.08.2020) (02.10.2020/fc/a/f)






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