DWS Deutschland LC-Fonds: 02/2020-Bericht, "Growth" gegenüber "Value" bevorzugt - Fondsanalyse


25.03.20 11:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Fonds DWS Deutschland LC (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) investiert in substanzstarke deutsche Standardwerte (Blue Chips) aus dem DAX-Index unter flexibler Beimischung ausgewählter Small Caps und Mid Caps, so Tim Albrecht, Fondsmanager bei DWS.

Die Ausbreitung des Coronavirus auf Deutschland, Italien und Südkorea, die anhaltend enttäuschenden "harten" Wirtschaftsdaten in Deutschland, der Einbruch der Autoverkäufe in China, der starke Rückgang der Ölpreise und die Gewinnwarnungen der US-Technologiegiganten Apple und Microsoft hätten im Februar 2020 eine Korrektur an den Aktienmärkten ausgelöst. Die zunehmende Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen durch die EZB und die FED, der robuste US-Arbeitsmarkt, die Leitzinssenkung der People's Bank of China, der stabile Ifo-Index und die Erholung des deutschen PMI hätten die Aktienmärkte nur vorübergehend gestützt.

In Deutschland habe der DAX 8,4% verloren, nachdem der Leitindex am 17. Februar noch mit 13.784 Punkten auf einem neuen Allzeithoch geschlossen habe. Der MDAX habe 9,4% verloren, der TecDAX 7,0% und der SDAX 7,5%. Die "harten" Daten zur deutschen Wirtschaft seien schwach geblieben. Das deutsche BIP habe im 4. Quartal stagniert und unter einem Rückgang bei der privaten Nachfrage und den Staatsausgaben gelitten. Die Auftragseingänge der Industrie seien im Monatsvergleich um 2,1% und im Jahresvergleich um 8,7% gefallen. Die Industrieproduktion in Deutschland sei im Dezember gegenüber dem Vormonat um 3,5% eingebrochen. Der ZEW-Index sei von 26,7 auf 8,7 gefallen.

EZB-Chefin Lagarde habe keine Notwendigkeit für schnelle politische Reaktionen auf die vom Coronavirus ausgelöste Unsicherheit gesehen. Die Märkte hätten jedoch eine Zinssenkung der EZB für 2020 eingepreist. Die Nachfolgeregelung von Kanzlerin Merkel sei gescheitert, was einen Wettlauf um die Führung der CDU und Deutschlands ausgelöst habe. Boris Johnson habe verkündet, das Großbritannien sei bereit, die Gespräche mit den USA ohne ein Abkommen abzubrechen. Deutsche Frühindikatoren hätten sich im Februar verbessert. Der Ifo-Index sei geringfügig von 96,0 auf 96,1 gestiegen. Der PMI des deutschen Verarbeitenden Gewerbes habe sich von 45,3 auf 47,8 erholt. Das Pendant für die Eurozone habe sich von 47,9 auf 49,1 verbessert. Finanzminister Scholz habe seine Bereitschaft zur Lockerung der strengen Schuldenbremse signalisiert.

Auch wenn die Experten erwarten würden, dass die Unternehmensergebnisse für das erste Quartal 2020 deutliche Spuren der Corona-Epidemie zeigen würden, würden sie dennoch keine ernsthafte Rezession im Jahr 2020 erwarten. Mit Blick auf die zweite Hälfte des Jahres gebe es vorsichtigen Optimismus für eine Wiederbeschleunigung des Wachstums. Dementsprechend seien keine wesentlichen Veränderungen an den Positionen der Experten vorgenommen worden. Nach wie vor würden die Experten "Growth" gegenüber "Value" bevorzugen. Ihr Engagement in Nebenwerten sei bei einem Portfolioanteil von etwa 32% geblieben.

Der Fonds habe im Verlauf des Februars um 10,27% nachgegeben und damit um 1,81% hinter seiner Benchmark CDAX gelegen. Bei den Sektoren hätten die wesentlichen positiven Beiträge aus dem Untergewicht in zyklischem Konsum, Immobilien und defensivem Konsum gestammt. Das Übergewicht in den Bereichen Informationstechnologie und Finanzwesen habe negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Auf Einzeltitelebene habe sich das Untergewicht in Daimler AG und Siemens AG sowie das Übergewicht in Godewind Immobilien AG positiv auf die Wertentwicklung des Fonds ausgewirkt. Das Übergewicht in Wirecard AG, Kion Group AG und Amadeus Fire AG habe negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen.

Die Situation rund um Covid-19 verändere sich rapide. Während sich die Wirtschaft innerhalb Chinas allmählich zu erholen scheine, breite sich das Virus auch außerhalb Chinas aus. Dies könnte eine Neubewertung der Epidemie, ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen und ihrer Relevanz für die Finanzmärkte erforderlich machen. Die unten dargelegten Prognosen der Experten würden auf der Annahme basieren, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krankheit sich hauptsächlich auf das erste Quartal 2020 konzentrieren würden.

Die Erwartungen der Experten für die wichtigsten Parameter seien stabil und moderat: Keine Rezession, aber auch keine nennenswerte Beschleunigung; die EZB werde keine Maßnahmen ergreifen, die US-Notenbank werde innerhalb der nächsten 12 bis 24 Monate maximal eine Senkung vornehmen; die Renditen auf 10-jährige US-Papiere würden etwa auf dem derzeitigen Niveau verharren; die Inflationserwartungen würden stabil bleiben. Folglich würden die Anleger weiterhin neue Mittel in Aktien investieren, da sie in anderen Anlageklassen kaum Alternativen finden würden. Höchstwahrscheinlich würden Anleger weiterhin Aktien favorisieren, die sich u.a. durch hohe Qualität, geringe Volatilität, thematisches Wachstum und hohe ESG-Scores auszeichnen würden.

Entsprechend würden die Experten noch keine wesentliche Veränderung bei der Marktführerschaft prognostizieren. Ungeachtet der Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs in China auf Exporte und Lieferketten habe sich der Abschwung im deutschen Fertigungssektor im Februar weiter verlangsamt. So würden die PMI-Daten zeigen, dass die Abwärtsentwicklung bei Produktion, Auftragseingang und Beschäftigung an Dynamik verloren habe. Auf 12-Monats-Basis würden die Experten glauben, dass die Märkte noch etwas Aufwärtspotenzial hätten.

Die Experten würden prognostizieren, dass der DAX im März 2021 die Marke von 14.300 erreichen werde. Daneben würden sie erwarten, dass kleine und mittlere Unternehmen ihre größeren Konkurrenten übertreffen würden. Der Technologiesektor bleibe aufgrund der starken Fundamentaldaten übergewichtet. Aufgrund der schwachen Wirtschaftsdynamik würden Grundstoffe weiterhin untergewichtet. (Stand vom 28.02.2020) (25.03.2020/fc/a/f)





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