DWS Deutschland LC-Fonds: 05/2020-Bericht, Investitionsgrad auf etwa 114% erhöht - Fondsanalyse


14.07.20 11:00
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Fonds DWS Deutschland LC (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) investiert in substanzstarke deutsche Standardwerte (Blue Chips) aus dem DAX-Index unter flexibler Beimischung ausgewählter Small Caps und Mid Caps, so Tim Albrecht, Fondsmanager bei DWS.

Der Rückgang der Corona-Neuinfektionen in Europa und den USA, die schneller als erwartete weltweite Lockerung der Lockdowns, der EU-Vorschlag für einen 750 Milliarden Euro schweren Konjunkturfonds, die ersten Verbesserungen des ifo-Index und des PMI der Eurozone, die Erholung des Ölpreises und der regelmäßige Nachrichtenfluss über die Fortschritte bei der Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen hätten die Aktienmärkte im Mai steigen lassen. Die zunehmenden Spannungen zwischen China und den USA, der Einbruch "harter" Wirtschaftsdaten wie Aufträge, Produktion und Exporte in Deutschland und den USA, der Rückgang des ISM-Index auf ein Elfjahres-Tief und die anhaltende Schwäche der US-Arbeitsmarktdaten hätten die Aktienmärkte nur vorübergehend belastet.

In Deutschland sei der DAX im Mai um 6,7% gestiegen, der MDAX um 10,2%, der TecDAX um 11,6% und der SDAX um 9,6%. Das BIP für Q1 in Deutschland sei um 2,2% im Quartalsvergleich geschrumpft, dies sei der stärkste Rückgang seit Q1 2009. Die "harten" deutschen Wirtschaftsdaten für März seien eingebrochen. So seien beispielsweise die Industrieaufträge um 15,6% im Monatsvergleich zurückgegangen. Die deutschen Autoverkäufe seien im April im Jahresvergleich um 61% geschrumpft, die Autoverkäufe in Europa seien sogar um 80% zurückgegangen. Mehrere wirtschaftliche Frühindikatoren würden erste Verbesserungen zeigen. In Deutschland habe sich der ifo-Index von 74,2 auf 79,5 erholt. Der PMI des deutschen Verarbeitenden Gewerbes sei von 34,5 auf 36,8 gestiegen, und der PMI des Dienstleistungssektors sei von 16,2 auf 31,4 gesprungen. Der deutsche ZEW-Index sei von 28,2 auf ein Fünfjahreshoch von 51,0 gestiegen.

Der Investitionsgrad des Fonds sei auf etwa 114% erhöht worden. Die aktuelle Situation werde ihre Spuren in der Realwirtschaft hinterlassen. In ihrem Basisszenario würden die Experten im Jahr 2020 einen drastischen wirtschaftlichen Abschwung für alle europäischen Volkswirtschaften erwarten, gefolgt von einer starken Erholung, die durch monetäre und fiskalische Stimuli angetrieben werde. Die Experten würden darauf vertrauen, dass die Bilanzstärke, die starke Innovationspipeline und die fachlichen Fähigkeiten der Portfoliounternehmen der Experten für einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil vieler Unternehmen in ihrem deutschen Anlageuniversum sorgen würden.

Auf Sektorebene hätten die Experten das Portfolio nicht zu sehr verändert. Die digitale Transformation von Unternehmen und Prozessen sei der Grund für das strukturelle Übergewicht der Experten im Bereich der Informationstechnologie. Die Experten würden in Sektoren mit strukturellen Schwierigkeiten (z.B. Automobil und Chemie) untergewichtet bleiben. Das Engagement in Nebenwerten in dem Portfolio der Experten habe sich leicht auf rund 32% verringert.

Der Fonds habe im Verlauf des Mai um 0,53% angezogen und damit seine Benchmark CDAX um 1,4% übertroffen. Bei den Sektoren hätten die wesentlichen positiven Beiträge aus dem Übergewicht in Informationstechnologie als auch dem Untergewicht in zyklischem Konsum und defensivem Konsum gestammt. Das Übergewicht in Finanzwerten sowie das Untergewicht in Gesundheitswesen habe negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Das Übergewicht in Bechtle AG und HelloFresh SE sowie das Untergewicht in Henkel AG & Co KGaA habe sich positiv auf die Wertentwicklung des Fonds ausgewirkt. Das Untergewicht in Zalando SE, Sartorius AG und Siemens AG habe im Berichtsmonat negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Der höhere Investitionsgrad habe einen positiven Beitrag zur aktiven Wertentwicklung für den Monat gebracht.

Die Experten würden das DAX-Indexziel unverändert gegenüber der letzten Überprüfungssitzung bei 12.000 belassen. Sie seien der Meinung, dass die Bewertungen schon recht überzogen seien. Aufgrund sinkender Zinssätze hätten die Experten die gegebenen KGVs stetig erhöht und den Zeithorizont für ihre Gewinn-je-Aktie-Prognose von 2 auf 3 Jahre verlängert. Dies sei notwendig gewesen, um den Corona bedingten Kollaps im Jahr 2020 und die anschließend erwartete starke Gewinnerholung bis 2022 zu berücksichtigen. Die meisten Unternehmen hätten ihre Prognosen in den letzten Wochen ausgesetzt, was die Experten daran erinnere, dass ihre Gewinn-je-Aktie-Prognosen sehr spekulativ seien.

Da die Experten sehr großzügige Abschläge auf höchst unsichere Ertragsströme anwenden würden, hätten sie den Eindruck, dass Aktien langsam stärker steigen würden, als die Prognose ihrer Fundamentaldaten erwarten lasse. Es liege auf der Hand, dass die Märkte überschießen könnten, da die Geld- und Fiskalpolitik weiterhin sehr locker bleibe, die Frühindikatoren in Kürze positiv würden und viele Arbeitslose in den kommenden Monaten wieder den Weg zurück in die Arbeitswelt finden würden.

Die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft und die Gewinne würden jedoch beträchtlich bleiben. Um nur einige zu nennen: Covid könnte eine zweite Welle von Lockdowns erforderlich machen, der Zeitpunkt und die Wirksamkeit der verschiedenen Konjunkturprogramme seien ungewiss, niedrigere Zinssätze würden die Erträge der Banken weiterhin belasten; die Spannungen zwischen den USA und China würden eine Bedrohung bleiben; der Ausgang der US-Wahlen könnte vom Markt schlecht aufgenommen werden. (Stand vom 31.05.2020) (14.07.2020/fc/a/f)






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