DWS Deutschland LC-Fonds: 04/2020-Bericht, Investitionsgrad auf etwa 109% verringert - Fondsanalyse


01.07.20 10:00
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Fonds DWS Deutschland LC (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) investiert in substanzstarke deutsche Standardwerte (Blue Chips) aus dem DAX-Index unter flexibler Beimischung ausgewählter Small Caps und Mid Caps, so Tim Albrecht, Fondsmanager bei DWS.

Die rückläufige Zahl von Corona-Neuinfektionen in Europa, den USA und China, die Aufhebung von Lockdown-Maßnahmen, die Ankündigung der FED, US-Unternehmensanleihen ohne Investment-Grade-Rating zu kaufen, weitere Konjunkturprogramme in Deutschland, der Eurozone und Japan, die Erholung der Wirtschaftsdaten in China, die Senkung des Leitzinses für Kredite um 20 Basispunkte durch die Public Bank of China (PBoC), der besser als befürchtete Start in die US-Berichtssaison und erste Berichte, wonach Gileads Medikament Remdesivir Corona-Patienten helfen könnte, hätten im April 2020 eine kräftige Erholungsrally an den Aktienmärkten ausgelöst.

Der Absturz der Einkaufsmanagerindizes in Europa und den USA, der heftige Rückgang des Ifo-Index, der sehr schwache US-Arbeitsmarkt mit einem sprunghaften Anstieg der wöchentlichen Arbeitslosenanträge in den USA und die enorme Volatilität des Ölpreises hätten die Aktienmärkte nur vorübergehend unter Druck gesetzt. In Deutschland habe der DAX im April um 9,3% zugelegt, dabei handele es sich um die beste Monatsperformance seit Oktober 2015. Der MDAX sei um 9,5% gestiegen, der TecDAX um 9,9% und der SDAX um 11,9%. Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien hätten alle begonnen, ihren Lockdown allmählich aufzuheben, als die Zahl der Corona-Neuinfektionen zurückgegangen sei.

Deutschland habe die meisten Restriktionen bis zum 10. Mai verlängert, aber kleineren Geschäften die Wiedereröffnung erlaubt. Die Wirtschaftsdaten hätten sich im April drastisch verschlechtert. In Deutschland sei der Ifo-Index von 85,9 auf 74,3 abgestürzt, und die Ifo-Erwartungen seien von 79,5 auf 69,4 gesunken. Der PMI des deutschen Verarbeitenden Gewerbes sei von 45,4 auf 34,4 gesunken, und der Dienstleistungsindex sei von 31,7 auf 15,9 gefallen. Der deutsche GfK-Konsumklima-Index sei von 2,3 auf -23,4 gesunken. Die Arbeitslosenquote in Deutschland sei von 5,0% auf 5,8% gestiegen. Der ZEW-Index habe sich jedoch von minus 49,5 auf 28,2 verbessert. Die weltweit expansive Geld- und Fiskalpolitik sei auch im April ein wichtiger Treiber der Aktienmärkte geblieben.

Der Investitionsgrad des Fonds sei nach der starken Markterholung auf etwa 109% verringert worden. Die aktuelle Situation werde ihre Spuren in der Realwirtschaft hinterlassen. In ihrem Basisszenario würden die Experten im Jahr 2020 einen drastischen wirtschaftlichen Abschwung für alle europäischen Volkswirtschaften erwarten, gefolgt von einer starken Erholung, die durch monetäre und fiskalische Stimuli angetrieben werde. Die Experten würden darauf vertrauen, dass die Bilanzstärke, die starke Innovationspipeline und die fachlichen Fähigkeiten der Portfoliounternehmen der Experten für einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil vieler Unternehmen in dem deutschen Anlageuniversum der Experten sorgen würden.

