DWS Deutschland LC-Fonds: 04/2019-Bericht, Investitionsgrad auf etwa 110% verringert - Fondsanalyse


07.06.19 12:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Fonds DWS Deutschland LC (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) investiert in substanzstarke deutsche Standardwerte (Blue Chips) aus dem DAX-Index unter flexibler Beimischung ausgewählter Small Caps und Mid Caps, so Tim Albrecht, Fondsmanager bei DWS.

Die starke Erholung der Wirtschaftsdaten in China, das BIP-Wachstum der US-Wirtschaft von 3,2% im ersten Quartal, sehr gute Arbeitsmarktdaten aus den USA, die Hoffnung auf ein bevorstehendes Handelsabkommen zwischen den USA und China, die sechsmonatige Brexit-Verlängerung und der besser als befürchtet ausgefallene Beginn der US-Berichtssaison hätten sowohl den S&P 500 als auch den Nasdaq Composite im April 2019 auf neue Höchststände gebracht. Der fallende Ifo-Index, enttäuschende PMI in Deutschland und im Euroraum sowie die anhaltend schwachen globalen Automobilverkäufe hätten die Aktienmärkte nur vorübergehend belastet.

Der deutsche Aktienindex DAX sei 7,1%, der MDAX 5,3%, der TecDAX 9,0% und der SDAX 7,5% gestiegen. Der PMI für das Dienstleistungsgewerbe in Deutschland sei von 55,4 auf 55,6 gestiegen. Die Industrieproduktion in Deutschland sei um 0,7% m/m gestiegen. Das BIP-Wachstum der Eurozone im ersten Quartal sei mit 0,4% q/q besser als die erwarteten 0,3% ausgefallen. Der Ifo Index sei überraschend von 99,7 auf 99,2 zurückgegangen. Der finale PMI Deutschlands für März sei auf ein 80-Monats-Tief von 44,1 gefallen. Der deutsche vorläufige PMI für April habe sich nur leicht von 44,1 auf 44,5 erholt. Die Auftragseingänge der deutschen Industrie seien um 4% m/m und um 8% y/y gefallen. Die deutschen Exporte seien um 1,3% zurückgegangen.

Darüber hinaus senke die italienische Regierung ihre Wachstumsprognose für 2019 von 1,0% auf 0,1% und habe ihre Haushaltsdefizitprognose von 2,04% auf 2,30% erhöht. Auf der Sitzung der EZB habe Draghi davor gewarnt, dass die Wirtschaft weiterhin abwärts tendieren könnte. In Frankreich habe Macron Steuersenkungen versprochen. In Spanien habe Premierminister Sanchez die Wahl mit 29% der Stimmen gewonnen, aber keine klare Mehrheit erringen können. In den USA und China sei das BIP im ersten Quartal um 3,2% bzw. 6,4% gestiegen. Es habe Berichte gegeben, dass die Gespräche zwischen den USA und China zu 90% abgeschlossen seien. China habe zusätzliche Zölle auf US-Fahrzeuge für weitere drei Monate ausgesetzt. Die EU habe sich bereit erklärt, Handelsgespräche mit den USA aufzunehmen.

Der Investitionsgrad des Fonds sei auf etwa 110% verringert worden. Bei den Sektoren habe es keine wesentlichen Veränderungen an der Positionierung der Experten gegeben. Wir befinden uns im optimistischen Lager, das keine Rezession für die deutsche Wirtschaft erwartet, und gehen davon aus, dass als Haupteffekt das deutsche Wachstum wieder zurückkommt, unterstützt durch die Erholung in China, so die Experten der DWS. Die Experten würden eine gewisse Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft bis zum Sommer erwarten, sobald die fiskalischen und monetären Maßnahmen greifen würden. Für das Portfolio würden sich die Experten ihr Engagement in Nebenwerten beibehalten, das leicht von 24% auf etwa 26% gestiegen sei.

Der Fonds sei im Verlauf des Aprils um 9,37% gestiegen und habe damit seine Benchmark CDAX um 2,11% übertroffen. Bei den Sektoren hätten die wesentlichen positiven Beiträge aus dem Übergewicht in Industrie, Grundstoffen und Finanzwerten gestammt. Das Untergewicht von Basiskonsumgütern und zyklischem Konsum sowie das Übergewicht in Gesundheitswesen habe negativ zur Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Auf Einzeltitelebene habe sich das Übergewicht in Kion Group AG, United Internet AG und K+S AG positiv auf die Wertentwicklung des Fonds ausgewirkt. Das Untergewicht in Volkswagen AG, Delivery Hero SE und Daimler AG habe hingegen die Wertentwicklung am deutlichsten belastet.

Starke US-Arbeitsmarktdaten und frühe Signale aus der Berichtssaison des ersten Quartals würden die Experten zuversichtlicher stimmen, dass weder eine wirtschaftliche Rezession noch ein Gewinnrückgang bevorstehe. Stattdessen erscheine ein Umfeld niedrigen Wachstums über mehrere Jahre ("säkulare Stagnation") wahrscheinlicher. Während die Experten auf weitere Unternehmensergebnisse warten würden, würden sie sich mit ihrem unveränderten Gewinnwachstum von etwa 5% in den entwickelten Märkten (5% in Deutschland) für 2019 und wahrscheinlich darüber hinaus wohl fühlen.

Die besonders gute Entwicklung des exportorientierten DAX spiegele die Hoffnung auf ein Ende der Rezession im Automobilsektor im zweiten Halbjahr 2019 und eine verbesserte Nachfrage seitens chinesischer Kunden wider. Im nächsten Monat würden die Experten ihre Indexziele offiziell überprüfen (aktuelles DAX-Indexziel bei 11.800 für März 2020). Sie würden derzeit davon ausgehen, dass die weltwirtschaftliche Dynamik, obwohl sie sich verbessere, nicht stark genug sein werde, um ihre Ertragsannahmen, insbesondere in den zyklischen Sektoren, zu erhöhen.

Die günstigeren Konjunkturaussichten könnten jedoch einen leichten Anstieg der PE-Multiplikatoren ermöglichen. Ein Handelsabkommen zwischen den USA und China und keine Eskalation zwischen der EU und den USA bezüglich Zölle bleibe das Basisszenario der Experten. Auch dies sollte sich bereits in den aktuellen Indexniveaus widerspiegeln. Die Experten würden es schwierig finden, einen bestimmten Auslöser zu bestimmen, der die aktuelle niedrige Volatilität deutlich erhöhen würde. (Stand vom 30.04.2019) (07.06.2019/fc/a/f)





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