Auf Sektorebene hätten die Experten das Portfolio nicht zu sehr verändert. Die digitale Transformation von Unternehmen und Prozessen sei der Grund für das strukturelle Übergewicht der Experten im Bereich der Informationstechnologie. Die Experten würden in Sektoren mit strukturellen Schwierigkeiten (z.B. Automobil und Chemie) untergewichtet bleiben. Das Engagement in Nebenwerten in dem Portfolio der Experten habe sich leicht auf rund 34% erhöht.

Der Fonds sei im Verlauf des Aprils um 10,1% gestiegen und habe damit seine Benchmark CDAX um 1,24% übertroffen. Bei den Sektoren hätten die wesentlichen positiven Beiträge aus dem Untergewicht in Immobilien und Versorgern und dem Übergewicht in Industrie gestammt. Das Übergewicht in Informationstechnologie wie auch das Untergewicht in zyklischem Konsum hätten negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen.

Auf Einzeltitelebene habe sich das Übergewicht in Godewind Immobilien AG, Infineon Technologies AG und Sixt SE sowie das Untergewicht in E.ON SE positiv auf die Wertentwicklung des Fonds ausgewirkt. Das Untergewicht in Bayer AG sowie das Übergewicht in HelloFresh SE und Wirecard AG hätten im Berichtsmonat negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Insgesamt habe die Positionierung der Experten in den Aktien der Wirecard AG im Zeitraum von September 2019 bis Ende April 2020 rund -0,5% zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Der höhere Investitionsgrad habe einen positiven Beitrag zur aktiven Performance für den Monat gebracht.

Die vorliegenden Daten würden bestätigen, dass das Corona-Virus die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession gestürzt habe, die ein Großteil der Investoren im Leben je erfahren habe. Unter der Annahme, dass eine zweite Lockdown-Welle vermieden werden kann, prognostizieren unsere Ökonomen einen raschen Wiederaufschwung der Wirtschaftsaktivität ab dem dritten Quartal, so die Experten der DWS. In ihrem Basisszenario würden die Experten davon ausgehen, dass die europäische Wirtschaft Ende 2022 ein Niveau erreichen sollte, wie es vor der Covid-19-Zeit geherrscht habe.

Erste Daten aus China würden die Prognose unterstützen, dass die Wirtschaft im vierten Quartal 2020 im Jahresvergleich wachsen könnte. Die Experten würden erwarten, dass die Unternehmensgewinne einen ähnlichen Verlauf nehmen würden wie die Rückkehr der wirtschaftlichen Aktivität. Die Experten würden dieses Jahr mit einem Rückgang der Indexgewinne um 25-33% rechnen. Dies sollte sich jedoch ab dem dritten Quartal umkehren. Eine Prognose, wie Anleger diese extrem volatilen Gewinnströme in den kommenden zwölf Monaten bewerten würden, sei höchst spekulativ. Einen sehr hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)-Multiple auf die diesjährigen belasteten Gewinne anzuwenden könne recht willkürlich sein.

Alternativ würden die Experten vorschlagen, den Zeithorizont zu erweitern und über die Rezession hinaus zu schauen. Entsprechend ergebe der Ansatz eines KGV-Multiplikators von 15 auf den erwarteten DAX-Gewinn für März 2021 ein DAX-Ziel von 12.000 (zuvor 13.000). Die laufende Berichtssaison bestätige die Bereitschaft der Anleger, über den Abgrund hinaus zu blicken, da einige Unternehmen im April einen Volumenrückgang von 25% oder mehr vermeldet hätten und die Aktien nach diesen Ergebnissen dennoch gestiegen seien.

Darüber hinaus würden die Ergebnisse des ersten Quartals die geringe Prognosefähigkeit verdeutlichen, da etwa 80% der berichtenden Unternehmen ihre Guidance für 2020 aussetzen würden. Darüber hinaus würden alle Branchen den Einfluss von Corona auf ihre Zahlen spüren. Die Experten würden strukturell eine Stilvorliebe für "Wachstum" und "Qualitätsunternehmen" beibehalten (d.h. geringe Verschuldung und belastbare Cashflows). (Stand vom 30.04.2020) (01.07.2020/fc/a/f)






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